Telematik, Apps und IKT urbane Mobilität

[Video zum Wochenende] Stefan Kaufmann auf der re:publica 2019: Wie Städte die Mobilität der Zukunft gestalten

Offene Daten als Basis der Informationsgesellschaft
Foto: "Datenpumpe bei der Wikipaka assembly auf dem 35. Chaos Communication Congress in Leipzig" von Leonhard Lenz @ Wikimedia Commons - CC BY-SA 4.0

Stefan Kaufmann (@_stk) hat in seinem Vortrag auf der re:publica 2019 dargelegt, wieso Städte ihr Schicksal in die eigene Hand nehmen und sich nicht auf die Rettung durch gehypte neue Mobilitätsanbieter verlassen sollten. Dafür brauchen die Verwaltungen jedoch viel mehr IT-Kompetenz, um den grundlegenden Infrastrukturaufbau planen und gestalten zu können und keine neuen Abhängigkeiten entstehen zu lassen. Wichtiges Element hierfür ist das Manifesto in favour of technological sovereignty and digital rights for cities, welches die elementaren Grundsätze für digitale Souveränität von Kommunen formuliert:

  • Technologische Souveränität,
  • Interoperabilität und Barrierefreiheit,
  • Kollaborative Entwicklung (auch von Kommunen über kommunale Grenzen hinweg),
  • Partizipation von Wirtschaft und Zivilgesellschaft,
  • Transparenz und Überprüfbarkeit,
  • Security und Privacy

Für die Umsetzung benötigt es drei Säulen: Open Data, freie Software (public money, public code als Grundsatz) und offene Standards. Einige Kommunen verfolgen diese Prinzipien bereits seit mehreren Jahren.

Stefan Kaufmann ist bei der Stadt Ulm als Projektmanager für das Verschwörhaus – dem „Experimentierfeld für die Welt von morgen“ angestellt. Das Verschwörhaus ist ein Element in einer umfassenderen Strategie: so setzt die Stadt beispielsweise unter Zuhilfenahme des Vergaberechts auf die Verpflichtung von Mobilitätsanbietern, offene Daten unter CC0-Lizenz zur Verfügung zu stellen (siehe Anhang 2 zu Anlage 1: Bedienungs- und Qualitätskriterien) oder auf informelle Partnerschaften mit anderen Kommunen wie der Stadt Herrenberg.

Die mit dem Verschwörhaus entstandenen Civic Tech-Strukturen und die Vernetzung von Stadt und engagierten Menschen schafft wiederum tolle Projekte, die der Allgemeinheit zu Gute kommen. Als Beispiel für eine Vielzahl toller Projekte sei eine deutsche Übersetzung der finnischen Open Source-Auskunfts- und Planungsplattform Digitransit genannt, welche mehrere Open Source Komponenten zu einem multimodalen Routenplanungstool kombiniert.

Mein Lieblingssatz aus dem Vortrag: “Daten sind nicht das neue Öl, sie sind das Grundwasser der Informationsgesellschaft. An Fakten und Messdaten kann und darf es kein Dateneigentum geben. Keine Monopolisten sollten sie exklusiv dem Rest der Welt abpumpen und dann überteuert verkaufen dürfen. Stattdessen sollten sie der Allgemeinheit zur Verfügung stehen.”

Die Linkliste zum Vortrag in Stefan Kaufmanns Blog.

Randelhoff Martin

Herausgeber und Gründer von Zukunft Mobilität, arbeitet im Hauptjob im ARGUS studio/ in Hamburg. Zuvor war er Verkehrswissenschaftler an der Technischen Universität Dortmund.
Ist interessiert an innovativen Konzepten zum Lösen der Herausforderungen von morgen insbesondere in den Bereichen urbane Mobilität, Verkehr im ländlichen Raum und nachhaltige Verkehrskonzepte.

Kontaktaufnahme:

Telefon +49 (0)351 / 41880449 (voicebox)

E-Mail: randelhoff [ät] zukunft-mobilitaet.net

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Norbert
Norbert
20. Juni 2019 23:16

Fallen unter gehypte neue Mobilitätsanbieter auch Akteure, die Radverkehr als die Lösung fast aller städtischer Probleme verkaufen?

Vermeidung von Abhängigkeiten durch Einbindung der Wirtschaft?

Ich finde OpenData gut. Aber: Wenn man grundsätzlich Daten kostenlos allen geben muss, wird es u. U. weniger Daten geben, die erhoben werden. Treffen wird das sicherlich nicht die problematischen Datenerfassungen.

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Verfasst von:

Randelhoff Martin

Herausgeber und Gründer von Zukunft Mobilität, arbeitet im Hauptjob im ARGUS studio/ in Hamburg. Zuvor war er Verkehrswissenschaftler an der Technischen Universität Dortmund.
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