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[Fakt der Woche] Die wahren Kosten eines Kilometers Autofahrt

Artikelaktualisierung Zukunft MobilitätBeim direkten Vergleich verschiedener Verkehrsmittel schneidet das Auto oftmals überdurchschnittlich gut ab. Dies hat vor allem etwas mit dem subjektiven Eindruck zu tun.

Viele Autofahrer sind sich über die wahren Kosten ihres Automobils pro Kilometer nicht im Klaren. Viele Menschen assoziieren den Preis pro Liter Benzin / Diesel mit den Kosten eines Kilometer Autofahrt. Dies ist aber falsch. Hinzugerechnet müssen noch der kilometerabhängige Wertverlust, Instandhaltungsaufwand, Steuern, Versicherung, etc.

Ich möchte die wahren Kosten eines Kilometers Autofahrt an einem Beispiel darlegen. Zugegebenerweise muss ich allerdings etwas tricksen, da oftmals die notwendigen Daten in der von mir benötigten Form nicht zur Verfügung stehen. Des Weiteren muss ich hier stark mit Mittelwerten arbeiten, es kann also zu einer Abweichung kommen.

Zudem sollte bedacht werden, dass diese Rechnung nur als Beispielrechnung dient. Sie basiert auf Zahlen des Jahres 2011 und soll nur einen Eindruck über die Berechnung der Autokosten bieten. Die individuellen Erfahrungen und Kosten sowie das individuelle Fahrverhalten kann natürlich zu anderen Ergebnissen führen.

Laut AXA Verkehrssicherheits-Report 2009 1 liegt der Mittelwert der pro Jahr in gefahrenen Kilometer bei 18.693 km. Das durchschnittliche Alter eines betrug 2010 8,1 Jahre 2. Im Schnitt wird ein Fahrzeug in Deutschland mit etwa zwölfeinhalb Jahren außer Betrieb gesetzt, das heißt, entweder verschrottet oder ins Ausland verkauft. Daher ergibt sich eine durchschnittliche Laufleistung eines in Deutschland gefahrenen Pkw von 235.141 Kilometern (siehe auch Wertverlust).

Für meine Beispielrechnung habe ich den VW Golf VI Comfortline 1,2 l TSI mit 63 kW (85 PS), 1197 cm³ Hubraum und 5-Gang-Getriebe für 19.995 Euro ausgewählt. Der fiktive Kauf fand am 1.1.2011 statt.

VW Golf VI Comfortline 1,2 l TSI in Rot

Das Beispielauto: der VW Golf VI Comfortline 1,2 l TSI

Wertverlust

Den Wertverlust des Pkw kann man sowohl zeit- als auch kilometerabhängig berechnen. Im Jahr 2007 wurden Fahrzeuge im Durchschnitt in einem Alter von 9,7 Jahren „außer Betrieb gesetzt“, d.h. entweder vorübergehend stillgelegt, verschrottet oder ins Ausland verkauft. Um den Anteil der nur kurz durch Autohäuser o.ä. stillgelegten Fahrzeuge aus dieser Grundgesamtheit herauszurechnen, werden diejenigen Fahrzeuge wieder abgezogen, die innerhalb von 18 Monaten wieder zugelassen worden sind.

Somit ergibt sich für Deutschland ein durchschnittliches Alter, in dem Fahrzeuge durch neue ersetzt werden, von 12,4 Jahren (2007). Im Jahr 2008 lag dieser Wert bei 12,3; im Jahr 2006 bei 12,7. 3.

Bei einem Alter von 12,4 Jahren und einer durchschnittlichen jährlichen Fahrweite von 18.963 Kilometer wird ein Fahrzeug mit einer Laufleistung von etwa 235.141 Kilometern außer Betrieb gesetzt. Der Restwert wird mit 0 Euro angesetzt.

Somit erleidet der VW Golf pro gefahrenen Kilometer einen Wertverlust von 0,085 Euro.

Steuern

Die Steuer des VW Golf wird nach den neuen Kfz-Steuerregeln berechnet. Die Höhe der jährlichen Steuerlast errechnet sich aus einem festgelegten Eurobetrag pro angefangene 100 Kubikzentimeter Hubraum plus einem Eurobetrag für jedes Gramm CO2 oberhalb einer Untergrenze von 120 Gramm pro Kilometer. Im Falle von Dieselfahrzeugen wurde im Kfz-Gesetz die Summe von 9,50 Euro, bei Ottomotoren ein Wert von 2,00 Euro pro 100 Kubikzentimeter festgelegt. Laut dem neuen Gesetzestext zahlen Autofahrer mit besonders emissionsarmen Pkw, die nicht mehr als 120 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen, keinen Emissionszuschlag. Darüber hinaus wird jedes weitere Gramm jedoch mit 2,00 Euro veranschlagt. In den folgenden Jahren bis zum Jahr 2014 soll der steuerfreie Grenzwert für Neuzulassungen auf 95 Gramm CO2 pro Kilometer abgesenkt werden.

Gemäß Datenblatt emittiert der VW Golf in dieser Ausstattungsvariante 129 g/km CO2, liegt also über dem Grenzwert von 120 Gramm pro Kilometer. Daher errechnet sich eine Kfz-Steuer von 42€ pro Jahr, davon sind 18€ aufgrund der CO2-. Diese Steuer steigt 2012 auf 62€, davon 38€ aufgrund der CO2-Emissionen und 2014 auf 92€ (68€ CO2-abhängig).

Daher ergibt sich für das Jahr 2011 eine Steuerlast von 42€, für das Jahr 2012 / 2013 eine Steuerlast von 62€ und für die Jahre 2014 – 20xx eine Steuerlast von jeweils 92€. Für den Zeitraum von 8,1 Jahren ergibt sich folglich eine Gesamtsteuerlast in Höhe von 1.030,80€.

Aufgeteilt auf 235.141 Kilometer ergibt sich somit ein steuerinduzierter Kostenanteil von 0,004€ (~1 Cent) pro Kilometer.

Versicherung

Die Berechnung der Versicherungsbeiträge kann leider nur sehr näherungsweise erfolgen, da diese vom Alter des Fahrzeugführers, der Schadenfreiheitsklasse, dem gewählten Tarif, vom jeweiligen Zulassungsort (Regionalklassen) etc. abhängig sind und man diese Variablen leider nur sehr schwer verallgemeinern kann. Für mein Beispiel habe ich für die Haftpflichtversicherung eine Schadensfreiheitsklasse SF 3 – 70% und für die Vollkaskoversicherung (500,00 € Selbstbeteiligung) eine SF 4 – 70% gewählt.

Der günstigste Tarif betrug 611,37 € pro Jahr. Ich weiß, dass dieser Tarif für eine Autoversicherung relativ günstig ist, aber ich werde ihn dennoch verwenden. Wer eine höhere Versicherungsprämie verwenden will, muss einfach seine Prämie mit 12,4 (durchschnittliche Nutzungsdauer eines Pkw in Deutschland) multiplizieren und durch 235.141 km (durchschnittliche Laufleistung) dividieren.

Für unseren Golf ergeben sich somit kilometerabhängige Versicherungskosten von 0,033 Euro.

Instandhaltungsaufwand

Laut Deutschem Kraftfahrzeuggewerbe betrug der Wartungsaufwand pro Pkw in Deutschland im Jahr 2009 durchschnittlich 228 Euro. 4 Dieser Wert war in den letzten Jahren relativ konstant, sodass ich ihn auf 12,4 Jahre hochrechnen kann. Aufwendungen für Instandhaltung in Höhe von 2827,20 € auf 12 Jahre erscheinen mir sehr moderat. Pro Kilometer ergeben sich somit Kosten in Höhe von 1,2 Cent.

Die genaue Ermittlung der Instandhaltungskosten ist jedoch nur schwer zu normieren. Im ÖPNV-Bereich wird bei der Berechnung der Instandhaltungskosten u.a. das Vorhandensein optimierter Instandhaltungsprozesse, On-Board-Diagnose, etc. vorausgesetzt.

Generell hängen die Instandhaltungskosten eines Fahrzeugs von der Antriebstechnologie und der Kraftstoffart, dem Alter, der gefahrenen Durchschnittsgeschwindigkeit, der Jahreslaufleistung, technischen Aufschlagfaktoren (u.a. für Klimaanlage, elektrische Fensterheber, Abgasnachbehandlungssystemen, etc.) und dem Fahrzeugalter ab. Hinzu kommen noch die Kosten der Werkstatt bzw. der Stundenlohn des Werkstattmitarbeiters von etwa 60 bis 80 Euro/h. Laut Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) betrug der Preis einer Werkstattstunde für Pkw im Bundesdurchschnitt im Jahr 2008 66,54 Euro und steigt pro Jahr um etwa 2 Prozent (aktuellere Daten liegen leider nicht vor). Somit beträgt der Preis einer Werkstattstunde für Pkw im Jahr 2011 rund 70 – 72 Euro. Je nach Hersteller und Region können natürlich höhere Preise je Werkstattstunde fällig werden.

Bei der hier vorliegenden Berechnung ist auch zu beachten, dass das hier vorgestellte Fahrzeug mit einer höheren Laufleistung günstiger ist als mit einer geringen. Dies ist auf den ersten Blick auch verständlich, verteilen sich die Fixkosten auf mehr Kilometer. In Realität wird durch die höhere Fahrleistung allerdings auch der Verschleiß zunehmen, was früher größere Reparaturen notwendig macht. Bei einer hohen Fahrleistung sollten daher eher sprungfixe Kosten statt Fixkosten angesetzt werden.

Beispiel: Die durchschnittliche Laufleistung von Pkw- wird bei .de mit 70.000 km angegeben. Fahre ich 50.000 Kilometer im Jahr muss ich bei ausschließlich zeitabhängiger Betrachtung die somit bereits im 2. Jahr tauschen und somit über die gesamte Lebensdauer des Fahrzeuges sechs Mal. Bei einer Fahrleistung von 25.000 Kilometern je Jahr müssen die erst im 3. Jahr getauscht werden. Über die gesamte Lebensdauer des Fahrzeuges somit nur vier Mal.

Bei größeren Schäden wie einem Motor- oder Getriebeschaden liegen die Kosten natürlich weit über den hier angegebenen, können aber aufgrund ihrer großen Unsicherheit bzgl. Eintreten und Höhe nicht mit in die Rechnung aufgenommen werden.

Technische Untersuchungen

Haupt- und Abgasuntersuchung müssen bei Pkw das erste Mal nach 36 Monaten und danach im 24-Monats-Rhythmus durchgeführt werden. Bei einem 12,4 Jahre alten Fahrzeug müssen HU und AU somit 5 Mal durchgeführt werden.

Die Hauptuntersuchung (HU) nach§ 29 StVZO kostet derzeit 52,50 Euro. Hinzu kommt die gleichzeitig durchzuführende Abgasuntersuchung, die zwischen 22,90 Euro (ohne Katalysator) bis 35,00 Euro für Diesel-Pkw kostet. Für den in diesem Beispiel betrachteten VW Golf VI Comfortline 1,2 l TSI mit geregeltem Katalysator kostet die Abgasuntersuchung 27,25 Euro (mögliche Nachuntersuchungen außen vor gelassen).

Umgelegt auf die Gesamtnutzungsdauer von 12,4 Jahren entstehen somit Kosten in Höhe von 5 x (52,50€+27,25€) = 398,75 Euro. Umgelegt auf unsere Laufleistung betragen die HU/AU-Kosten je Kilometer somit 0,00169 Euro.

Kraftstoffkosten

Laut benötigt unser Golf 7,0 Liter auf 100 Kilometer innerorts und 4,6 Liter / 100 km außerorts. 70% aller Fahrten mit dem Golf erfolgen innerorts und 30% der Fahrten außerorts. Der kombinierte Verbrauch liegt somit bei 6,28 Liter auf 100 Kilometer. Der durchschnittliche Benzinpreis für ein Liter Super Plus lag laut im Jahr 2011 bei 1,522 €. Der Treibstoff für 100 Kilometer kostete somit 9,56 € oder pro Kilometer bei 0,0956 €.

Da der Benzinverbrauch real eher bei 7,1 Litern auf 100 Kilometer als bei 6,2 Litern liegen dürfte, ergeben sich Treibstoffkosten auf 100 Kilometer in Höhe von 10,81€. Umgerechnet auf einen Kilometer entspricht dies 0,1081 Euro.

Somit ergibt sich ein Zwischenwert von 0,2497 Euro für einen Kilometer Autofahrt (100 km = 24,97€).

Dieses Ergebnis können wir theoretisch noch weiter den realen Gegebenheiten anpassen:

Kosten für den Autokredit bzw. kalkulatorische Zinsen

Nehmen wir an, dass wir das Auto nicht vollständig aus Eigenkapital finanzieren, sondern einen Kredit aufnehmen müssen. Diesen nehmen wir zunächst für die Hälfte des benötigten Kapitals – also 10.000€ – auf. Die Laufzeit wird auf 36 Monate festgelegt. Damit erreichen wir bei den gängigen Autokreditanbietern einen nominalen Zins von 5 – 6 Prozent p.a. Aus Vereinfachungsgründen rechne ich mit einem nominalen Zinssatz von 5,50% (Mittelwert).

Bei einer monatlichen Rückzahlung in Höhe von 301,96€, fallen für die gesamte Laufzeit 870,54€ Zinsen an. Somit ergibt sich ein Gesamtaufwand von 10.870,54 Euro (effektiver Jahreszinssatz: 5,64 % p.a.). Hinzu kommen noch die Eigenkapitalkosten der anderen 10.000 Euro (siehe unten).

Wollen wir das gesamte Auto fremdfinanzieren und möchten die 20.000 Euro Kreditsumme in 48 Monaten tilgen, müssen wir etwa 6% Zins (nominal) bezahlen. Bei einer monatlichen Rate in Höhe von 469,70 Euro, fallen insgesamt 2.545,66 Euro Finanzierungskosten an (effektiver Jahreszinssatz: 6,17%).

Pro Kilometer erhöhen sich die Kosten folglich um 0,005 Euro (10.000 €, nur Fremdkapital betrachtet) bzw. 0,0168 Euro (20.000 €).

Aufgrund der Tatsache, dass wir uns von den 20.000 € nicht zwingend ein Auto hätten kaufen müssen, sondern das Geld auch am Kapitalmarkt hätten anlegen können, müssen wir noch die kalkulatorischen Zinsen berechnen. Vereinfacht gesagt handelt es sich bei kalkulatorischen Zinsen um Zinsen, die erzielt worden wären, wenn Kapital – statt es für den Autokauf auszugeben – auf dem Kapitalmarkt angelegt worden wäre (Opportunitätsprinzip). Diese Zinsen betragen bei einem kalkulatorischen Zinssatz von 3% auf 12,4 Jahre 8.857,40 Euro, bzw. 0,0376€ / Kilometer.

Kombiniert mit den Finanzierungskosten bei Fremdfinanzierung ergeben sich Kosten pro gefahrenen Kilometer in Höhe von 0,04 Euro (10.000 € bei 36 Monaten) + Eigenkapitalzins für die anderen 10.000 Euro pro gefahrenen Kilometer in Höhe von 0,0188 € in Höhe von 0,0588 Euro.

Finanzieren wir das Fahrzeug vollständig mit Fremdkapital, kostet der Kilometer 0,0518 Euro (20.000 € bei 48 Monaten) bzw. 0,0376 Euro bei reiner Eigenfinanzierung.

Somit erhöhen sich die Gesamtkosten pro gefahrenen Kilometer auf 0,3085€ (Fremdfinanzierung: 10.000€ bei 36 Monaten, Eigenfinanzierung: 10.000€), 0,3015 Euro (Fremdfinanzierung: 20.000€ bei 48 Monaten, Eigenfinanzierung: 0€) bzw. 0,2873 Euro (100% Eigenfinanzierung).

Externe Effekte

Wenn man nicht nur die persönlichen, d.h. betriebswirtschaftlichen, Kosten messen möchte, sondern die wahren Kosten eines Kilometer Autofahrts berechnen möchte, so muss man auch den externen Effekten wie Umweltverschmutzung, Lärm, etc. einen Preis geben. So geht heutzutage ein großer Teil der Unfall- und Umweltkosten (Lärm, Luftschadstoffe), aber auch ungedeckte Infrastrukturkosten (Bau und Unterhalt der Verkehrsanlagen) zu Lasten der Allgemeinheit. Diese von den Verursachern nicht selber bezahlten Kosten bezeichnet man als externe Kosten des Verkehrs (siehe auch: „Was sind externe Kosten und Nutzen des Verkehrs?„). Diese von der Allgemeinheit getragenen Kosten sind im Preis für Mobilitätsleistungen, den der einzelne Verkehrsteilnehmer zu entrichten hat, nicht inbegriffen und werden deshalb bei der individuellen Verkehrsentscheidung auch nicht beachtet. Laut einer Studie des Bundesumweltamtes aus dem Jahre 2010 könnte eine Pkw-, die bei etwa 3-4 Euro pro 100 km liegt, diese Kosten kompensieren. Auf einen Kilometer gerechnet, ergäben sich somit zusätzliche Kosten in Höhe von 0,035€ (Mittelwert).

Die Kosten für den Ausstoß von wären jedoch in einer solchen Maut noch nicht inbegriffen. Am 06.01.2011 kosteten Emissionsrechte für den Ausstoß einer Tonne CO2 am Spotmarkt für EU Emission Allowances 14,26 €. Ein VW Golf in unserer Ausstattung emittiert laut Volkswagen 129 g CO2 pro Kilometer. Somit ergeben sich zusätzliche Kosten von 0,00183954 Euro pro Kilometer.

Möchte man die Kosten, die durch externe Effekte entstehen, in unsere Kalkulation mit einbeziehen, ergeben sich Gesamtkosten für einen Kilometer Autofahrt in Höhe von 0,3453 € (10.000€ fremdfinanziert bei 36 Monaten Laufzeit), 0,3383 € (20.000€ fremdfinanziert bei 48 Monaten Laufzeit) bzw. 0,3241 € (keine Fremdfinanzierung).

Für eine 100 Kilometer lange Fahrt mit dem Auto betragen die Kosten folglich 34,53 €, 33,83 € bzw. 32,41 €. Mehr als der durchschnittliche Autofahrer vermutet, nicht wahr?

Eine Fahrt vom Hamburger Hauptbahnhof zum Berliner Hauptbahnhof ist laut Google Maps genau 280 Kilometer lang. Die entsprechende Bahnfahrt kostet pro Person 59,00 Euro (IC) bzw. 73,00 Euro (ICE). Mit dem Golf würde dieselbe Strecke bei Alleinfahrt 96,70 €, 94,724 € bzw. 90,748 € kosten. Bei mehreren Fahrzeuginsassen reduzieren sich die Kosten pro Person natürlich entsprechend.

Aktualisierung am 15.01.2011 auf Kosten des Jahres 2011

Aktualisierung am 17.08.2014: Spezifizierung Werkstattkosten, Ausbesserung eines Rechenfehlers bei der Ermittlung des zu 50% über einen Kredit finanzierten Autopreises sowie Anpassung der restlichen Rechnung.

  1. AXA Verkehrssicherheits-Report 2009 – Eine länderübergreifende Studie zum Verhalten der Europäer im – 8.021 Befragte, Querschnitt durch die Bevölkerung im Alter ab 18 Jahre – http://www.axa.de/servlet/PB/show/1188882/AXA_Verkehrssicherheits-Report_2009_Studienergebnisse.pdf
  2. Bestand an Kraftfahrzeugen und Kraftfahrzeuganhängern in den Jahren 2001 bis 2010 nach Fahrzeugklassen mit dem Durchschnittsalter der Fahrzeuge in Jahren – Kraftfahrzeugbundesamt – http://www.kba.de/cln_005/nn_191188/DE/Statistik/Fahrzeuge/Bestand/Fahrzeugalter/b__alter__kfz__z.html
  3. vgl. Kraftfahrt-Bundesamt: Fachartikel: Fahrzeugalter Stand: 15.04.2011
  4. Zahlen und Fakten 2009, Seite 11 – Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe – 1. Juni 2010 – http://www.kfzgewerbe.de/fileadmin/user_upload/Presse/Zahlen_Fakten/Zahlen%20und%20Fakten%202010.pdf

Verfasst von:

Martin Randelhoff

Herausgeber Zukunft Mobilität. Studium der Raumplanung an der TU Dortmund, Studium der Verkehrswirtschaft an der TU Dresden. Ist interessiert an innovativen Konzepten zum Lösen der Herausforderungen von morgen insbesondere in den Bereichen urbane Mobilität, Verkehr im ländlichen Raum, Wirkung autonomer Fahrzeugsysteme und nachhaltige Verkehrskonzepte.

87 Kommentare

  1. Andreas

    Mir gefällt diese Zusammenstellung sehr gut! Vielen Dank! Ich erlaube mir, sie in den nächsten Tagen in meinem Blog zu erwähnen, da ich an einem Artikel über die Kritik an der Bahn arbeite. 32,- pro 100 km ist schon recht beeindruckend.

    Mir sind noch einige andere Kosten in den Sinn gekommen, die die allermeisten vergessen, z.B. Automobilclub-Mitgliedschaft, TÜV, Inspektionen, Reparaturen, Winterreifen, Zubehör. Im Einzelfall mögen diese Punkte nach Kleinkram aussehen, aber ich denke, dass sie noch ein wenig zur Verteuerung des Auto-Kilometers beitragen.

    Und da ich mich auch mit der Kritik an Reisezeiten beschäftige, hier noch der Hinweis, dass das Auto über die eigentliche Fahrtzeit hinaus viel Zeit kostet, die einen aber nicht einen Meter voranbringt, wie z.B. Tanken, Reifen- u. Öl-Kontrolle, Autopflege, Parkplatzsuche.

    Vielen Dank und einen frohen Gruß – andreas

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    • Martin Randelhoff

      Hallo Andreas,

      erstmal Danke für das Lob.:-)

      Inspektionen, Reparaturen, TÜV, etc. sind bereits im Punkt „Instandhaltungen eingerechnet. Natürlich kann man den Artikel noch erweitern und stärker ins Detail gehen. Auf den Kilometer gesehen, dürfte sich allerdings nicht viel ändern.

      Zubehör, etc. lässt sich leider nicht verallgemeinern. Daher wollte und konnte ich hier keinen Pauschalbetrag angeben. Das Gleiche gilt für Autowäschen: manche fahren ein Mal in der Woche in die Waschanlage und lassen ihr Auto wachsen, versiegeln, etc. und manch andere waschen ihr Auto alle sechs Monate selber. Aber ich denke, dass sich jeder die individuellen Kosten seines Autos selber ausrechnen kann. Ich weiß auf Anhieb nicht, ob es dafür geeignete Rechner und Skripte im Internet gibt, aber ich denke schon. Ansonsten hilft auch Stift, Papier und ein Taschenrechner oder Excel.

      Zeit für die Pflege des Autos, die Suche nach einem geeigneten Parkplatz, der Bau und der Unterhalt einer Garage, etc. sind nur schwer quantifizierbar und hängen immer von den äußeren Gegebenheiten ab. Eigentlich müsste man den Kilometerpreis etwas höher ansetzen. Das wird mir aber ein wenig zu intransparent.

      Viele Grüße
      Martin

      PS: Ich würde mich über einen Link zu dem Bahn-Artikel (wenn er denn online ist) sehr freuen. Kann auch ruhig hier in den Kommentaren sein. ;-)

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    • tine

      auch ich habe noch weitere kosten entdeckt:
      – fahrzeit: während der fahrzeit z.b. mit der bahn können sie etwas anderes machen – z.b. arbeiten.
      bei 100€/h und 100km/h könnte man so 1€/km dazu rechnen … vielleicht sollte man die berechnung etwas realitischer gestalten ;)

      indirekte kosten:
      ein auto braucht eine strasse, eine strasse muss gebaut werden und so entstehen kosten.
      keine ahnung, wieviel z.b. in deutschland pro jahr für instanthaltung und neubau ausgegeben wird, aber teilen wir das einfach durch die gefahrenen kilometer und schon haben wir wieder kosten

      strafen:
      natürlich sind die höhe und die anzahl der strafen vom fahrer abhängig und können dementsprechend reduziert werden. aber irgendjemand bezahlt diese strafen – und es sind jedenfalls autofahrer. also muss man sie auch ins kilometergeld einrechnen. individuell kann der wert allerdings vernachlässigbar sein

      vielen dank für diesen gut recherchierten artikel.

      Antworten
  2. Yasmin

    Lieber Martin,

    danke für diese transparente, nachvollziehbare Berechnung, die hoffentlich Eingang findet in so manche Studie, die sich mit volkswirtschaftlichen Kosten für Mobilität beschäftigt.
    Zur Ergänzung möchte ich an dieser Stelle auf die Berechnungen des VCÖ verweisen, der 2010 einige typische österreichische Pendlerstrecken auf ihre Kosten untersucht hat. Verblüffenderweise kam nicht nur heraus, dass die Öffis günstiger sind, sondern auch, dass sie in einigen Fällen sogar SCHNELLER sind!
    Leider finde ich die Original-Studie nicht, daher der Link zur Presseaussendung:

    http://j.mp/z0KvcZ

    Viele Grüße und weiter so,
    Yasmin

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  3. Anselm

    Die Absicht des Artikels ist löblich, allerdings sinken die angesetzten Kosten – wenn ich das richtig sehe, ich habe es nicht nachgerechnet – bereits mit einem Jahr längerer Nutzung deutlich. Auch eine Mehrnutzung bedeutet geringere Kosten. Will heißen, je mehr ich fahre, desto weniger kostet der Kilometer.

    Das soll natürlich nicht der ursprünglichen Zielsetzung des Artikels entgegenwirken, ist aber wichtig, wenn man die Fixkosten aufteilt, wie Sie es tun.

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    • Martin Randelhoff

      Hallo Anselm,

      es stimmt dass sich die Kostenfunktion regressiv entwickelt, insbesondere wenn man wie ich die Fixkosten auf die gefahrenen Kilometer aufteilt. Durch die höhere Fahrleistung kommt es allerdings zu höheren Verscheliß und somit zu höheren Wartungskosten. Man müsste daher die Fixkosten als sprungfixe Kosten ansetzen was die ganze Rechnung aber ungleich komplizierter macht. Ich überlege mir da mal etwas… ;-)

      Antworten
      • Dr. Ralf Andreas Jakobi

        Sehr geehrter Herr Randelhoff,

        Ihr Berechnungsbeispiel für die PKW-Kosten mag den durchschnittlichen Fall recht gut repräsentieren. Allerdings werden Anschaffungspreis, Wertverlust, Inspektion, Reparatur, Steuer und Versicherung in den Hintergrund gedrängt, wenn man das Fahrzeug entsprechend lange nutzt (was man sich als Privatmann durchaus leisten kann). So habe ich mal die Kosten überschlagen, welche mir mein alter Astra Turbodiesel-Kombi seit seiner Anschaffung 1993 bereitet hat und durch die Gesamtfahrstrecke von 600000 km dividiert. Im Ergebnis lag ich bei knapp 15 Cent für jedes gefahrene Kilometer. Der Löwenanteil dabei geht zu Lasten der Treibstoffkosten.
        Vergleiche ich das Automobil mit öffentlichen Verkehrsmitteln, so muß ich als Automobilbesitzer beachten, daß Steuer und Versicherung auch dann zu Buche schlagen, wenn Klein-Brummi in der Garage steht und ich mich mit der Bahn herumärgere. Ins Gewicht fallen dann nur Betriebsmittelkosten und Fahrzeugverschleiß.
        Konsequenz: Es gibt kein Patentrezept; die Kosten eines Automobils hängen immer von der individuellen Anschaffung und Nutzung ab. Durch wirtschaftliches Fahrverhalten kann man die Treibstoffkosten deutlich senken. Ich habe jedenfalls die DIN-Verbrauchswerte fast immer deutlich unterboten, ohne den Betrieb aufzuhalten.

        Antworten
  4. andi

    Hallo Martin – danke für diese interessante Auswertung! Eventuell habe ich darin einen Fehler gefunden oder mein Gedankenweg ist falsch, weshalb ich Dich Folgendes fragen wollte:
    Du gehst beim Durchschnittsalter eines hier zugelassenen PKW gemäß KBA-Zahlen aus von 8,1 Jahren. Soweit, sogut.
    Dann rechnest Du den Wertverlust aus: 19.995€ Anschaffungspreis geteilt durch 8,1 Jahre = 2.468,52€, was bedeutet, dass das Musterauto nach 8,1 Jahren einen Wert von 0€ hat.
    Ich verstehe die Zahlen des KBA derart, dass alle PKW, die 2010 zugelassen (also weiterhin unterwegs) waren im Schnitt 8,1 Jahre alt waren. Bei Deiner Herangehensweise jedoch hat die gesamte Fahrzeugflotte einen Wert von 0,0€, weil ein PKW im Schnitt ja nur 8,1 Jahre alt wird.
    Verstehst Du meinen Gedankengang?
    Gruss aus München, andi

    Antworten
    • Martin Randelhoff

      Moin Andi!

      Ich verstehe was du sagen willst. Ich habe nach der Nutzungsdauer von 8,1 Jahren eine Liquidationserlös von 0 Euro angesetzt. Das ist natürlich falsch… ;-)

      Ich habe auch erst in einer Studienarbeit eine Preisverfallsanalyse von Pkw durchgeführt, weiß also dass sich der Gebrauchtwagenpreis eher nach einer e-Fkt. bzw. einer weiteren multiplikativ verknüpften Regressionsfunktion entwickelt. Aber ich sag dir gleich: wir befinden uns dann bereits in einem komplexen mathematischen Modell, dass ich unmöglich in einfachen Worten beschreiben kann (so wie ich es mit diesem Artikel versucht habe).

      Um das ganze einfacher zu halten, berechne ich das kurz nochmal neu und nehme als Basis das Alter der Außerbetriebsetzungen. Das KBA hat einen Wert von exakt 10 Jahren (inklusive kurze Außerbetriebssetzung durch Autohäuser, u.a.) ermittelt, ich passe die Rechnung aber auf zuletzt (2006) sauber ermittelten Wert von 12 Jahren an. Die Jahre davor betrug er auch immer 11-12 Jahre, das dürfte also der realistischere Wert sein. ;-)

      Aber vielen Dank für den Hinweis!

      Antworten
  5. Hans Jörg Schneider

    Wo sind die Steuern für öV?

    Antworten
    • Martin Randelhoff

      Was meinen Sie für Steuern?

      öV = öffentlicher Verkehr?

      Antworten
      • Hans Jörg Schneider

        Zahlt man keine Steuern für den öffentlichen Verkehr?

        Eine Fahrt vom Hamburger Hauptbahnhof zum Berliner Hauptbahnhof ist laut Google Maps genau 280 Kilometer lang. Die entsprechende Bahnfahrt kostet 59,00 Euro (IC) bzw. 73,00 Euro (ICE). Mit dem Golf würde dieselbe Strecke 121,88 €, 94,724 € bzw. 90,748 € kosten.

        z.B. Stuttgart 21 würde mehrere Milliarden Kosten und das nur für Stuttgart. Die Infrastruktur muss also von den Steuerzahlern bezahlt werden. Es kostet also einbisschen mehr als die 59 oder 73 Euro.

        Wenn man es genau nehmen würde :)

        Ich fahre ja selber Zug, also nicht böse gemeint :)

        Antworten
        • Martin Randelhoff

          Natürlich wird ein Teil des Steueraufkommens für den Bau der Infrastruktur genutzt. Der Fernverkehr ist ja eigentlich eigenwirtschaftlich betrieben, wird aber natürlich konzernintern mit dem Nahverkehr verrechnet.

          Im Fahrpreis des Fernverkehrs werden von Seiten der DB der Kosten der Trasse und der Verkehrshalte eingerechnet. Diese Mittel fließen durch die Gliederung des DB-Konzerns intern an die DB Netz und die DB Station&Service.

          Würde ich die Kosten des Baus der Infrastruktur hier mit in den Fahrpreis einbeziehen, müsste ich gleichzeitig die Mittel für den Straßenbau ein- bzw. herausberechnen. Ein Teil der Kfz-Steuer wird für die Straßenverkehrsinfrastruktur berechnet, allerdings fließt die Kfz-Steuer nicht im vollen Umfang ein (alle Finanzverwaltung). Man müsste auch die Steueranteile der Ökosteuer, Kraftstoffsteuer herausrechnen. Die ganze Rechnung wird somit äußerst komplex und wandelt aich von einer betriebswirtschaftlichen Betrachtung zu einer volkswirtschaftlichen…

          Aber im Allgemeinen haben Sie Recht. Aber das wäre eher ein Thema für Wie teuer ist ein Kilometer Bahnfahrt was aber durch die Komplexität des Systems Bahn (alleine die Simulation des Stromverbrauchs der Elektrolokomotiven hängt von über 10 Faktoren ab) sehr schwierig ist…

  6. Christoph

    Diese km-Preise dürfen in der Realität deutlich höher sein. Alleine z.B. Parkgebühren schlagen bei jeder Stadtfahrt mit erfahrungsgemäß durchschnittlich 5-8 EUR/2h (hier in München) zu Buche.
    Aber diese km-Preise schrecken keinen ab, der schon ein Auto besitzt. Weil mit jedem gefahrenen km der Preis/km etwas sinkt.
    Dieser km-Preis beeindruckt Menschen die kein Auto besitzen und sich überlegen eins zu kaufen. Dann merkt man nämlich, dass Monatsticket für U-Bahn, ab und zu Taxi und Bahncard25 viel viel günstiger ist.

    Allerdings werden Autos auch vielfach versteckt subventioniert, ohne dass man es merkt. Und so werden sie wieder billiger. Nur ein Beispiel: bei uns in der Nachbarschaft werden Häuser gebaut. Tiefgaragenplätze werden je Stellplatz für 18.000 EUR verkauft (Zwang). In der Garage sind 10 Stellplätze vorhanden. Die Garage kostet aber sehr wahrscheinlich das Doppelte bis Dreifache. Die Differenz werden den Häusern aufgeschlagen. So wird wohnen noch teurer.

    Antworten
    • Martin Randelhoff

      Naja, es kommt drauf an. Die Kosten sinken nicht zwingend mit jedem zusätzlichen Kilometer. Grenzkosten können nur bis zu einem bestimmten Punkt sinken, das geht wirtschaftlich nicht anders.

      Grenzkosten sinken so lange wie die Skalenerträge dies zulassen, d.h. ein zusätzlich gefahrener Kilometer den Fixkostenanteil je Kilometer minimiert. Ein anderer Faktor ist jedoch die Zeit. Wir haben jeden Tag nur ein bestimmtes Budget Zeit zur Verfügung, das wir im Auto verbringen können. Der Rest geht ab für Essen, Schlafen, Arbeiten (vorausgesetzt dass wir das nicht auch noch im Auto machen). Die meisten menschen können also gar nicht die kostenminimale Fahrleistung erbringen. Daher ist das Verkehrsmittel Pkw ja teilweise so ineffizient (gar nicht zu sprechen vom durchschnittlichen Besetzungsgrad von 1,6…).

      Bei der Pkw-Nutzung spielt ja nicht nur die wirtschaftliche Seite eine Rolle, sondern auch der Komfort oder das vielbeschworene „Freiheitsgefühl“. Die Verkehrsmittelwahl wird ja von mehreren Einflussgrößen determiniert (als erstes von der Verfügbarkeit). Da spielen auch sozio-ökonomische Faktoren eine Rolle. Ab einem gewissen Einkommen ist es mir egal, wie viel die Autofahrt kostet. Deswegen kriegt man den in New York den Anteil der Pendler, die mit dem Pkw nach Manhattan kommen (sind nur noch 10 Prozent) nicht weiter gesenkt, weil es ihnen egal wäre, wenn ich 50 Dollar pro Fahrt nach Manhattan nehme…

      Und es kann schon stimmen, dass mein berechneter Wert zu gering ist. Darüber lässt sich immer streiten. Man müsste dann den Einzelfall betrachten und dies mit Hilfe standardisierter Größen bewerten.

      Wegen der Parkplätze:

      Jeder Bauher hat die Herstellungspflicht für Stellplätze in ausreichender Zahl und Größe. Das ist in den Bauordnungen der Länder geregelt (eingeführt 1939 mittelsReichsgaragenordnung; „Verursacherprinzip“). Wenn es baulich nicht möglich ist oder die Kommune den Bau von weiteren parkplätzen beschränkt, kann man diese Pflicht auch ablösen indem man Geld bezahlt. Diese Mittel werden dann von der Kommune wieder in den Ruhenden Verkehr (sprich Parkplätze) investiert (müssen sie, ist zweckgebunden, kann aber auch an anderer Stelle sein, teilweise auch für Verkehrsverlagerungsmaßnahme).

      Gefordert sind bei normalen Wohnhäusern 1-2 Stellplätze je Wohnung sowie 1-2 Fahrradstellplätze, für Bürogebäude, usw. natürlich entsprechend mehr. Es ist also relativ egal ob man den Stellplatz kauft oder nicht. Er muss vom Bauherren irgendwie umgelegt werden: entweder weil er physisch errichtet wird oder weil er abgelöst wird. Das zu ändern wäre Aufgabe des Gesetzgebers… ;-)

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  7. Martin

    Für Autofahrer, die ab und zu das Auto stehen lassen und mit öffentlichen Verkehrsmittel fahren, ist diese Berechnung nicht hilfreich, da die Fixkosten des Autos weiter bestehen und die eingesparten Abnutzungskosten und sonstige eingesparten Kosten verhältnismäßig gering sind und somit kaum ins Gewicht fallen.

    Wir verzichten seit einigen einigen Wochen auf einige Fahrten mit dem Auto und benutzten stattdessen öffentliche Verkehrsmittel. Wenn sich unser Verhalten so weiterentwickelt, könnten wir ca. 1000 km jährlich eingespart haben.

    Geldmäßig werden wir nichts gespart haben, denn wenn man unsere jährliche Kilometerleistung (Leistung ist ja an dieser Stelle ein komisches Wort) von ca. 20000 km sieht, wird der Wertverlust und werden die Reraraturen durch unserere eingesparten Kilometer kaum beeinflusst werden.

    Also kann ich bei einer Gegenüberstellung der Kosten Auto/ÖPNV, beim Auto eigentlich nur die Spritkosten ansetzten.

    Oder wie sehen Sie das?

    Gruß
    M

    Antworten
    • Martin Randelhoff

      Hallo Martin,

      du hast Recht, dass die volle Ersparnis nur bei vollständiger Stilllegung / Abschaffung des Fahrzeugs eintritt.

      Durch Ersatz einiger Autokilometer durch Fahrten mit demÖPNV / Rad / zu Fuß können nur die fahrleistungsabhängigen Kosten für Kraft- und Schmiersstoffe, kilometerabhängiger Verschleiß (Reifen/Bremsen), usw. eingespart werden.

      Wir haben in einer Studienarbeit die verschiedenen Einflussgrößen auf die Gebrauchtwagenpreise untersucht. Für den Wertverlust eines Fahrzeuges spielen v.a. die Fahrleistung und die Zeit eine Rolle (ob das Fahrzeug bewegt wird oder nicht wird zunächst vernachlässigt). Jeder Kilometer, der nicht mit dem Fahrzeug zurückgelegt wird, ist werterhaltend. Das genaue Niveau lässt sich allerdings nicht ex ante festlegen sondern muss für jedes Fahrzeug einzeln ermittelt werden. Hier spielen Ausstattungsmerkmale, Motorentechnologie, Facelifts, usw. eine große Rolle.

      Für einen direkten Vergleich mit dem ÖPNV sollten folgende Kosten mit einfließen:

      Kraftstoffe
      variable Werkstatt-, Pflege- und Instandhaltungskosten (Reifen, Autowäsche, usw.)
      kilometerabhängige Wertverlust (Richtwert: bis 3% des Listenpreises je 10.000km)

      Natürlich kann man vereinfachend nur den reinen Spritpreis ansetzen. Allerdings wird bei einer solchen Rechnung der ÖPNV (fast) immer schlechter abschneiden als der eigene Pkw, da die ÖPNV-Fahrkarte voll als Fahrtkosten angesehen werden, die beim eigenen Pkw stärker versteckt sind. Beim Auto sind die Fixkosten der größte Teil (Anschaffung des Autos, Kfz-Steuer, Kfz-Versicherung, usw.). Je nach Fahrzeuggröße kann der Fixkostenanteil das zwei- bis dreifache der variablen Kilometerkosten betragen. Werte, die die meisten Autofahrer erstens nicht erwarten und zweitens nicht in die Vergleichsrechnung mit dem ÖPNV einbeziehen.

      Rein hypothetisch könntest du dir ja auch überlegen wegen der häufigen Fahrten mit dem ÖV ein kleineres Auto als heute anzuschaffen oder ganz auf den eigenen Pkw zu verzichten und Strecken, die nicht mit Bus und Bahn zurückgelegt werden können, mit Carsharing, usw. zu erledigen. Die Differenz der Anschaffungskosten eines größeren Fahrzeugs gegenüber dem kleineren Fahrzeug könnte man dann auf den Kilometer umlegen und als indirekte Einsparung dem ÖV gutschreiben. Oder nur noch die Carsharingkosten ansetzen. In diesem Fall würde die Einsparungen viel deutlicher erkennen. Oder man wartet einfach auf einen Benzinpreis in Höhe von drei Euro oder mehr…

      Gruß!
      Martin

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      • Martin

        Hallo Martin,

        es ist natürlich schade, dass es sich für die 40 Millionen Autofahrer in Deutschland (scheinbar) erstmal finanziell nicht lohnt, ab und zu öffentliche Verkehrsmittel zu benutzten, wenn sie weiterhin ihr Auto besitzen.

        Wodurch kann es sich aber trotzdem finanziell lohnen?

        Ich bin ein Schönwetterradler und mag es absolut nicht, bei Regen, Wind, Eis und Schnee mit dem Rad zu fahren. Aber trotzdem gibt es ja von April bis Oktober auch für mich sehr häufig die Möglichkeit, mit dem Rad zu fahren. Diese Fahrten beeinflussen bei der Kostengegenüberstellungen Auto – „ÖPNV-Rad-zuFuss“ die Zahlen zugunsten „ÖPNV-Rad-zuFuss“

        Eine weitere Möglichkeit wäre es, die Anzahl an Fahrten mit ÖPNV so steigern, dass sich eine Monatskarte lohnt. Damit würde der Fahrpreis pro Fahrt mit dem ÖPNV sinken.

        Außerdem stellte ich bei meinen Dokumentationen fest, dass wir in der letzten 2 Jahren ca. 21000 km jährlich gefahren sind, das entspricht einer monatlichen Kilometerleistung von 1750 km. Seit dem wir angefangen haben, manchmal öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen, belaufen sich diese Fahrten auf ca. 100 km im Monat.
        Das würde bedeuten, dass wir 1650 Kilometer mit dem Auto gefahren sein müssten. SIND WIR ABER NICHT! In Wirklichkeit sind wir nur 1200 Kilometer gefahren. Es scheint also so zu sein, dass alleine das permanente Aufschreiben der Fahrten dazu geführt hat, unnötige Fahrten zu unterlassen. Und dieser Anteil scheint reletiv hoch zu sein. Der Beobachtungszeitraum ist jedoch noch relativ kurz. Mal sehen, ob sich die Zahlen langfristig bestätigen.

        Gruß

        Martin

        Antworten
        • Martin Randelhoff

          Hallo Martin,

          ein sehr interessanter Kommentar. Wenn man objektiv an die Wahl des Verkehrsmittels geht, unterlässt man einige Fahrten bzw. wählt den ÖPNV, das Rad oder geht zu Fuß. Die Kosten werden einem einfach bewusster. Denselben Effekt hat man beim Carsharing feststellen können. Je nach Struktur der Stadt werden zudem 4,6 bis 20 Pkw durch ein Carsharing-Fahrzeug ersetzt. Hier sinkt der Flächenverbrauch.

          Ein kleiner Denkanstoß: Man könnte auch darüber nachdenken, das Fahrzeug mit Nachbarn zu teilen und dadurch die Fixkosten auf mehrere Schultern zu verteilen. Die Einsparungen durch den Zeitverlust sind ansonsten zu hoch, sodass man bei einer Fahrleistung von 1.200 km pro Jahr weitaus höhere Kilometerkosten hat als in der obigen Rechnung angesetzt. Das kann man recht schön über eine Abfrage in der Schwackeliste oder DAT errechnen. Durch die Einsparung von 450 km/Monat spart man bei den variablen Kosten etwa 50 Euro (Ich hab mal 11 Cent je km angesetzt). Also etwa 1-1,5 Monatskarten für den ÖPNV (kommt ganz auf die Stadt an). Aufs Jahr wären das immerhin schon über 700 Euro. Und wenn man sich ein kleineres Auto kauft und das mit den Nachbarn teilt, kann man sicherlich einige tausend Euro pro Jahr sparen. Man müsste das für jedes einzelne Fahrzeug nur genau durchkalkulieren (hier bietet sich beispielsweise der ADAC Autorechner an, auch wenn das ein paar Euro kostet).

          Carsharing lohnt sich bei einer Fahrleistung von über 14.000 Kilometer voraussichtlich nicht. Wenn überhaupt ein passendes Carsharing-Angebot an deinem Wohnort existoert…

          Aber auf jeden Fall eine spannende Sache. Mich interessiert das wie viel Fahrten vermieden werden, wenn man sich über die genauen Kosten Gedanken macht und die verschiedenen Optionen miteinander vergleicht. Sollte man auf jeden Fall dran bleiben!

  8. Michael

    Interessanter Artikel, danke!

    Eine Anmerkung aber: Zum korrekten Vergleich Bahn/Auto muss man bei der Bahn entweder die externen Kosten (CO2, allgemein finanzierte Infrastruktur etc.) mit einbeziehen so wie beim Auto, oder sie in beiden Fällen weg lassen.

    Interessant wäre, die Grenzkosten zu ermitteln, also was kostet ein weiterer gefahrener Kilometer. Da die Grundkosten (Steuer, Versicherung etc.) gleich bleiben, würden hier nur die zusätzlichen Kosten einfließen. Zur Abwägung, ob man jetzt einmal mit der Bahn oder dem Auto fährt, wäre dieser Wert viel interessanter. Wenn es darum geht, die Anschaffung eines Autos überhaupt in Frage zu stellen, ist natürlich Dein Rechnungsansatz der richtige.

    Viele Grüße
    Michael

    Antworten
    • Martin Randelhoff

      Hallo Michael,

      du hast natürlich Recht, dass diese Betrachtung einige Schwächen aufweist. Für einen korrekten Vergleich müsste man definitiv die genauen Kosten eines Kilometer Zugfahrts inklusive externen Kosten der Eisenbahn ermitteln (insbesondere Lärmkosten und Kapitalbindung). Das kann ich aber mit meinen Mitteln nicht darstellen. Mit diesen Daten geht die Deutsche Bahn sehr restriktiv um. Ich habe das im Rahmen einer Seminararbeit über ein S-Bahnsystem erlebt…

      Und eine Grenzkostenbetrachtung wäre definitiv interessant und würde das ganze in ein neues Licht rücken. Ich denke sowieso darüber nach, diesen Artikel nochmals komplett neu und ein wenig strukturierter zu erstellen. Das wird durch die aktualisierten Zahlen ein wenig unübersichtlich. Und in diesem Rahmen könnte man auch die Grenzkosten ermitteln.

      Gruß,
      Martin

      Antworten
      • Frank Kutzner

        Die Verbraucherzentrale bietet ein Tool auf ihrer Homepage, mit dessen Hilfe sich Autofahrer die betriebswirtschaftlichen Kosten und die verursachten CO2-Emissionen ihrer Autofahrten und möglicher Alternativen berechnen und visualisieren lassen.
        Zudem gibt es noch weitere Informationen und einen wissenschaftlichen Hintergrundbericht.
        => http://j.mp/O2jQDz

        Antworten
        • Martin Randelhoff

          Hallo Frank,

          vielen Dank für den Hinweis. Den Rechner wollte ich mir schon länger einmal anschauen. Wurde mir in letzter Zeit öfters empfohlen.

          Was mir bei einem ersten Blick allerdings negativ aufgefallen ist, sind die vielen Werte, die man selber noch eintragen muss. Hier wären ein paar genormte Wert vielleicht besser. Das macht der ADAC Autokostenrechner etwas besser, da ich hier nur ein Fahrzeug wähle und mir alle Werte dann automatisch genannt werden. Was sich der ADAC ja auch bezahlen lässt.

          Gruß,
          Martin

          PS: Gruß an Udo!

  9. Tobias

    Tolle Zusammenstellung, die Berechnung der Gesamtsteuerlast ist mir jedoch ein Rätsel. Wenn das Jahr 2011 zugelassen wird, gelten entsprechend die Grenzwerte für das Jahr 2011 für den gesamten Lebenszyklus des Fahrzeugs. Die erhöhten CO2-Grenzwerte gelten doch eigentlich (und wie bereits im Artikel geschrieben) nur für Neuzulassungen in den jeweilig folgenden Jahren. Für die Berechnung dieses Beispiels fällt also 12,4 Jahre * 42 Euro Steuerlast an – pro km also 0,22 ct

    Antworten
    • Martin Randelhoff

      Da der Golf über die gesamte Laufzeit die gleichen Emissionen ausstößt, die Grenzwerte jedoch schrittweise abgesenkt werden, muss eine größere CO2-Überschreitung abgegolten werden. Daher steigt die CO2-abhängige Steuerlast und damiot die Gesamtsteuerlast über die Zeit.

      Jedenfalls habe ich das bisher so verstanden.

      Gruß,
      Martin

      Antworten
  10. Alexander

    Es ist nie gut, einen Artikel objektiv zu gestalten aber am Ende nur ein Fazit zu zulassen.

    Der folgende Teil klingt so wunderbar einfach und weise. Applaus dafür.

    „Eine Fahrt vom Hamburger Hauptbahnhof zum Berliner Hauptbahnhof ist laut Google Maps genau 280 Kilometer lang. Die entsprechende Bahnfahrt kostet 59,00 Euro (IC) bzw. 73,00 Euro (ICE). Mit dem Golf würde dieselbe Strecke 121,88 €, 94,724 € bzw. 90,748 € kosten. Nur mal so als kleiner Denkanstoß. ;-)“

    Ich habe nun einen kleinen Denkanstoß für Sie.
    Gehen wir davon aus, ich fahre die Strecke mit der Bahn und lasse das Auto stehen, muss aber dennoch alle Wartungsintervalle und Prüfungen im nächsten Jahr einhalten. Wie sieht wohl die nächste Bilanz aus? Die Kosten für jeden Kilometer werden sich weiter erhöhen, weil das Auto steht. Deshalb lasse ich das Auto öfter stehen, das ist jedenfalls das Ergebnis ihres „Denkanstoßes“ und im nächsten Jahr steigen die Kosten je Kilometer erneut. Steuern, Versicherung sind nicht 1:1 an die Laufleistung gebunden und müssen in jedem Fall gezahlt werden. Umso weniger man mit dem Auto fährt, desto größer wird der Einfluss der Nebenkosten.

    Ihre Rechnung zeigt eigentlich nur Eins, wir müssen mehr Auto fahren!

    Großartiger Artikel.

    Antworten
    • Martin Randelhoff

      Es zeigt nur, dass der Fixkostenanteil steigen mag, wenn das Fahrzeug weniger genutzt wird. Sie lassen aber außer Acht, dass der kilometerabhängige Wertverlust mit einer stärkeren Wichtung eingeht als die Steuer, Versicherung, usw.

      Wenn Sie nur die Fixkosten auf den Kilometer umlegen, haben Sie sicherlich Recht. Allerdings spielen in der Praxis die variablen Kosten und der fahrleistungsabhängige Zeitverlust die größere Rolle. Sie werden für einen Gebrauchtwagen, der 5 Jahre alt ist und 10.000 Kilometer gelaufen ist, sicherlich eine weitaus höhere Zahlungsbereitschaft haben als für einen mit 70.000 km Fahrleistung.

      Und es hat schon einen Grund wieso objektive Berechnung und ein subjektiv eingefärbtes Fazit voneinander getrennt sind…

      Antworten
  11. joergy

    Hi,
    Danke für diese aktualisierte Gesamtdarstellung. Interessant wäre es tatsächlich etwas über den zeitlichen Verlauf von Wartungskosten und Unfallkosten zu wissen, um diese zu berücksichtigen.
    Persönlich glaube ich, macht es einen enormen Unterschied, ob man ein Auto neu kauft und am Ende verschrottet, oder ein 2-3 jähriges kauft und dann nach z.B. 5 Jahren verkauft. Das kann natürlich nicht jeder machen, aber die Kosten dürften drastisch sinken.

    Und ausserdem wäre noch wichtig zu berücksichtigen wieviele Personen im Schnitt „transportiert“ werden, um es besser mit Bahnfahrten u.ä. zu vergleichen.
    Beste Grüße
    J

    Antworten
    • Martin Randelhoff

      Hallo joergy,

      das ist richtig. Das wäre definitiv interessant zu wissen. Allerdings ist das für mich nicht darstellbar, da ich keine statistische Daten nach Raparaturart bzw. Verschleißgrad der Fahrzeuge in Abhängigkeit der Zeit habe. Modellierungstechnisch wäre dies bei einer ausreichend großen Stichprobe mittels multivariater Regression sicherlich lösbar.

      Und bei drei bis vier Jahre alten Gebrauchten ist ein großer Teil des Wertverlustes bereits eingepreist. Mit solchen Fahrzeugen fährt man definitiv günstiger als mit Neuwagen. Für eine Analyse müsste man hier eine Gesamtanalyse des deutschen Gebrauchtwagenmarkts für VW Golf durchführen. Wenn ich einmal viel Zeit und Langeweile haben sollte, schau ich mir das mal an.

      Und natürlich spielt der Besetzungsgrad eine Rolle. Bei einem durchschnittlichen Besetzungsgrad von 1,6 Personen / Pkw in Deutschland kommt man beim obigen Ergebnis raus. Eine fünfköpfige Familie dürfte in den meisten Fällen mit dem Auto günstiger fahren als mit der Bahn.

      Wie gesagt: Man könnte noch sehr viel in dem Bereich machen, allerdings ist das für mich als einzelne person mit begrenzter Zeit und begrenzten Mitteln nicht umsetzbar.

      Viele Grüße,
      Martin

      PS: Ich bitte um Entschuldigung, dass die Antwort so lange gedauert hat. Ich war im Ausland und hatte ein bisschen viel zu tun. Sorry!

      Antworten
  12. Michael

    Excellenter Artikel.

    In der naechsten version wuerde ich gerne diese
    Fakten beleuchtet haben:

    a) Was passiert, wenn der Benzinpreis in der zukunft hoch geht (wird er wohl sicher!!)

    b) Wie ist die rechnung fuer ein elektroauto.

    c) Wie viele Leute sitzen im durschnitt im auto? vielleicht 1.7? Dann muss man das bei der bahn
    ja anders rechnen!

    d) Irgendwie muessen wir ein unfall risiko einberechnen. vielleicht mit durchschnittsschaden * unfallwahrscheinlichkeit.

    e) dann sollten wir nicht davor zurueckschrecken, auch mal irgendwie auch immer den Komfort des autos zu beruecksichtigen. „2 Kisten Bier kaufen“ ist schlecht mit der bahn. Auch „Ich kann auf der party trinken“ wenn ich mit dem Zug nach hause fahre sollte mit drin sein. Ich verstehe, dass ich nicht leicht, aber wir sollten mal irgendwo anfangen das zu bewerten und dann in der zukunft verbessern.

    f) andere preise gehen die naechsten 12 jahre auch hoch, TUV, reifen, etc. Nur die abschreibung bleibt konstant.

    g) wie sieht die rechnung fuer einen Jahreswagen/gebrauchten aus?

    h) routine maintenance mit orignalteilen oder mit drittherstellern. Wieviel spart das?

    j) Parkgebuehren, schneeketten, etc.

    Antworten
  13. M. Heller

    Hallo Herr Randelhoff,

    in der Zusammenfassung der Kosten ab dem Abschnitt der kalkulatorischen Zinsen ist meiner Meinung nach die erste Zahl um 9 ct/km zu hoch. Richtig müsste es doch lauten: 0,3085 € anstelle von 0,3985 €.

    „Somit erhöhen sich die Gesamtkosten pro gefahrenen Kilometer auf 0,3985€ (10.000€ bei 36 Monaten), 0,3015 Euro (20.000€ bei 48 Monaten) bzw. 0,2873 Euro (Eigenfinanzierung).“

    Oder habe ich irgendetwas übersehen? Die beiden anderen Zahlen sind aber richtig und nachrechenbar.

    Da auf diesen Summen jeweils die weiteren Kosten addiert werden, ergibt sich dann für die halbe Fremdfinanzierung jeweils mit dem hartnäckigen Fehler, also 9 ct/km zu hoch.

    Bitte um Hinweis, ob und wo ich falsch gerechnet habe liege.

    Beste Grüße und Danke

    M. Heller

    Antworten
    • Martin Randelhoff

      Hallo Herr Heller,

      vielen Dank für den Hinweis. Ich werde dem Rechenfehler auf den Grund gehen, weiß aber selber nicht genau was da passiert ist. Leider habe ich die Exceldatei gerade nicht bei mir, sodass ich das erst am Wochenende prüfen kann.

      Ich würde Sie solange um Geduld bitten.

      Viele Grüße,
      Martin Randelhoff

      Antworten
    • Martin Randelhoff

      Hallo Herr Heller,

      der Vollständigkeit halber, auch wenn schon einige Zeit vergangen ist: Sie haben natürlich Recht!

      Ich habe den Fehler entsprechend korrigiert. Vielen Dank für Ihren Hinweis.

      Mit besten Grüßen,
      Martin Randelhoff

      Antworten
  14. Uwe Engels

    Hallo Martin,

    vielen Dank für Deine profunde Ausarbeitung. Sicherlich kann der eine oder andere Parameter hinterfragt oder muss auch nur aktualisiert werden. Aber Deine prinzipielle Vorgehensweise ist logisch.

    Wesentlich ist mir, das Ergebnis Deiner Berechnung weiterzuführen. Ich habe auf der Basis Deiner Kalkulation die „wahre PKW-Geschwindigkeit“ ermittelt. Dazu dividiere ich die Jahresfahrleistung durch die gesamte Zeit, die wir im Auto und für das Auto benötigen.

    Ich komme nur auf 18,3 km/h! Mit dem Fahrrad bin ich persönlich schneller. Details dazu in meinem Blog:
    http://j.mp/RAUnnb

    Wir können uns in Details wie Abnutzungsgraden, Finanzierungskosten etc. verlieren. Mit der „wahren PKW-Geschwindigkeit“ können wir die Kosten eines Autos in Bezug auf unsere Lebensqualität und auch ander Verkehrsmittel ganz anders einschätzen.

    Herzliche Grüße aus Deiner Heimatregion

    Uwe

    Antworten
  15. Student

    Kraftstoffkosten

    „Der durchschnittliche Benzinpreis für ein Liter Super Plus“

    -Der Golf benötigt kein Super Plus, sondern kann auch E10 tanken. Die Kosten stimmen für den jetzigen Benzinpreis aber trotzdem.

    „Da der Benzinverbrauch real eher bei 7,1 Litern auf 100 Kilometer als bei 6,2 Litern liegen dürfte, ergeben sich Treibstoffkosten auf 100 Kilometer in Höhe von 1081€.“

    -10,81€

    Umgerechnet auf einen Kilometer entspricht dies 0,1081 Euro.

    Antworten
  16. phil

    Daher ergibt sich für das Jahr 2011 eine Steuerlast von 42€, für das Jahr 2012 / 2013 eine Steuerlast von 62€ und für die Jahre 2014 – 20xx eine Steuerlast von jeweils 92€. Für den Zeitraum von 8,1 Jahren ergibt sich folglich eine Gesamtsteuerlast in Höhe von 1.030,80€.

    Aufgeteilt auf 235.141 Kilometer ergibt sich somit ein steuerinduzierter Kostenanteil von 0,004€ (~1 Cent) pro Kilometer.

    Die die 8,1 Jahre – also das durchschnittliche Alter aller derzeit angemeldeten Fahrzeuge in der Rechnung zu suchen hat ist mir nicht ganz klar. Die 12,4 Jahre sind auch hier anzusetzen. Ich bin mir sicher, dass dieses Durchschnittsalter an keiner Stelle eine Rolle in de Rechnung spielt, wenn man sie so aufzieht wie hier.

    Auch interessant sind die in den Kommentaren verlinkte Aufschlüsselung der wahren Geschwindigkeit. ABER – ich habe schon erlebt, dass Leute davon ausgingen man könne beide Betrachtungen einfach kombinieren. Das geht nicht. Denn entweder ich spare die Kosten für ein Auto oder ich verzichte auf das Geld und spare mir die Arbeitszeit. Beides geht natürlich nicht.

    phil

    Antworten
    • Martin Randelhoff

      Hallo phil,

      die Betrachtung ist wie gesagt etwas schwierig. Theoretisch müsste man für jedes Jahr eine explizite Kostenaufstellung machen. Allerdings wird das recht schwierig, was die anderen Kostenblöcke angeht. Insbesondere die Instandhaltungs- und Verschleißkostenanteile haben eine sehr starke Zeitkomponente.

      Aus Vereinfachungsgründen habe ich den Verschleiß auf 12,4 Jahre runtergerechnet und aus diesem Grund das Gleiche mit den Steuern gemacht. Ist zwar nicht 100% korrekt, aber ie einzige Möglichkeit für mich das zu berechnen.

      Und die Zeitgewinne müssen natürlich immer auf die Nutzenseite übertragen werden. Allerdings ist es eben immer die Frage, ob in einer etwas größeren Stadt der ÖPNV und das Fahrrad nicht schneller sind als der Pkw. Man muss hier ja immer die komplexe Reisezeit beachten, also Zu- und Abgangszeit sowie Zeit für die Parkplatzsuche, usw. mit einbeziehen.

      Viele Grüße,
      Martin

      Antworten
  17. Günther

    Hallo. Wie immer lesenswert.

    In der Kalkulation fehlen mir aber bei den externen Kosten die Gesundheitskosten, die hier http://j.mp/qS7rF2

    besprochen werden.

    Nicht wenige Autoren, Stadtplaner und Politiker bezeichnen die sinkenden Gesundheitskosten als maßgeblichen Faktor für den return on cash bei einer Änderung des Modal Split weg vom mot. Verkehr.

    Das ist die volkswirtschaftliche Seite.

    Der Mensch denkt leider eher betriebswirtschaftlich.
    Versteht man sparen so: Take four for the price of two!
    – dann kann man kaum mehr Geld sparen, als wenn man jeden Weg mit dem Auto erledigt.

    Antworten
  18. Dennis

    Berechne noch den Wert der Nerven, die bei der Parkplatzsuche in Städten draufgehen und ich bin zufrieden ;)

    Antworten
    • Christoph

      Dann muss aber auch der Wert der Nerven für verspätete/ausgefallene Züge mit hinein ;-) (Nerven für Stau auf der Straße natürlich ebenfalls)

      Antworten
  19. Stefan

    Super Artikel!
    Habe mir vor kurzem eine ähnliche Rechnung aufgestellt, die deiner Berechnung sehr nahe kommt.
    Bei mir kämen noch die Punkte
    a) Kosten für eine Garage (60,-)/ monatlich hinzu.

    b) Und nicht zu vergessen: Auto-Fahrzeit ist für mich i.d.R. „tote Zeit“ (wenn es nicht gerade mal Spaß macht). Ich nutze täglich 1,5 h Fahrzeit in der Bahn zum Lesen. Im Auto hätte ich ca. 1h „vergeudet“.

    An alle Bahnfahrer, die sich über verspätete Züge aufregen: lieber 15 Min am Bhf länger stehen, als 1h im Stau!

    Schönen Gruß

    Antworten
  20. Carl

    Interessante Ansätze.

    Eine Tabellarische Auflistung hab ich auch hier gefunden:
    http://j.mp/WMI2Ps

    die Preise bewegen sich zwischen 0.26Eur/km (Citroen C1) und 2.85Eur/km (S65AMG.. :) ), der Golf Comfortline kommt dort auf 0.43Eur/km

    Grundsätzlich bin fahre ich auch lieber Bahn, finanziell und aus Überzugung. Dennoch etwas „konservativ“ (also in dem Fall die Meinung zu sehr die Preise hochtreiben) erscheint mir:

    Wenn ein Reifen 70 000 km hält, und ich 235 000 km mit meinem Auto fahre, dann brauch ich also 235/70 = 3.3 sprich 4 sätze Reifen. Das aufs Jahr runterzurechnen, dann zu runden und anschliessend wieder zu multiplizieren ist ja ein Rundungsfehler.

    Die kalkulatorische Zinsen also Kosten anzusetzen halte ich eigentlich nicht für gerechtfertigt. Erstens würde sich kein normaler Mensch für 6% Geld leihen, um es dann für 3% anzulegen, zweitens könnte man dann auch Lotto ansezten mit einem Gewinn von 1000 000x eingesezter Summe. Ausserdem muss man sie ja eben nicht bezahlen.

    Was die Bahnfahrt angeht: dass ich, selbst beim berechnen aller Kosten, mit dem Auto, wenn ich alleine fahre, nur 90.7Eur / 73.0Eur = 1.24x mehr kostet, finde ich sehr erstaunlich und spicht sehr gegen die Bahn. Fahren Sie mal zu zweit.

    Antworten
    • Martin Randelhoff

      Ahllo Carl,

      zunächst vorab: Diese Aufstellung kann natürlich nicht alle Eventualitäten abdecken. Dazu sind die Unterschiede beim Nutzungsverhalten, den Ausstattungsmerkmalen, usw. zu groß. Die Rechnung soll nur als Beispiel dienen wie man Fahrzeugkosten eigentlich rechnen müsste. Der ADAC-Autokostenrechner macht das auch zu einem gewissen Teil, lässt aber meiner Meinung nach wichtige Kostenstellen weg.

      Zum Thema Reifen: Man kann das so sehen, allerdings werden die wenigstens Menschen nur drei von vier Reifen tauschen, da diese ja meist gleichmäßig abgefahren sind. Ich bin davon ausgegangen, dass alle Reifen zu einem gewissen Grad (sagen wir der Einfachheit halber 90%) abgefahren wurden und dann der gesamte Satz getauscht wird. Rein rechnerisch würde man natürlich mit 1 oder 2 Reifen weniger auskommen, die aber finanziell dann nicht mehr so stark ins Gewicht fallen. Theoretisch könnte man Reifen ja auch noch runderneuern, wenn man denn will…das ist auch ncith mit in die Rechnung eingeflossen.

      Die kalkulatorischen Zinsen sind essentiell wichtig, da sie die Opportunitätskosten des Kapitals einpreisen. Dr Verzicht auf das Auto und die Alternativanlage der verfügbaren finanziellen Mittel muss irgendwie eingepreist werden. Ansonsten wird die Rechnung verzerrt…

      Die Bahn hat durchaus einige Probleme mit ihrem Tarifsystem. Preislich gibt es einen gewisse Entfernung, die ab 2 Personen mit dem Pkw weitaus günstiger ist als mit der Bahn. Dies kippt aufgrund der Entfernungsdegression der Bahnpreise ab einem gewissen Level (ich hab an dieser Stelle mal etwas dazu geschrieben: http://j.mp/WE0KWS
      ). Muss man aber immer für die jeweilige EInzelstrecke betrachten. Ganz interessant sind auch Familien, bei denen Kinder unter bzw. über 14 Jahre alt sind. Dieser Geburtstag ändert an der Rechnung sehr viel, da ab diesem Alter Kinder bei der Bahn zahlen müssen…

      Theoretisch müsste man bei der Berechnung auch die Nutzenseite relationsabhängig etwas näher betrachten. Welche Zeitgewinne habe ich im Vergleich Pkw / Bahn und wie setze ich die theoretisch Arbeitszeit im Zug an, die ich im Gegensatz zum Auto (Fahrer) gewinne… Viele Fragen, wenig Antworten kann ich da nur sagen. Ist leider für mich persönlich nicht darstellbar, da der Aufwand zu groß ist. :-/

      Viele Grüße,
      Martin Randelhoff

      Antworten
      • Johnny

        Für jemanden der viele Fernreisen unternimmt, lohnt sich immer ein Pkw. Ist es ein gebrauchter, lohnt es sich umso mehr, da der Anschaffungspreis fast(je nach Auto) zu vernachlässigen ist.
        Wir Fahren alle zwei Wochen zu Freunden von uns. Fahrtstrecke insgesamt ca. 400km.
        Der Zeitaufwand mit der Bahn liegt bei ca. 6-7 Stunden, wenn wir nicht von jemanden abgeholt werden. Kosten für 2 Personen mit Bummelzug ca: 50€(Bus-Bummelzug-Bahn) bei beschränkter Gepäckmitnahme. Gesamtkosten ca. 100€ für 2 Personen Hin- und Rückreise. bei Gesamtzeit von ca. 12-14 Stunden.

        Zeitaufwand mit Pkw beträgt ca.2-3 Stunden.
        Verbrauch mein Pkw ca. 40 Liter. Kosten ca. 60€.
        Grob gerechnete Gesamtaufwendung im Jahr für Pkw 2000€.
        Gesamtkosten ca. 100€ für Reise mit Pkw nur für diese zwei Reisen. Zeitaufwand ca. 4-6 Stunden.

        Bei Betrachtung des Zeit/Kostenaufwands ist der Pkw ca. 50% günstiger als die Bahn.

        Antworten
        • Johnny

          Leider hab ich mich verrechnet, da ich etwas abgelenkt wurde. Natürlich sind die Kosten beim PKW grob geschätzt 200€. für 400km im Monat. Somit kostet eine Reise bei einem gleichem Kosten/Zeitaufwand ungefähr gleich viel.

          Mit meiner Meinung auch mit einem klaren Vorteil für den Pkw, da man mehr Gepäck transportieren kann und das Auto auch für Fahrten am Ziel benutzt werden kann. Zudem ist der Zeitaufwand um die Hälfte geringer. Egal was man in den 12 Stunden Reisezeit machen kann, ist man doch froh, dass die Reise nach 6 Stunden zu Ende ist.

  21. Hermann Kempter

    Vielen Dank für die ausführliche Kostenanalyse.
    Bin „auf dem Dorf“ aufgewachsen und wohne auch so. Daher geniesse ich die Vorzüge des Individualverkehrs mit dem eigenen Auto.Im unregelmäßigen Schichtbetrieb zum weit entfernten Arbeitsplatz war ich auch darauf angewiesen.Durch langjährige Nutzung(gemittelt 16 Jahre),unfallfeies Fahren und Eigenwartung hatte ich weit niedrigere Kosten, als von Ihnen angesetzt.Als Haupt-Kostenverursacher/treiber sehe ich sowohl die hohen Neuwagen-als auch die weit überhöhten Ersazteilpreise.
    Zustände wie in der früheren DDR mit fast keinen Autos wünsch’ich mir nicht- man denke nur an die Auswirkung auf unsere Wirtschaft! Mehr als 50 Prozent aller Arbeitsplätze hängen angeblich direkt oder indirekt an unserer Autoindustrie – Wo bleibt „die Freude am Fahren“?
    Eine bewußt sprit-sparende Betriebsweise wünsch ich mir jedoch schon!Zu dieser Bewußtseinsschärfung kann Ihre Auflistung durchaus beitragen.
    Daß als „Ausgleichsmaßnahmen“ für neue Umgehungsstraßen direkte Verbindungen zwischen Teilorten gesperrt werden und so für kurze Distanzen ein mehrfaches an Umweg erforderlich werden halte ich genauso wie generelles Tempo 30 auf Durchgangsstraßen für „Schwachsinn“, weil beide Maßnahmen der Umwelt durch den Mehrverbrauch Schaden zufügen!

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  22. Armin

    „Für eine 100 Kilometer lange Fahrt mit dem Auto betragen die Kosten folglich 43,53 €, 33,83 € bzw. 32,41 €. Mehr als der durchschnittliche Autofahrer vermutet, nicht wahr?

    Eine Fahrt vom Hamburger Hauptbahnhof zum Berliner Hauptbahnhof ist laut Google Maps genau 280 Kilometer lang. Die entsprechende Bahnfahrt kostet 59,00 Euro (IC) bzw. 73,00 Euro (ICE). Mit dem Golf würde dieselbe Strecke 121,88 €, 94,724 € bzw. 90,748 € kosten. Nur mal so als kleiner Denkanstoß. ;-)“

    Das stimmt soweit schon, nur fehlt mir da noch ein Aspekt. Was ist wenn ich die Reise zu viert antrete? Dann zahle ich für die Bahn das vierfache. Für die Fahrt mit dem PKW aber sicher nicht. Die Kosten sind dann durch den höheren Spritverbrauch villeicht um 10-20% (Schätzung!!!) höher und nicht 4 mal so hoch. Nur mals so als keiner Denkanstoß ;-)

    Antworten
  23. Henry

    Prinzipiell sehr aufschlussreiche Rechnung.
    Allerdings liegt der durchschnittliche Gebrauchtpreis für o.g. Golf je nach Zustand bei ca. 4000 – 6000 Euro.

    Ich behaupte mal, niemand mit halbwegs Verstand verschrottet oder verschenkt sein Auto nach der durchschnittlichen Nutzungsdauer.Man sollte also den Wiederverkaufswert mit einkalkulieren.

    Noch mehr Sinn macht es,statt einem Neuwagen einen Gebrauchtwagen zur Kalkulation heranzuziehen,was wesentlich realistischer ist.

    Antworten
  24. M_Net

    Hallo,

    beim Zwischenwert im Abschitt „Kraftstoffkosten“ stimmt die Einheit nicht, statt „0,2497 Cent“ müsste dort „0,2497 Euro“ stehen. Im selben Abschnitt müsste es zudem statt „in Höhe von 1081€“ „in Höhe von 10,81€“ heißen.

    Antworten
    • Martin Randelhoff

      Hallo!

      Das ist natürlich richtig. Der Fehler ist mittlerweile korrigiert.

      Danke!
      Martin

      Antworten
  25. Jeremy Boissel

    Unglaublich €228 Instandsetzungs- und Wartungskosten im Jahr! Wenn ich mit andere Leute über ihre Reparaturkosten für PKW rede, kann da was nicht stimmen. Im Jahr, wer zu Arbeit 20km/Tag mit dem Fahrrad fährt muss mit ca. €200-€250 Instandsetzungs- und Wartungskosten rechnen.

    Allein 2 Michelin Energy Saver+ Reifen ohne Montage wären ca. €228 und das ist nicht alles, was im Jahr anfällt! Diese Zahlen sollten nachgeprüft werden.

    Antworten
    • Martin Randelhoff

      Alle hier genannten Zahlen sind Durchschnittswerte über die Gesamtlebensdauer eines Fahrzeuges. Bei Neuwagen ergibt sich in den ersten Jahren ein Instandhaltungsaufwand nahe Null. Bei älteren Fahrzeugen steigt dieser natürlich stark an. Bei jungen Fahrzeugen werden Reifen u.ä. auch nicht getauscht, sondern erst nach einer gewissen Laufleistung…

      Aber natürlich kann man über die Zahl diskutieren. Diese wurde auch nicht von mir ermittelt, sondern vom Deutschen Kraftfahrzeuggewerbe angegeben. Über die rechnerische Zusammensetzung dieser Zahlen habe ich jedoch keine Kenntnis.

      Antworten
  26. Jeremy Boissel

    Aber genau das meine ich Martin, ich hätte die €228 / Jahr NUR auf die ersten 2 Jahre getippt. Das kann kein Langzeitrechnung sein!

    Als ich selbst die Reparaturen und Wartungen vorgenommen habe, kam ich nicht so günstig davon weg. Mein Chef mit neuem VW Sharan kann auch gerne die erste Inpektionrechnung zeigen, denn schon die liegt über €228. Diese Zahl ist leider nicht nur optimistisch sondern kann einfach nicht sein. Deutschen Kraftfahrzeuggewerbe rechnet falsch oder meinen was anderes aber bestimmt nicht die jährliche Instandsetzungskosten. Ich werde einfach mein Mechaniker da fragen aber alle hier im Raum sind einig: Der Zahl ist nicht zu gering sondern viel zu gering.

    Antworten
    • Martin Randelhoff

      Okay, ich werde beim Deutschen Kraftfahrzeuggewerbe mal nachfragen, ob sie mir die Zusammensetzung dieses Betrages nennen können. Dann kriegen wir da vielleicht mal ein bisschen Licht ins Dunkel…

      Antworten
      • V.K.

        Ich finde Ihren Artikel gelungen weil sie dabei
        erfrischend gründlich vorgehen :-)

        TIP:

        Beim Thema Versichrung müßte man sich nicht auf einen Tarif festlegen, wenn sie die km-Kosten in Anhängigkeit vom Tarif in einer Tabelle darstellen würden.

        Des weiteren fällt mir zum Vergleich: PKW-ÖVM ein,
        daß in öffentlichen Verkehrsmitteln Gefahren und Bußgelder entfallen, die im Idividualverkehr gibt.

        Bei all den Rechnungen sind auch die Zusatzkosten durch Staus nicht mit eingerechnet.

        Antworten
  27. unbrakeable

    Hallo Martin,

    dies ist ein wirklich guter und systematischer Versuch, die wahren Kosten eines Pkw hochzurechnen! Viele Autofahrer machen sich in diesem Punkt nämlich etwas vor.

    In den 80er Jahren hat auch die Stiftung Warentest eine ähnliche Untersuchung sogar anhand mehrerer Pkw der Golf-Klasse gemacht. In diesen Vergleich flossen mit ein
    – Anschaffungspreis
    – Aufpreise für vergleichbare Ausstattung
    – Steuer
    – Versicherung
    – Wartung
    – Verbrauch (Kosten aufgrund des realen Testverbrauchs unter identischen Bedingungen, kein Normverbrauch!)
    – Reparaturen (statistisch hat ein Fzg. dieser Klasse während der mehrjährigen Haltungsdauer einen kleinen Schaden an der Front (Stoßstange, Kotflügel, Haube, Scheinwerfer etc.), der den Fahrzeugen in einem (leichten) Crash-Versuch zugefügt und dann wirklich repariert wurde, und einen Parkrempler an einer Ecke des Hecks, für den die Reparaturpreise unter Annahme der defekten Teile lediglich theoretisch ermittelt wurden)
    – Wiederverkauf

    Die Zahlenwerte habe ich jetzt leider nicht mehr parat, aber die Quintessenz:

    Der Wagen, der in der Anschaffung am günstigsten war, war der Toyota Corolla, gefolgt vom Fiat Uno. Der Golf landete weiter hinten. Ich glaube sogar, in diesem Punkt war er Letzer.

    Nach Berücksichtigung der ganzen anderen Kostenarten ergab sich aber ein anderes Bild: Das Auto, das über mehrere Jahre gerechnet am wenigsten Kilometerkosten verursachte, war der VW Golf, knapp gefolgt vom Fiat Uno. Der Toyota fiel u. a. aufgrund der teuren Ersatzteile weiter zurück.

    Trotzdem wurde damals der Golf von vielen befragten Kaufinteressenten und auch in der Presse als teures Auto eingestuft und kommuniziert. Ganz im Gegensatz zum Toyota Corolla, der gerne als Musterbeispiel eines guten Preis/Leistungsverhältnisses dargestellt wurde.

    Angeregt davon ermittelte ich für meine Fahrzeuge auch jeweils immer die wahren Kosten.

    Erschrocken war ich, als mich 1991/92 ein Golf II GTI bei einer Laufleistung von 45.000 km in 15 Monaten mehr kostete, als meine damalige Wohnung an Miete.

    Am Beispiel meines 93er VW Vento mit 1,8-l-Motor (55 kW = 75 PS), den ich von 2004 bis 2013 zwischen km-Stand 109.000 und 311.000 fuhr, bedeutete diese Aufstellung im Detail:
    – Wertverlust: 2.500 €
    – Wartung: 154 €
    – Steuer (D3): 1.103 €
    – Versicherung (HP + TK): 2.900 €
    – Reifen: 700 €
    – Ersatzteile: 1.770 €
    – Reparaturen: 3.640 €
    – Ölwechsel (15.000-km-Intervall): 560 €
    – Wagenpflege: 108 €
    – HU/ASU: 363 €
    – Zubehör: 90 €
    – Kraftstoff: 18.220 €
    – Erstattungen (Vers., Steuer, Verkauf): 380 €
    Summe aller Kosten über 203.000 km: 32.500 €
    oder umgelegt auf den Kilometer: 0,16 €/km.

    Nicht berücksichtigt sind die Zinsverluste über 9 Jahre durch die Anschaffung (Ausgabe von 2.500 €) und Bußgelder (Summe ca. 80 €).

    Gespart habe ich durch die eigene Durchführung vieler Wartungsarbeiten, die Wahl günstiger Einkaufsquellen und Werkstätten (z. B. für Ölwechsel) und natürlich durch eine verbrauchsgünstige Fahrweise (lt. damaliger Norm 7,6 l/100 km; real 6,6 l/100 km über ca. 200.000 km; siehe Posten „Kraftstoff“!).

    Jedenfalls habe ich jetzt einen besseren Überblick über die Bedeutung der Kostenarten, auch wenn der Vergleich mit einem aktuellen Fahrzeug sicherlich hinkt, z. B. im Punkt „selbst durchführbare Wartung“. ;-)

    Schönen Gruß

    Antworten
  28. Vinzenz

    Die Emissionszertifikatepreise haben ja nichts mit den verursachten Kosten zu tun. Sinnvoller wäre es m.E. diese Studie heranzuziehen:
    http://j.mp/IjSBGK

    Dann werden allerdings aus den 0,1ct schnell 5ct!

    Antworten
  29. Christoph

    Spannender Artikel, Martin!
    Allerdings sehe ich eine große Schwäche in der Kostenrechnung, den Du auch schon indirekt angesprochen hast. Und zwar gibt es Leute, die gar nicht auf das Geld achten, und deswegen auch keine Preisvergleiche zwischen den verschiedenen Verkehrsmitteln anstellen. Dies sind dann auch die Leute, die sich Neuwagen kaufen bzw. leisten können. Für die sind die Kostenrechnungen also irrelevant, auch wenn sie mit Öffis sehr viel günstiger als mit einem Neuwagen fahren würden.
    Alle, die aber wirklich schauen, dass sie möglichst günstig Verkehrsmittel nutzen, kaufen sich einen gebrauchten Wagen. Daher ist der große Posten „Wertverlust“ bei diesen Personen sehr viel geringer, sodass die Kosten des Autos pro Kilometer genau bei diesen Personen sehr viel geringer ausfallen. Daher wäre eine Rechnung, die einen geringeren Wertverlust ansetzen würde, sehr viel praxisrelevanter. Beispiel: ich habe für meinen PKW mit 90.000 KM rund 5.000 Euro bezahlt. Wenn man von den 235.000 KM ausgeht, und der Wagen auch danach noch 500 Euro Wert ist, ergibt sich ein Kilometerpreis von 3,1 Cent. Dies wirkt sich dann auch auf einen ggf. nötigen Kredit und dessen Kosten aus.
    Auch der angenommene Versicherungspreis erscheint mir eher zu hoch anstatt zu niedrig. Bei 32 Mio Autofahrern und 2,4 Mio Unfällen, hat jeder Autofahrer durchschnittlich eine SF-Klasse von 13, und somit nur 35-40% Kosten, statt wie bei der gerechnet, 70%.

    Die Kosten für die externen Effekte müsste man dann auch nochmal um die bereits durch den Sprit (den diese Kosten wurden schon berechnet) bezahlten Kosten für Straßenbau verringern.

    Und eigentlich müsste man dann auch noch Taxikosten berechnen für alle Wege, bei denen man schwere Dinge transportieren muss (und hier sind die Kilometerkosten definitiv höher).

    Insgesamt finde ich daher die Berechnung, die oben gemacht wurde, zu „parteiisch“, auch wenn ich selbst in der Stadt fast ausschließlich Öffis benutze. Aus eigener Erfahrung, ohne es konkret ausgerechnet zu haben, glaube ich, dass das eigene Auto trotzdem meist günstiger ist als der komplette Umstieg auf Öffis. Zumindest, wenn man 1-2 Mal im Monat mittellange Strecken zurücklegt (100-200 km). Wenn man in einer Großstadt wohnt und selten lange Wege zurücklegt, ist dies natürlich etwas anderes.

    Antworten
  30. Andreas

    Ich finde Ihre Rechnung sehr gut zusammen gestellt. Man kann sicherlich einzelne Parameter beeinflussen (Fahrzeugwahl, Versicherungstarife, Werkstattkosten usw.) aber im Grundsatz passt die Rechnung was ein Kilometer in etwa kostet. Ich hoffe das jeder Autofahrer von diesen Kosten nicht wirklich überrascht ist.

    Trotzdem kurz zwei Punkte dazu:
    1. Wenn man zu zweit im Auto sitzt, kostet die Fahrt mit dem Auto immer noch gleich viel (leicht erhöhten Kraftstoffverbrauch kann man annehmen aber ich denke der Gewichtsanstieg spielt auf langen Fahrten keine große Rolle, da bei höheren Geschwindigkeiten der Luftwiderstand den weitaus größeren Anteil am gesamten Fahrwiderstand hat). Der Preis für die Bahnfahrt ist allerdings doppelt so hoch.

    2. Meine Frau und ich wohnen recht exakt zwischen unseren beiden Arbeitsplätzen. Ich habe es jeweils 6 Monate ausprobiert mit ÖPNV und mit dem Auto zur Arbeit zu kommen. Mit dem Auto brauche ich wenn es gut läuft 20min, wenn es schlecht läuft 50min (von Haustür zum Schreibtisch). Mit ÖPNV brauche ich konstant 1h20min. Macht pro Tag 1h bis 2h mehr die ich mit meiner Tochter verbringen kann und das ist für mich unbezahlbar!
    Meine Frau bräuchte mit ÖPNV übrigens 2,5h zur Arbeit statt ca. 40min konstant mit dem Auto. Wir haben Fahrgemeinschaften wann immer es möglich ist (zeitlich nicht immer ganz einfach wegen der Tochter).

    Die Schlussfolgerung kann natürlich lauten, dass die öffentlichen Verkehrsmittel besser ausgebaut werden müssten (besonders im Falle meiner Frau) aber ich beurteile hier den aktuellen Stand.
    Arbeiten während der Fahrt mit ÖPNV kann ich übrigens vergessen, da ich erstens eine Arbeit mit hoher Geheimhaltung ausübe und zweitens das morgendliche Gedränge in S- und U-Bahn es nicht möglich machen einen Laptop zu halten.

    Ich verfolge Ihren Blog dennoch mit Interesse, als Denkanstoß ist er auf jeden Fall hilfreich.

    Antworten
  31. Patrick

    Ich finde ihren Text sehr gut.

    Doch ich möchte noch zu Bedenken geben, dass bei den allermeisten Menschen die Wahl des Verkehrsmittels nicht von den „harten Faktoren“, wie den Kosten, sondern von den „weichen Faktoren“, also Komfort und Reiseerlebnis abhängt.
    Daher kann man Autofahrern tausendmal sagen, das der Umstieg auf die Bahn billiger ist, es wird sie leider nicht wirklich interessieren.

    Solange in ihren Köpfen noch die Vorstellung vom 4-A-ÖPNV herumgeistert, wird sich nichts ändern.
    Gleiches gilt für die Politik, die diesen dann nicht im erforderlichen Maße fördert.

    Es hat also sehr viel, wenn nicht sogar überwiegend mit Psychologie zu tun. Das soll nur mal eine Anmerkung sein.

    Antworten
  32. Wolfgang Debus

    danke Martin für diesen außergewöhnlich gut geratenen Artikel mit genauen Berechnungen!
    Ich habe für unser letztes Auto ziemlich gleiche Berechnungsmaßstäbe angelegt, war vor drei Jahren auf einem Kilometerpreis von 19 Ct, dann stieg er kurzfristig durch zwei sehr teure Reparaturen auf 23 Ct, ist inzwischen wieder auf unter 20Ct gefallen.
    Das Auto ist 12 Jahre alt, gut 300.000 km, Gesamtdurchschnitt 3,5 Liter Diesel, Karosserie wie neu, keine Teile bisher korrodiert oder erneuert (allerdings halte ich Aluminium inzwischen nicht mehr für verantwortbar, genausowenig wie den Individualverkehr), noch immer die erste Batterie, trotz Stopp-Start), kein neuer Auspuff… ein leises, schnelles, sparsames Wunderauto, Produktion 6.500 Fahrzeuge, nach gut 5 Jahren eingestellt.(Audi A2 1,2L)
    Ich fahre (mit71) fast nur noch Pedelec (auch bei diesen Fahrzeugen wird sehr viel Betrug und Selbstbetrug bezüglich der wahren Kosten und der Umweltverträglichkeit betrieben)
    Aber meine Frau kommt öffentlich sehr umständlich zu ihrer Arbeitsstelle (zwischen 3,5 und 4,5 Stunden für 100km), die sie in der Woche 1 bis 2mal anfahren muss, mit dem Auto zwischen 60 und 75 Minuten, kostenmäßig allerdings das Doppelte.
    Ivan Illig hat einmal festgestellt, dass der Durchschnittsamerikaner, wenn er alle Zeit rechnet, die er für das Auto aufwendet, im Schnitt noch 5 Km mit dem Fahrzeug in der Stunde vorwärtskommt.
    (leider weiß ich nicht mehr, in welchem seiner Bücher das steht)
    erst wenn der letzte Tropfen Erdöl gefördert ist…
    haben wir neue Spielformen entwickelt!
    ein Gutes 2014!

    Antworten
  33. Erich

    Hallo, Martin,
    danke für Deine Berechnung! Ist sehr hilfreich.

    Ich glaube, die Kapitalkosten hast Du doppelt einfließen lassen. Entweder habe ich den Kaufpreis-Betrag auf dem Sparbuch oder ich nehme einen Kredit. Die Kapitalkosten sind in jedem Fall nur einmal anzusetzen, denk ich.

    Du kannst noch einen Flüchtigkeitsfehler beheben; bei den Kraftstoffkosten schreibst Du: „Somit ergibt sich ein Zwischenwert von 0,2497 Cent für einen Kilometer Autofahrt (100 km = 24,97€)“.

    Antworten
    • Martin Randelhoff

      Hallo Erich,

      „Ich glaube, die Kapitalkosten hast Du doppelt einfließen lassen. Entweder habe ich den Kaufpreis-Betrag auf dem Sparbuch oder ich nehme einen Kredit. Die Kapitalkosten sind in jedem Fall nur einmal anzusetzen, denk ich.“

      Die Opportunitätskosten des Kapitals (Opportunity Cost of Capital) müssen in die Rechnung mit eingehen. Wenn du dein Geld für den Kauf eines Pkw verwendest, verzichtest du auf entsprechende Zinserträge des Sparbuchs (da kommt sowieso nur wenig rum, aber das gleiche Prinzip geht auch mit Fonds, Aktien, Rentenpapieren, Gold und anderen Anlageformen). Rein rechnerisch sind diese “entgangenen Gewinne” als Kosten zu betrachten. Du musst also die “Kosten” für dein Eigenkapital mit in die Rechnung einbeziehen.

      Der Fehler ist mittlerweile behoben. Danke für den Hinweis!

      Viele Grüße,
      Martin

      Antworten
  34. solea

    „Eine Fahrt vom Hamburger Hauptbahnhof zum Berliner Hauptbahnhof ist laut Google Maps genau 280 Kilometer lang. Die entsprechende Bahnfahrt kostet 59,00 Euro (IC) bzw. 73,00 Euro (ICE).“

    + Taxi zum und vom Bahnhof :-)

    Antworten
  35. Yupp Strunk

    schon klar…genauso berechne ich auch meinen nettostrompreis…€/kwh+anschaffungskosten meiner e-geräte+reparatur…komm dann auch auf einen nettostrompresi von 1,78€ die Kwh….funktioniert auch mit geschirr und möbel…man hab ich ne teure couch…

    Antworten
    • Martin Randelhoff

      Sie haben leider einen kleinen, jedoch schwerwiegenden Denkfehler: Sie haben das Ergebnis, welches mithilfe eines Elektrogerätes erzielt wird, als Zielgröße und nicht den Strompreis. Wenn Sie mit Ihrem Wasserkocher Wasser kochen, haben Sie vollkommen richtig gerechnet: Die Kosten des heißen Wassers setzen sich aus den Kosten für das Wasser, den benötigten Strom, den anteiligen Anschaffungskosten des Wasserkochers und, falls gewünscht, einer Rücklage für eine Ersatzbeschaffung zusammen. Das haben Sie vollkommen richtig erkannt, nur auf die falsche Bezugsgröße bezogen.

      Kleiner Hinweis nebenbei: Der Strompreis wird Ihnen bereits zu den Vollkosten in Rechnung gestellt. Denn ihr Energieerzeuger wird Ihnen auch den Bau und Betrieb des Kraftwerks sowie der Leitungen mit allen Ersatz- und Nebeninvestitionen in Rechnung stellen. Darauf können Sie sich verlassen…

      Antworten
  36. Klaus

    Hallo, Herr Randelhoff,

    „In diesem Artikel steckt viel Arbeit“, man könnte es auch als Fantasie und Halbwissen titulieren.

    Mehr als eine Stunde oberflächlicher Recherche und 10 Minuten, um die Daten in ein Spreadsheet einzugeben kann ich hier nicht erkennen, die teilweise guten Ansätze werden nur sehr oberflächlich abgearbeitet.

    Wenn Sie von Durchschnittswerten ausgehen, ist selbstverständlich auch bei den Kosten nicht von einem Neufahrzeug auszugehen, sondern von dem Wert eines durchschnittlichen, 8,1 Jahre alten PKW.

    Bei Ihrer Betrachtung gehen Sie nicht darauf ein, dass sich z.B. der durchschnittliche Treibstoffpreis in den vergangenen 12,4 Jahren faktisch verdoppelt hat.

    Unlauter ist es, die Opportunitätskosten als Soll- und Habenzinsen doppelt in die Berechnung einfließen zu lassen. Entweder ich habe das Kapital oder ich muss es mir mangels Liquidität leihen.

    Halbwissen beweisen sie, indem Sie die Kosten für die Infrastruktur nochmal zusätzlich obenauf rechnen, obwohl diese bereits [b]mehrfach[/b] durch die im Benzinpreis enthaltenen Steueranteile (derzeit rd. 0,90 €/ltr.!)abgegolten sind (im Gegenteil: PKW-Fahrer subventionieren andere Bereiche der Staatsausgaben mit quer!)

    Die Co2-Abgabe der EU ist willkürlich festgelegt und hat mit tatsächlich entstehenden Kosten überhaupt nichts zu tun, hat somit keinerlei Relevanz und gehört nicht in die Kostenaufstellung. Diese Kosten sind bereits von der Industrie in den Endverbraucherpreisen einkalkuliert/berechnet.

    Der Instandhaltungsaufwand ist genauso oberflächlich/willkürlich recherchiert, die tatsächlichen Kosten sind wesentlich höher. Die angegebenen Kosten reichen gerade so eben für die Wartungskosten nach Herstellerangabe, Kosten für anfallende Reparaturen (Anm: Unglückliche Auswahl des 1.2 TSI-Motors, wo die gelängten Steuerketten reihenweise ausgetauscht werden müssen und der Turbo kaum 235.000 km unbeschadet übersteht) oder auch Kosten Reifen sind nicht in den „moderat erscheinenden“ 228 EUR includiert. Die angegebenen Werkstattstundensätze erscheinen allenfalls für kleine, freie Werkstätten adäquat und werden von den Vertragswerkstätten bei weitem Überschritten, hier werden Endkunden bereits Beträge bis über 120.- EUR + Mwst berechnet. Die Kosten alleine für einen Wartungsdienst für den Golf liegen bei einer Vertragswerkstatt je nach Wartungsumfang bei ca. 268 – 379 EUR (aber von Händler zu Händler unterschiedliche Stundensätze als Berechnungsgrundlage). Tatsächliches Wartungsintervall für den Golf ist übrigens alle 15000 km (bzw. einmal pro Jahr) ein Ölwechsel, alle 30000 km (bzw. alle 2 Jahre) eine kleine Durchsicht und alle 60000 km (bzw. alle 3 Jahre) eine große Inspektion.

    Den Vogel schießen Sie aber mit Ihrer imaginären, in der Glaskugel gesichteten PKW-Maut von 3-4 €/100 km ab, hochgerechnet auf den PKW-Bestand von 42,3 Mio. PKW und die angenommene durchschnittliche 18.693 km Jahresfahrleistung ergibt sich eine PKW-Maut pro Fahrzeug von … alle festhalten … ja, richtig gerechnet 654,25 EUR pro PKW bzw. 27,675 Mrd. EUR jährlich … (ohne ausländische PKW wohlgemerkt)Dies ist schlicht Unsinn und politisch nicht durchsetzbar.

    Abgesehen davon wird die Verkehrsinfrastruktur in 1. Linie vom Schwerlastverkehr be-/geschädigt, folglich sind die Kosten nach dem Verursacherprinzip auch über die LKW-Maut umzulegen, gerechterweise nach Frachttonnen/km.

    Btw.: Die Kosten sind logischerweise bei 100% Fremdfinanzierung am höchsten, obwohl sie bereits längst darauf hingewiesen wurden, wurde der Fehler Ihrerseits bis dato noch nicht behoben.

    Von den zusätzlichen Tipp-/Übertragungsfehlern abgesehen, bedarf die Betrachtung dringend der fundierten und objektiven Überarbeitung bzw. sollte so fairerweise aus dem Netz genommen werden.

    Antworten
    • Martin Randelhoff

      Hallo Klaus,

      zunächst einmal Danke für ihren Kommentar. Derzeit ist bereits ein neuer Artikel in Arbeit, welcher die Theorie von einem Rechenbeispiel trennt und daher allgemeingültiger ist. Es ist vergleichsweise schwierig, eine für alle Fahrzeuge passende Betrachtung durchzuführen.

      „Wenn Sie von Durchschnittswerten ausgehen, ist selbstverständlich auch bei den Kosten nicht von einem Neufahrzeug auszugehen, sondern von dem Wert eines durchschnittlichen, 8,1 Jahre alten PKW.“

      Diese Berechnung wurde am Beispiel eines VW Golf VI Comfortline 1,2 l TSI durchgeführt. Für dieses Fahrzeug kann man derzeit noch keinen Durchschnittpreis nach einer Nutzungsdauer von 8,4 Jahren ermitteln,da das Fahrzeug noch nicht so lange auf dem Markt ist.

      Des Weiteren ist es faktisch unmöglich den allgemeingültigen „Durchschnittspreis“ eines 8,1 Jahre alten Pkw zu ermitteln, da sich Zustand, Fahrleistung, etc. der einzelnen Fahrzeuge sehr stark unterscheiden.

      Der Wertverlauf eines Fahrzeugs verläuft zudem regressiv. Wenn ich mit dem Wert eines 8,1 bzw. korrekterweise 8,4 Jahre alten Fahrzeugs rechne, kann ich nur noch Aussagen für ein Fahrzeugalter zwischen 8 – 12 treffen. Der große Wertverlust eines Fahrzeugs zu Beginn (dürfte Ihnen ja bekannt sein) wäre somit gar nicht mehr in der Rechnung enthalten. Diese wäre somit stark verzerrt.

      „Bei Ihrer Betrachtung gehen Sie nicht darauf ein, dass sich z.B. der durchschnittliche Treibstoffpreis in den vergangenen 12,4 Jahren faktisch verdoppelt hat.“

      Die Betrachtung ist eine Momentaufnahme für das Jahr 2011 und nicht dynamisch. Die vergangene Kraftstoffpreisentwicklung ist daher unerheblich.

      „Unlauter ist es, die Opportunitätskosten als Soll- und Habenzinsen doppelt in die Berechnung einfließen zu lassen. Entweder ich habe das Kapital oder ich muss es mir mangels Liquidität leihen.“

      Dies ist nicht unlauter, sondern korrekt. Die Opportunitätskosten des Kapitals (Opportunity Cost of Capital) müssen in die Rechnung mit eingehen. Wenn Sie Kapital besitzen, können Sie dies statt für den Kauf eines Autos auch am Kapitalmarkt oder in anderen Investitionsmöglichkeiten anlegen. Indem Sie das Kapital für den Kauf eines Pkw verwenden, verzichten Sie auf entsprechende Zinserträge durch mögliche Anlagen. Rein rechnerisch sind diese „entgangenen Gewinne“ Kosten. Sie müssen also auch die „Kosten“ für ihr Eigenkapital mit in die Rechnung einbeziehen.

      „Halbwissen beweisen sie, indem Sie die Kosten für die Infrastruktur nochmal zusätzlich obenauf rechnen, obwohl diese bereits [b]mehrfach[/b] durch die im Benzinpreis enthaltenen Steueranteile (derzeit rd. 0,90 €/ltr.!)abgegolten sind (im Gegenteil: PKW-Fahrer subventionieren andere Bereiche der Staatsausgaben mit quer!)“

      Wie Ihnen sicherlich bekannt ist, besteht das Ziel der Erhebung von Kfz-Steuer und Energiesteuer (vormals Mineralölsteuer) nicht ausschließlich darin, die Kosten der Straßeninfrastruktur zu decken, sondern auch die sogenannten externen Effekte zu internalisieren. Dies ist im Artikel explizit aufgeführt und erläutert. Sie können sich gerne weiter zu diesem Thema informieren: http://www.zukunft-mobilitaet.net/69640/analyse/externe-kosten-des-verkehrs-externer-nutzen-externalitaeten/

      Zudem möchte ich Sie darauf hinweisen, dass bei den meisten „Stammtischdiskussionen“ meist nur die Höhe der Energiesteuer und Kfz-Steuer mit den Ausgaben des Bundes im Bereich Bundesfernstraßen verglichen wird. Bei dieser Betrachtung bleiben jedoch die Kosten für den Straßenunterhalt von Bundesländern und Kommunen außen vor. Seit 1. Juli 2009 ist die Ertragshoheit für die Kraftfahrzeugsteuer auf den Bund übergegangen, vormals hatte der Bund den Kommunen über den sogenannten Kraftfahrzeugsteuerverbund einen Teil seiner Einnahmen aus der Kraftfahrzeugsteuer überlassen. Dies ist jetzt nicht mehr der Fall. Vielmehr fließt ein fixer Sockelbetrag aus dem Bundeshaushalt an die Ländern, welche einen Teil davon an die Kommunen weiterreichen. Im Bundeshaushalt sind mehrere Blöcke an Ausgaben für den Straßenverkehr enthalten, die als solche nicht auf den ersten Blick erkennbar sind und von den Stammtischen daher auch ignoriert werden. Hinzu kommen bspw. auch noch verkehrsinduzierte Kosten im Bereich Justiz von etwa 2 Mrd. €, etc.

      Auch im Gesundheitsbereich fallen jährlich laut OECD (ist ja keine wirklich grüne Organisation) etwa 75 Milliarden (!) Euro Gesundheitskosten durch Luftschadstoffemissionen des Verkehrs an (Quelle: OECD (2014), The Cost of Air Pollution: Health Impacts of Road Transport, OECD Publishing. doi: 10.1787/9789264210448-en). Im Bundeshaushalt werden davon etwa 15 Milliarden Euro im Etat des Bundesgesundheitsministeriums aktiviert, welche eigentlich dem Verkehr zuzuschlagen wären. Der Wert von 3-4 Euro / 100 km war zudem ein errechneter Wert des UBA (steht ja auch so im Artikel), den deutsche Autofahrer eigentlich bezahlen müssten, wenn diese externen Kosten vollständig internalisiert werden würden. Für die Schweiz wurde ein Wert von 0,05 € / km für den Pkw-Verkehr errechnet („Im Personenverkehr verursachte der motorisierte Privatverkehr im Jahr 2010 externe Kosten von 5.7 Rp. pro Pkm – Aus: Bundesamt für Raumentwicklung ARE (2014), Externe Kosten und Nutzen des Verkehrs in der Schweiz. Strassen-, Schienen-, Luft- und Schiffsverkehr 2010 und Entwicklungen seit 2005 S. 11)

      „Die Co2-Abgabe der EU ist willkürlich festgelegt und hat mit tatsächlich entstehenden Kosten überhaupt nichts zu tun, hat somit keinerlei Relevanz und gehört nicht in die Kostenaufstellung. Diese Kosten sind bereits von der Industrie in den Endverbraucherpreisen einkalkuliert/berechnet.“

      Bitte teilen Sie mir mit, wie die Industrie CO2-Kosten in die Endverbraucherpreise einkalkuliert. Bislang ist mir nicht bekannt, dass pro Pkw x Cent / kg CO2-Emission von der Industrie getragen werden. Jedoch kann man über entsprechende Tankkarten, etc. eine CO2-Kompensation entrichten. Dies muss jedoch jedes Unternehmen bzw. jede Privatperson individuell durchführen.

      „Der Instandhaltungsaufwand ist genauso oberflächlich/willkürlich recherchiert, die tatsächlichen Kosten sind wesentlich höher. Die angegebenen Kosten reichen gerade so eben für die Wartungskosten nach Herstellerangabe, Kosten für anfallende Reparaturen (Anm: Unglückliche Auswahl des 1.2 TSI-Motors, wo die gelängten Steuerketten reihenweise ausgetauscht werden müssen und der Turbo kaum 235.000 km unbeschadet übersteht) oder auch Kosten Reifen sind nicht in den “moderat erscheinenden” 228 EUR includiert. Die angegebenen Werkstattstundensätze erscheinen allenfalls für kleine, freie Werkstätten adäquat und werden von den Vertragswerkstätten bei weitem Überschritten, hier werden Endkunden bereits Beträge bis über 120.- EUR + Mwst berechnet. Die Kosten alleine für einen Wartungsdienst für den Golf liegen bei einer Vertragswerkstatt je nach Wartungsumfang bei ca. 268 – 379 EUR (aber von Händler zu Händler unterschiedliche Stundensätze als Berechnungsgrundlage). Tatsächliches Wartungsintervall für den Golf ist übrigens alle 15000 km (bzw. einmal pro Jahr) ein Ölwechsel, alle 30000 km (bzw. alle 2 Jahre) eine kleine Durchsicht und alle 60000 km (bzw. alle 3 Jahre) eine große Inspektion.“

      Ich habe diese Werte vom Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe übernommen (z.B. die Werkstattstundensätze). Es war für mich leider im Jahr des Markteintritts nicht absehbar, dass beim 1.2 TSI-Motor die gelängten Steuerketten reihenweise ausgetauscht werden müssen. Rein rechnerisch sind die Kosten je Kilometer damit von mir zu niedrig angesetzt worden. Da hier das Vorsichts- bzw. Minimalprinzip gilt, wurden minimale Werte angesetzt. Sie haben aber natürlich mit Ihrer Anmerkung Recht, dass Werkstattstunden in Vertragswerkstätten teurer sind.

      Aus einem WELT-Artikel (http://www.welt.de/motor/article106447962/Internetseite-vergleicht-Kosten-fuer-die-Autoreparatur.html):

      „Die höchsten Stundentarife berechnen laut ADAC Audi und BMW, deren Werkstätten beim letzten Test des Automobilclubs bis zu 170 Euro pro Stunde kassierten, während andere Betriebe und andere Automarken für nur rund 50 Euro pro Stunde arbeiten.“

      Es ist relativ schwierig hier entsprechende Mittelwerte herauszufinden, da diese auch regional stark schwanken. Aus diesem Grund habe ich den Durchschittswert des ZDK gewählt.

      „Den Vogel schießen Sie aber mit Ihrer imaginären, in der Glaskugel gesichteten PKW-Maut von 3-4 €/100 km ab, hochgerechnet auf den PKW-Bestand von 42,3 Mio. PKW und die angenommene durchschnittliche 18.693 km Jahresfahrleistung ergibt sich eine PKW-Maut pro Fahrzeug von … alle festhalten … ja, richtig gerechnet 654,25 EUR pro PKW bzw. 27,675 Mrd. EUR jährlich … (ohne ausländische PKW wohlgemerkt)Dies ist schlicht Unsinn und politisch nicht durchsetzbar.“

      Auf diese Kritik bin ich bereits bei den Infrastrukturkosten bzw. externen Kosten eingegangen. Bei der volkswirtschaftlichen Kostenermittlung ist es aber unerheblich, ob diese Werte politisch durchsetzbar sind. Unsinnig sind sie deswegen noch lange nicht.

      „Btw.: Die Kosten sind logischerweise bei 100% Fremdfinanzierung am höchsten, obwohl sie bereits längst darauf hingewiesen wurden, wurde der Fehler Ihrerseits bis dato noch nicht behoben.“

      Dieser Fehler ist mittlerweile behoben. Vielen Dank nochmals für den Hinweis.

      „Von den zusätzlichen Tipp-/Übertragungsfehlern abgesehen, bedarf die Betrachtung dringend der fundierten und objektiven Überarbeitung bzw. sollte so fairerweise aus dem Netz genommen werden.“

      Die geringe Anzahl Tippfehler wurde von mir nochmals korrigiert. Von einer Rücknahme des Artikels sehe ich jedoch ab, da ich Artikel nicht wegen Kritik einzelner, denen gewisse Aspekte nicht gefallen, depubliziere. Die Grundaussage des Artikels ist eindeutig und korrekt. Einzelne Teilaspekte mögen korrekturwürdig sein (wurden sie ja auch), ein allgemein gehaltener Artikel ist zudem bereits in Arbeit.

      Ich lade Sie aber gerne dazu ein, uns an Ihrem Wissen teilhaben zu lassen. Schreiben Sie mir doch einfach eine Mail (Kontakt: http://www.zukunft-mobilitaet.net/kontakt-linktipp), unterstützen Sie mich bei einem neuen Artikel und wir alle werden davon profitieren können. Ich bin sicherlich nicht fehlerfrei und habe die Weisheit nicht mit Löffeln gefressen. Auf gerechtfertigte Kritik gehe ich auch gerne ein und verbessere die Fehler auch entsprechend (auch wenn es aufgrund des Zeitmangels und einer sehr langen to-to-Liste mit prioritären Aufgaben manchmal etwas dauert).

      Ich werde aber sicherlich bei weiteren Artikeln Ihre Anmerkungen im Hinterkopf behalten und Dinge genauer erklären und erläutern.

      Viele Grüße,
      Martin Randelhoff

      Antworten
      • testuser

        Habe da ein paar sehr grundsätzliche Anmerkungen zu den Berechnungen.

        -Wieso die Opportunitätskosten ansetzen?! Weil man es im VWL-Studium gelernt hat?
        Der Kauf/die Verwendung des Autos ist ja alternativlos.

        -Die externen Kosten. Der Feuchttraum eines jeden „Lobbyisten“. Da kann er reinnehmen was er will, Preise, Zinssätze etc. ansetzen die einem passen und so quasi fast beliebige Werte produzieren.

        Würde man aus diesen „Kosten“ wirklich Konsequenzen ziehen/ziehen müssen, privat und auch von staatlicher Seite würde die halbe (Welt)Wirtschaft zusammenbrechen (Packung Zigarette würde dann bis zu 40€ Kosten.)
        Autofahren, Transit/Lieferverkehr (somit auch die Versorgung von Ballungsräumen) etc. wären dann halt nicht mehr leistbar.
        Ich sehe diese Kosten eher als ein sehr beliebiges, ungenaues Mittel um politische Agenden durchzusetzen.
        Nach Churchill muss man aber sagen es gibt wohl nichts Besseres um eine umfassendere Kostenbetrachtung zu gestellten.

        -Was ist mit dem Nutzen. Oder wäre dessen Betrachtung nur angebracht wenn man quasi 2 oder mehr Systeme vergleicht. (Also ne Kosten/Nutzenrechnung aufstellt)

        Aber mir ist schon klar, wenn man jede Frage bis ins kleinste Detail aufbläht dann ist man schon bald bei einer Doktorarbeit angelangt.
        Lobeswerter Ansatz des Artikels dürfte ja das Bewusstsein schaffen für „mögliche“ wahre Kosten des Individualverkehrs gewesen sein und insofern durchaus interessant das mal kritisch durchzulesen.

        P.S.: Pseudogenauigkeit mutet auch ein bisschen seltsam an (Kosten für dies und das sind 0,00013425925 €/km), da die Schwankungsbreite hier sicher +/- dutzende Prozent beträgt ;-).

        Antworten
        • Martin Randelhoff

          „Wieso die Opportunitätskosten ansetzen?! Weil man es im VWL-Studium gelernt hat?
          Der Kauf/die Verwendung des Autos ist ja alternativlos.“

          Natürlich mag für eine Vielzahl von Menschen der Pkw alternativlos sein (einige beweisen jedoch auch, dass es ohne eigenen Pkw sehr gut geht), aber dennoch fallen auch hier Kosten für das Eigenkapital an. Wieso sollte man denn diese Berechnung unkorrekt durchführen? Ansonsten wird doch auch immer Korrektheit eingefordert, aber bei der Berechnung der Autokosten soll man dies wegen vermeintlicher Alternativlosigkeit unterlassen? Diese Logik erschließt sich mir nicht so recht.

          ad externe Kosten:

          Natürlich wären die von Ihnen aufgeführten Dinge noch leistbar. Zurzeit werden diese externen Kosten natürlich auch von jemanden getragen, nur entspricht dies nicht dem eigentlichen Verursacher der Kosten. Es geht hier also eher um die Zurechnung, die sich zudem im Cent-Bereich bewegt. Für die Schweiz wurden – wie bereits erwähnt – externe Kosten in Höhe von umgerechnet 5 Cent / Kilometer ermittelt. Im Straßengüterverkehr wird ein Teil dieser Kosten über eine Maut (Schweiz: Leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe LSVA) internalisiert und auch bei der deutschen Pkw-Maut finden sich Internalisierungsbeiträge für die externen Kosten durch Luftschadstoffe und in Zukunft auch Lärm. Und ich habe noch nicht gehört, dass der Zusammenbruch der Deutschen bzw. Schweizer Volkswirtschaft droht.

          ad externe Nutzen:

          Wo externe Kosten entstehen sind oft auch externe Nutzen zu finden. Jedoch hat der externe Nutzen im Verkehr nur einen sehr geringen Umfang, da der Nutzen des Verkehr oft doch einem Einzelnen zuzurechnen ist (Person oder Wirtschaftssubjekt).

          Ich zitiere mich kurz selber: „Der größte Teil der Verkehrsnutzen fällt direkt bei den Verkehrsteilnehmenden als interne Nutzen an (z.B. Zeitersparnisse, niedrigere Transportkosten, usw.). Bei vielen Beispielen, die als externe Nutzen vorgebracht werden, handelt es sich in Tat und Wahrheit um Markteffekte, also normale Anpassungs- und Überwälzungsprozesse wie sie auch in anderen Märkten zu beobachten sind.“ (aus: Was sind externe Kosten und Nutzen des Verkehrs? – http://www.zukunft-mobilitaet.net/69640/analyse/externe-kosten-des-verkehrs-externer-nutzen-externalitaeten/)

          Die Thematik der externen Kosten bzw. der weitgehend internen Nutzen ist wissenschaftlich ausreichend untersucht und abgesichert. Im Grundsatz wird das Entstehen der jeweiligen Externalitäten nicht angezweifelt. Aber natürlich gibt es in gewissen Bereichen Diskussionen, z.B. über die Internalisierungshöhe von Unfallkosten durch Versicherungen oder die richtige Bewertung von CO2-Emissionen. Aber dies würde an dieser Stelle definitiv zu weit führen.

          PS: Sie haben sicherlich Recht, dass die Verwendung weniger Dezimalstellen auch zielführend gewesen wäre. Achten Sie doch einfach weniger auf den exakten Wert, sondern mehr auf die Relation. Dies vermittelt einen Eindruck über die Höhe der einzelnen Kostenbereiche und ist sicherlich ausreichend. Eine exakte Angabe der Kosten kann man, wie bereits erwähnt, nur schwerlich durchführen.

        • testuser

          Ad Opportunitätskosten.
          Ich lasse mir noch einreden, wenn diese in solchen Betrachtungen einfließen, weil man das eben so macht (kein wirklich gutes Argument), dass mit den Kapitalkosten, kann ich auch akzeptieren.
          Aber alternativlos ist das Auto ja quasi weil man es in dieser Betrachtung ja gekauft hat. Wieso wird da quasi doppelt-moppeln ?
          Ich rechne a) die Kapitalkosten, und b) imaginäre/fiktive entgangene Erträge eines Invests als Kosten. Ich finde die Methodik halt sehr strange.

          Ad Externe Kosten
          „Zurzeit werden diese externen Kosten natürlich auch von jemanden getragen, nur entspricht dies nicht dem eigentlichen Verursacher der Kosten“
          Na eben nicht, die werden zum Teil nicht getragen. Sind reine/beinahe beliebig große Spielgrößen. Großteil trägt die Natur, möglich dass da mal Zahltag ist aber wie dann die „Zinssätze“ dieses überzogenen Kontos sein werden ist halt schon schwer spekulativ !! (Z.B CO2, etc.)

          Oh Gott oh Gott auch Lärm wollt ihr Deutschen reinnehmen? Ja man sieht man kann das ins Groteske steigern. Was ist mit der Landschaftsverschandelung?!
          Oder das Artensterben ? Ist jetzt die Kröte die gefährdet ist mehr wert als der Schmetterling? Was ist überhaupt der wert? Du siehst, da kann man sich beliebig austoben. Daher finde ich das Konzept der externen Kosten vielleicht das Beste was wir haben aber nicht wirklich überzeugend.

          Externe Effekte 3,5 €Cent sind ja wirklich nicht so viel, das stimmt. (Habe das ein bisschen überfolgen und nicht gecheckt)
          Aber ich habe ja die Zigaretten angeführt, 40€ pro Packung in der Studie unter 10 € in einer anderen.
          Wo wir wieder bei der Beliebigkeit dieses Konzeptes sind.
          Glaube mich zu erinnern, dass du eine Studie angeführt hast, wo für Deutschland 87Mrd Gesundheitskosten/schäden durch Verkehr(oder nur individual Verkehr verursacht wird?) angeführt werden?
          Dies umgelegt auf D, ergäbe dann schon externe Kosten von 15-22 €Cent/km (Annahme 40E6 Autos, 15000 bzw. 10000 Jahreskilometer und eben 87 Mrd Kosten).
          Das ist mein Hauptkritikpunkt, dass man sehr „weiche“ Fakten hernimmt und dann harte Konsequenzen ableitet (Maut, Steuern), je nachdem welche Lobby gerade am rechnen ist.

          Werde mal bei VCÖ (Verkehrsclub Österreich) vorbeischauen, was denen so als externe Kosten für Individualverkehr vorschwebt. (Ist eine Öffilobby wie dir sicher bekannt ist).

          Und um Bild abzurunden, wäre interessant was ADAC oder ÖAMTC dazu sagen.

          Die bekommen nämlich immer raus, dass die Autofahrer nämlich auch die Melkkühe der Nation sind ;-)

  37. yo

    Toller Post, danke! Aus meiner Sicht fehlen nur noch ein paar Sachen
    1) die Pendlerpauschale, eine Steuersubvention für Fahrten zwischen Arbeit und Wohnung (idR über 50% der Autofahrten, -30 CentxSteuersatz je km, ich schätze so um die 10 Cent netto)
    2) Die externen Effekte aus Verkehrsunfällen. 3600 Verkehrstote x VSL von 3 Mio.

    Antworten
  38. MS

    Ich selbst rechne mit 0,24€/km Betriebskosten bei meinem 170PS Motorrad.
    Darin enthalten sind 0,14€/km Benzinkosten (SuperPlus), 0,05€/km Reifen und 0,05€/km weitere Verschleißteile und Wartung beim erst kürzlich erhöhten Stundensatz meines KFZ-Mechanikers von 50€/h netto.

    Die Fixkosten rechne ich nicht mit in die Kilometerkosten ein. Zum einen sind die 200…400€ (nur Haftpflicht oder in den ersten 3 Jahren Teilkasko, beim Motorrad kommt Vollkasko nicht in Frage) Versicherung und knapp 100€ Steuer in Relation zum Rest verschwindend gering, zum anderen sind diese Fixkosten in jedem Fall vorhanden, egal ob ich das Fahrzeug in der Garage stehen lasse. Dass ich mein Privat-KFZ habe und behalte steht so oder so fest.
    Um externe Kosten muss ich mich ebenfalls nicht kümmern, da diese wie ein Vorredner schon sagte mit Steuern und Abgaben mehr als hinreichend abgegolten sind.

    Am schwersten ist für mich die Berechnung der Anschaffungskosten bzw. der Abschreibung. Ich habe 5 Jahre Garantie (inkl. Garantieverlängerung), mindestens so lange fahre ich das Fahrzeug, wahrscheinlich noch ein sechstes, vielleicht sogar ein siebtes Jahr, aber dann wird aller Voraussicht nach verkauft.
    Einer Seits sinken die Fix- und Abschreibungskosten mit mehr gefahrenen Kilometern, anderer Seits sinkt auch der Wiederverkaufswert.
    Ich gehe von einer relativ konstanten Kilometerleistung entsprechend meinem Fahrverhalten aus und somit auch einem relativ konstanten Fahrzeugrestwert.
    Unter den gegebenen Bedingungen prognostiziere ich etwa 0,1€/km an Wertverlust. Aber da ich wie gesagt davon ausgehe, dass das ein relativ konstanter Wert ist, egal ob ich nun ein paar Kilometer weiter oder ein Jahr kürzer fahre, beachte ich diesen Wert nicht, sondern sehe ihn mit dem Kaufpreis als abgegolten an. Der Kaufpreis selbst ist in meiner Budget-Planung ein eigenständiger Posten.

    Das ist für meine Situation die praxisnähere Berechnung.

    Antworten
  39. Nick

    Hallo Martin,

    ein großes Lob für deinen Artikel. Ich finde ihn sehr gelungen, da er die tatsächlichen Kosten für einen Kilometer Autofahrt sehr strukturiert und deutlich aufzeigt. Für die generelle Entscheidung pro oder contra Auto also sehr empfehlenswert.

    Leider sieht es in meiner Realität so aus, dass das Auto für mich unverzichtbar ist. Ich fahre im Jahr rund 50000 km und gebe meine Autos nach 5 Jahren, dann mit 250000 km wieder ab.

    Als ich realisierte wieviel mich ein Auto eigentlich wirklich kostet, habe ich daraus für mich 3 Schritte gezogen, welche ich seitdem berücksichtige:

    1. günstigster Einkauf von EU-Fahrzeugen
    2. Auswahl des Fahrzeuges mit dem verbrauchsärmsten Dieselmotor und sparsame Fahrweise
    3. Reparaturarbeiten (Bremsen, Zahnriemen…) nach Ablauf der 2jährigen Garantie selbst durchführen.

    Ich erfasse alle meine Kosten für das Auto selber und komme auf 21 Cent/km. Allerdings rechne ich nicht CO2 neutral.

    Das absolut größte Einsparpotential sehe ich allerdings in einem anderen Punkt. Ich fahre so gut wie immer alleine (95% meiner Fahrten). Der nächste große Wurf in der Mobilität wäre es also doch, wenn es gelingen würde diesen Zustand zu ändern. Was meinst du dazu?

    Viele liebe Grüße und weiter so
    Nick

    Antworten
  40. Benjamin

    Vielen Dank für den Artikel, der sollte mir bei meiner Komplexen Leistung (Klasse 10) definitiv behilflich sein!
    Mir fehlt hier aber noch der Faktor mit den Straßen, die werden schließlich vom Steuerzahler (und Autofahrer) bezahlt. Der Preis einer Zugfahrt enthält letzenendes auch die Finanzierungskosten des Schienennetzes…

    Viele Grüße
    Benjamin

    (und danke im voraus falls ich hier noch eine Antwort drauf kriegen sollte oder der Artikel aktualisiert wird :D)

    Antworten
  41. Alex

    Die wohl meisten, die diesen interessanten Artikel gelesen haben, werden wohl, so wie ich, ein Auto besitzen. Uns alle interessiert eigentlich nur, wieviel dann die Fahrten kosten, die mit Auto statt mit ÖV durchgeführt werden.

    Meine Rechnung sieht so aus, bei der Annhame im Jahr 10.000 km umzulegen:

    + Treibstoffkosten / gefahrene km (Diesel, 1.20 EUR/Liter, Stand Anfang 2015; 6 Liter Verbrauch / 100 km)
    6/100*1,2 = 0,072 €

    + Verschleiß-Zuwachs, hier können die durchschn. Jahreskosten für alle Werkstattrechnungen zugrunde gelegt werden, bei mir ca. 450,- p.a. bei Fahrleistung 20.000 km
    450/20000 = 0,023 €

    Anm: da hier auch zeitabhängige Faktoren enthalten sind, wird o.g. Wert nicht komplett eingespart werden können, denn ich muss bspw. nach spätestens 2 Jahren eine Inpektion machen, die ich bei jährl. Fahrleistung von 10.000 km (bei Nutzung von ÖV) vor Erreichen der km-Grenze (dyn. 30.000er Intervall) durchführen muss.

    + steigender Versicherungsbeitrag, bei mir ca. 200,- EUR
    200/10000 = 0,02 €

    + Wertverlust für Zusatz-km, sehr schwierig, ich gehe hier max vom halben von Ihnen errechneten Wert (0,085 €/km) aus, da der zeitabhängige Verlust komplett auf die übrige Fahrleistung geschrieben werden kann
    0,0425 €

    ——————–
    = 0,1575 € pro km

    = 1.575,- € pro 10.000 km
    =========================

    Ich weiß, das ist ungenau, aber ich denke durchaus ein Wert, den man grob überschlagen ansetzen kann bei der Überlegung, ob ich heute mit der Bahn fahre, oder mit dem Auto, oder ob sich für mich eine Zeitkarte für den ÖV lohnt, oder nicht.

    Für mich, der regelmäßig im Homeoffice arbeiten kann, lohnt sich bspw. eine Fahrt ins Büro (10 km) nicht mit den ÖV zu unternehmen, denn ich brauche zwangsläufig für Anderes ein Auto.

    Vielleicht hilft das jemandem, vielleicht liege ich auch weiter daneben, als gedacht :)

    Antworten
  42. Niels

    Hi Martin, super Artikel. Ich bin im Rahmen einer Recherche nach den wahren KFZ-Kosten pro Kilometer darauf gestossen. Eine Kundin meinte, dass ihr Fahrdienstleister im Taunus für 33 Euro brutto vom Taunus zum Flughafen Frankfurt fährt. Das sind 40 Kilometer. Das wäre alleine für Hin- und Rückweg also 24 Euro KFZ-Kosten. Wenn man die Steuer abrechnet käme man auf 27 Euro. Dem Fahrer blieben dann 3 Euro für knapp zwei Stunden Fahrerei. Das ist nicht Mindestlohn. Und hoffentlich kriegt er kein Knöllchen. Auch aufgrund der hohen externen Kosten (CO2, Feinstaub, Strassen, Parkraumbewirtschaftung) liegt die Zukunft nicht im exklusiven privaten KFZ, sondern entweder in Fahrdiensten wie http://www.bettertaxi.de und http://www.uber.com oder im autonomen Fahren, oder beidem. :-) LG, Niels

    Antworten
    • Joerg

      Die hier dargelegten Berechnungen helfen bei der Entscheidung „Auto anschaffen oder nicht“. Wie schon weiter oben gesagt wurde, sehen die Kosten ganz anders aus, wenn ich den PKW sowieso besitze und sich nur die Frage stellt „Diese Fahrt mit PKW oder mit ÖPNV/Bahn…“. Denn z.B. Steuern/Versicherung muss ich sowieso bezahlen, ob ich diese Fahrt nun mache oder nicht, auch der Wertverlust ist mehr vom Alter als von der km-Leistung abhängig…

      Folglich kalkuliert auch der Fahrdienstleister nicht so. Er hat die Flotte und den Fahrer sowieso. Fährt der Fahrer nicht, fallen Lohnkosten und Foxkosten für den Flottenunterhalt trotzdem an. Folglich liegen die km-Kosten viel niedriger.

      Antworten
  43. Thomas Zwiefelhofer

    Ich hatte mir einen Madza 6 gekauft (neu) und diesen mit 6 Jahren (96.000km) wieder verkauft. Da ich sämtlichen Kosten (außer Strafen) und Einnahmen (Verkauf) aufgeschrieben hatte, kam ich auf eine stolze Summe von 38cent/km. Hört sich nicht viel an, aber umgerechnet sind das über 500€ !! pro Monat.

    Antworten
  44. Oliver

    Da mich die wirklichen Fahrzeugkosten sehr interessieren habe ich mit einem Roomster Diesel für die 15 Monate die ich ihn ca. 50.000 km gefahren bin eine Vollkostenrechnung gemacht. Alle anfallenden Kosten wie Reparaturen, Inspektionen, Verschleiß, Reifen, Wäschen, Treibstoff, Parkkosten etc. pp. Habe ich aufsummiert und durch die gefahrenen km. geteilt. Nach Einrechnen de Wertverlustes kam ich auf einen km-Preis von 0,16€, das ist nahezu unschlagbar günstig. Einen V60, den ich unlängst ca. 100.000 km fuhr kann man dafür leider nicht betreiben, da beliefen sich die Kosten auf ca. 0,39€/km.
    Nach langwieriger Recherche konnte ich vor etwa 2 Jahren einer Untersuchung des Bundesverkehrsministeriums entnehmen das die volkswirtschaftlichen Kosten eines Personenkilometers bei einem Benzin-PKW ca. 4,7 ct und bei einem Diesel ca. 5,3 ct. betragen.
    Ökonomisch gerechnet – auch ohne die entsprechenden Zeiten – ist für einen Einzelfahrer/in der Öffentliche Personenverkehr immer günstiger. Komfort kostet Geld, will ich von Tür zu Tür fahren muss ich bereit sein dies zu zahlen.

    Antworten
  45. Max Power

    Du kannst nicht die Finanzierungskosten eines Kredits und gleichzeitig die Opportunitätskosten der Geldanlage zusammenzählen. In dem Kreditzins von 6% ist der Habenzinssatz von 3% schon beinhaltet. Du rechnest also doppelt

    Antworten
  46. leider falsch

    Sehr nette Berechnung, aber leider falsche Vorgaben. Dieser Kilometerpreis betrifft nur das Auto, nicht den Autofahrer.
    Der größte Fehler in dieser Berechnung ist die lineare Abschreibung des Autowertes über 12,7 Jahre. Jeder der schon mal
    ein neues Auto gekauft hat und nach 3 Jahren wieder beim Händler in Zahlung gegeben hat, der merkt schnell, dass genau
    in den ersten 3 Jahren (unabhängig vom Kilometerstand) der Wert eines Autos um nahezu die Hälfte sinkt (Schwacke-Liste).
    Der Wertverlust ist daher mehr als
    doppelt so hoch wie in der Berechnung. Kaufe ich ein 10 Jahre altes Auto (und hab keine Reparaturen), dann kann der Wertverlust
    sogar viel geringer sein. Also bitte nicht so kommunizieren, wie wenn dieser Kilometerpreis ein realer Kilometerpreis für den Autofahrer wäre (wer von ihnen hat denn sein letztes Auto 12,7 Jahre gefahren?)
    lg

    Antworten
  47. Carsten

    Hier geht es ja heiss her sogar überJahre schon. Ich habe selber mal die Kosten überschlagen und eine detailierte Berechnung wird schnell sehr komplex. Werde meinen eigenen Artikel dazu mal überarbeiten. Aber Kernpunkte meines Artikels:

    -Kilometerunabhängige Kosten in Form von Versicherung, Steuer, TÜV, Stellplatz, Inspektionen, Reifenwechsel, Wertverlust der bei der Wiederbeschaffung eines Pkw realisiert wird

    -teilweise Kilometerabhängige Kosten in Form von Wartung, Pflege, Knöllchen

    -Kilometerabhängige Kosten in Form von Sprit, Maut

    zu guter Letzt noch der Zeitverlust und externe Effekte. Zeitverlust in Form von Stau, Parkplatzsuche. Dies wird natürlich erst ein Zeitverlust, wenn für den Weg ein anderes schnelleres Fortbewegungsmittel verwendet werden kann. Oder auch die Zeit im Auto wird als unangenehm empfunden und ist deswegen verschwendete Zeit. Ich denke keiner steht gerne im Stau oder sucht nach Parkplätzen. Angenommen jemand fährt gerne Rad, dann ist die Zeit auf dem Rad verbracht wird ein Zeitgewinn und ein Zeitverlust wenn er Autofahren hasst, aber fahren „muss“.

    Antworten
    • Daniel

      Hallo
      Die Nutzungskosten müssen in Ländlichen Gebieten anders verglichen werden als in Städten.
      In meiner Gegend ist es z.B gar nicht Möglich mit ÖVP einen produktiven Tag zu haben. 80% der Personen würden ihren Arbeitsplatz auch wenn er nur 10km entfernt ist gar nicht erreichen bzw würden Stunden dafür brauchen…

      Antworten
  48. Wolfgang

    Cool das der Fred, der im Jahr 2011 eröffnet wurde , immer noch Diskutiert wird!

    Klar hat man auf dem Land das Problem mit ÖPNV.
    Wenn ich aber sehe das in unserem Dorf viele > 60 Jahre sind , und irgendwann ein Problem mit dem Autofahren haben. Was ist wenn man nicht mehr Fahren kann ?. Zum einen stehen die Autos nur in den Garagen , oder nehmen öffentlich nutzbaren Raum weck, der aber Steuer finanziert ist. Folge Parkplätze bauen = wieder weniger Öffentlicher Raum, Instandhaltungskosten etc.
    Man kann viel herein und heraus rechnen. Irgendwann verliert man ich aber.
    Von dem subventionierten Diesel Skandal aller Hersteller und dessen dadurch hervorgerufener Krankheiten ganz zu schweigen (Krebs usw. ).
    Alles Kosten die niemals in diese Rechnung einfließen können, weil man es vermutlich auch gar nicht kann!.

    Jede Münze halt nun mal zwei Seiten.

    Ich denke jedoch das die Zukunft dem selbstfahrenden ÖPNV gehören wird. Man „pfeift“ sich das selbstfahrende Taxi einfach herbei und gut. Und das ganze Steuer finanziert.
    Autofahren werden sich nur noch Reiche leisten können, da die Versicherungen den Unsicherheitsfaktor Mensch ausschalten wollen , oder Stichwort Gewinnmaximum = müssen .

    Dennoch ein toller Artikel und Klasse das sich mal jemand die Arbeit gemacht, das zu Recherchieren.

    Antworten

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