Beim direkten Vergleich verschiedener Verkehrsmittel, schneidet das Auto oftmals überdurchschnittlich gut ab. Dies hat vor allem etwas mit dem subjektiven Eindruck zu tun.
Viele Autofahrer sind sich über die wahren Kosten ihres Automobils pro Kilometer nicht im klaren. Viele Menschen assoziieren den Preis pro Liter Benzin / Diesel mit den Kosten eines Kilometer Autofahrt. Dies ist aber falsch. Hinzugerechnet müssen noch der kilometerabhängige Wertverlust, Instandhaltungsaufwand, Steuern, Versicherung, etc.
Ich möchte die wahren Kosten eines Kilometers Autofahrt an einem Beispiel darlegen. Zugegebenerweise muss ich allerdings etwas tricksen, da oftmals die notwendigen Daten in der von mir benötigten Form nicht zur Verfügung stehen. Des Weiteren muss ich hier stark mit Mittelwerten arbeiten, es kann also zu einer Abweichung kommen.
Laut AXA Verkehrssicherheits-Report 2009 1 liegt der Mittelwert der pro Jahr in Deutschland gefahrenen Kilometer bei 18.693 km. Das durchschnittliche Alter eines PKW betrug 2010 8,1 Jahre 2. Im Schnitt wird ein Fahrzeug in Deutschland mit etwa zwölfeinhalb Jahren außer Betrieb gesetzt, d.h. entweder verschrottet oder ins Ausland verkauft. Daher ergibt sich eine durchschnittliche Laufleistung eines in Deutschland gefahrenen PKW von 235.141 Kilometern (siehe auch Wertverlust).
Für meine Beispielrechnung habe ich den VW Golf VI Comfortline 1,2 l TSI mit 63 kW (85 PS), 1197 cm³ Hubraum und 5-Gang Getriebe für 19.995 Euro ausgewählt. Der fiktive Kauf fand am 1.1.2011 statt.
Unser Beispielauto: der VW Golf VI Comfortline 1,2 l TSI
Wertverlust
Den Wertverlust des PKW kann man sowohl zeit- als auch kilometerabhängig berechnen. Im Jahr 2007 wurden Fahrzeuge im Durchschnitt in einem Alter von 9,7 Jahren “außer Betrieb gesetzt”, d.h. entweder vorübergehend stillgelegt, verschrottet oder ins Ausland verkauft. Um den Anteil der nur kurz durch Autohäuser o.ä. stillgelegten Fahrzeuge aus dieser Grundgesamtheit herauszurechnen, werden diejenigen Fahrzeuge wieder abgezogen, die innerhalb von 18 Monaten wieder zugelassen worden sind.
Somit ergibt sich für Deutschland ein durchschnittliches Alter, in dem Fahrzeuge durch neue ersetzt werden, von 12,4 Jahren (2007). Im Jahr 2008 lag dieser Wert bei 12,3; im Jahr 2006 bei 12,7. 3.
Bei einem Alter von 12,4 Jahren und einer durchschnittlichen jährlichen Fahrweite von 18.963 Kilometer wird ein Fahrzeug mit einer Laufleistung von etwa 235.141 Kilometern außer Betrieb gesetzt. Der Restwert wird mit 0 Euro angesetzt.
Somit erleidet der VW Golf pro gefahrenen Kilometer einen Wertverlust von 0,085 Euro.
Steuern
Die Steuer des VW Golf wird nach den neuen Kfz-Steuerregeln berechnet. Die Höhe der jährlichen Steuerlast errechnet sich aus einem festgelegten Eurobetrag pro angefangene 100 Kubikzentimeter Hubraum plus einem Eurobetrag für jedes Gramm CO2 oberhalb einer Untergrenze von 120 Gramm pro Kilometer. Im Falle von Dieselfahrzeugen wurde im Kfz-Gesetz die Summe von 9,50 Euro, bei Ottomotoren ein Wert von 2,00 Euro pro 100 Kubikzentimeter festgelegt. Laut dem neuen Gesetzestext zahlen Autofahrer mit besonders emissionsarmen PKW, die nicht mehr als 120 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen, keinen Emissionszuschlag. Darüber hinaus wird jedes weitere Gramm jedoch mit 2,00 Euro veranschlagt. In den folgenden Jahren bis zum Jahr 2014 soll der steuerfreie Grenzwert für Neuzulassungen weiter abgesenkt werden, auf nur noch 95 Gramm CO2 pro Kilometer.
Gemäß Datenblatt emittiert der VW Golf in dieser Ausstattungsvariante 129 g/km CO2, liegt also über dem Grenzwert von 120 Gramm pro Kilometer. Daher errechnet sich eine Kfz-Steuer von 42€ pro Jahr, davon sind 18€ aufgrund der CO2-Emissionen. Diese Steuer steigt 2012 auf 62€, davon 38€ aufgrund der CO2-Emissionen und 2014 auf 92€ (68€ CO2-abhängig).
Daher ergibt sich für das Jahr 2011 eine Steuerlast von 42€, für das Jahr 2012 / 2013 eine Steuerlast von 62€ und für die Jahre 2014 – 20xx eine Steuerlast von jeweils 92€. Für den Zeitraum von 8,1 Jahren ergibt sich folglich eine Gesamtsteuerlast in Höhe von 1.030,80€.
Aufgeteilt auf 235.141 Kilometer ergibt sich somit ein steuerinduzierter Kostenanteil von 0,004€ (~1 Cent) pro Kilometer.
Versicherung
Die Berechnung der Versicherungsbeiträge kann leider nur sehr näherungsweise erfolgen, da diese vom Alter des Fahrzeugführers, der Schadenfreiheitsklasse, dem gewählten Tarif, vom jeweiligen Zulassungsort (Regionalklassen) etc. abhängig sind und man diese Variablen leider nur sehr schwer verallgemeinern kann. Für mein Beispiel habe ich für die Haftpflichtversicherung eine Schadensfreiheitsklasse SF 3 – 70% und für die Vollkaskoversicherung (500,00 € Selbstbeteiligung) eine SF 4 – 70% gewählt.
Der günstigste Tarif betrug 611,37 € pro Jahr. Ich weiß, dass dieser Tarif für eine Autoversicherung relativ günstig ist, aber ich werde ihn dennoch verwenden. Wer eine höhere Versicherungsprämie verwenden will, muss einfach seine Prämie mit 12,4 (durchschnittliche Nutzungsdauer eines Pkw in Deutschland) multiplizieren und durch 235.141 km (durchschnittliche Laufleistung) dividieren.
Für unseren Golf ergeben sich somit kilometerabhängige Versicherungskosten von 0,033 Euro.
Instandhaltungsaufwand
Laut Deutschem Kraftfahrzeuggewerbe betrug der Wartungsaufwand pro Pkw in Deutschland im Jahr 2009 durchschnittlich 228 Euro. 4 Dieser Wert war in den letzten Jahren relativ konstant, sodass ich ihn auf 12,4 Jahre hochrechnen kann. Aufwendungen für Instandhaltung in Höhe von 2827,20 € auf 12 Jahre erscheinen mir sehr moderat. Pro Kilometer ergeben sich somit Kosten in Höhe von 1,2 Cent.
Die genaue Ermittlung der Instandhaltungskosten ist jedoch nur schwer zu normieren. Im ÖPNV-Bereich wird bei der Berechnung der Instandhaltungskosten u.a. das Vorhandensein optimierter Instandhaltungsprozesse, On-Board-Diagnose, etc. vorausgesetzt.
Generell hängen die Instandhaltungskosten eines Fahrzeugs von der Antriebstechnologie und der Kraftstoffart, dem Alter, der gefahrenen Durchschnittsgeschwindigkeit, der Jahreslaufleistung, technischen Aufschlagfaktoren (u..a. für Klimaanlage, elektrische Fensterheber, Abgasnachbehandlungssystemen, etc.) und dem Fahrzeugalter ab. Hinzu kommen noch die Kosten der Werkstatt bzw. der Stundenlohn des Werkstattmitarbeiters von etwa 60 bis 80 Euro/h.
Bei der hier vorliegenden Berechnung ist auch zu beachten, dass das hier vorgestellte Fahrzeug mit einer höheren Laufleistung günstiger ist als mit einer geringen. Dies ist auf den ersten Blick auch verständlich, verteilen sich die Fixkosten auf mehr Kilometer. In Realität wird durch die höhere Fahrleistung allerdings auch der Verschleiß zunehmen, was früher größere Reparaturen notwendig macht. Bei einer hohen Fahrleistung sollten daher eher sprungfixe Kosten statt Fixkosten angesetzt werden.
Beispiel: Die durchschnittliche Laufleistung von Pkw-Reifen wird bei Reifen.de mit 70.000 km angegeben. Fahre ich 50.000 Kilometer im Jahr muss ich bei ausschließlich zeitabhängiger Betrachtung die Reifen somit bereits im 2. Jahr tauschen und somit über die gesamte Lebensdauer des Fahrzeuges sechs Mal. Bei einer Fahrleistung von 25.000 Kilometern je Jahr müssen die Reifen erst im 3. Jahr getauscht werden. Über die gesamte Lebensdauer des Fahrzeuges somit nur vier Mal.
Bei größeren Schäden wie einem Motor- oder Getriebeschaden liegen die Kosten natürlich weit über den hier angegebenen, können aber aufgrund ihrer großen Unsicherheit bzgl. Eintreten und Höhe nicht mit in die Rechnung aufgenommen werden.
Technische Untersuchungen
Haupt- und Abgasuntersuchung müssen bei Pkw das erste Mal nach 36 Monaten und danach im 24-Monats-Rhythmus durchgeführt werden. Bei einem 12,4 Jahre alten Fahrzeug müssen HU und AU somit 5 Mal durchgeführt werden.
Die Hauptuntersuchung (HU) nach§ 29 StVZO kostet derzeit 52,50 Euro. Hinzu kommt die gleichzeitig durchzuführende Abgasuntersuchung, die zwischen 22,90 Euro (ohne Katalysator) bis 35,00 Euro für Diesel-Pkw kostet. Für den in diesem Beispiel betrachteten VW Golf VI Comfortline 1,2 l TSI mit geregeltem Katalysator kostet die Abgasuntersuchung 27,25 Euro.
Da unser Fahrzeug natürlich immer in einem tolen Zustand ist entfallen Nachuntersuchungen.
Umgelegt auf die Gesamtnutzungsdauer von 12,4 Jahren entstehen somit Kosten in Höhe von 5 x (52,50€+27,25€) = 398,75 Euro. Umgelegt auf unsere Laufleistung betragen die HU/AU-Kosten je Kilometer somit 0,00169 Euro.
Kraftstoffkosten
Laut Volkswagen benötigt unser Golf 7,0 Liter auf 100 Kilometer innerorts und 4,6 Liter / 100 km außerorts. 70% aller Fahrten mit dem Golf erfolgen innerorts und 30% der Fahrten außerorts. Der kombinierte Verbrauch liegt somit bei 6,28 Liter auf 100 Kilometer. Der durchschnittliche Benzinpreis für ein Liter Super Plus lag laut ADAC im Jahr 2011 bei 1,522 €. Der Treibstoff für 100 Kilometer kostete somit 9,56 € oder pro Kilometer bei 0,0956 €.
Da der Benzinverbrauch real eher bei 7,1 Litern auf 100 Kilometer als bei 6,2 Litern liegen dürfte, ergeben sich Treibstoffkosten auf 100 Kilometer in Höhe von 1081€. Umgerechnet auf einen Kilometer entspricht dies 0,1081 Euro.
Somit ergibt sich ein Zwischenwert von 0,2497 Cent für einen Kilometer Autofahrt (100 km = 24,97€)
Dieses Ergebnis können wir theoretisch noch weiter den realen Gegebenheiten anpassen:
Kosten für den Autokredit bzw. kalkulatorische Zinsen
Nehmen wir an, dass wir das Auto nicht vollständig aus Eigenkapital finanzieren, sondern einen Kredit aufnehmen müssen. Diesen nehmen wir zunächst für die Hälfte des benötigten Kapitals – also 10.000€ – auf. Die Laufzeit wird auf 36 Monate festgelegt. Damit erreichen wir bei den gängigen Autokreditanbietern einen nominalen Zins von 5 – 6 Prozent p.a. Aus Vereinfachungsgründen rechne ich mit einem nominalen Zinssatz von 5,50% (Mittelwert).
Bei einer monatlichen Rückzahlung in Höhe von 301,96€, fallen für die gesamte Laufzeit 870,54€ Zinsen an. Somit ergibt sich ein Gesamtaufwand von 10.870,54 Euro (effektiver Jahreszinssatz: 5,64 % p.a.). Hinzu kommen noch die Eigenkapitalkosten der anderen 10.000 Euro (siehe unten).
Wollen wir das gesamte Auto fremdfinanzieren und möchten die 20.000 Euro Kreditsumme in 48 Monaten tilgen, müssen wir etwa 6% Zins (nominal) bezahlen. Bei einer monatlichen Rate in Höhe von 469,70 Euro, fallen insgesamt 2.545,66 Euro Finanzierungskosten an (effektiver Jahreszinssatz: 6,17%).
Pro Kilometer erhöhen sich die Kosten folglich um 0,005 Euro (10.000 €, nur Fremdkapital betrachtet) bzw. 0,0168 Euro (20.000 €).
Aufgrund der Tatsache, dass wir uns von den 20.000 € nicht zwingend ein Auto hätten kaufen müssen, sondern das Geld auch am Kapitalmarkt hätten anlegen können, müssen wir noch die kalkulatorischen Zinsen berechnen. Vereinfacht gesagt handelt es sich bei kalkulatorischen Zinsen um Zinsen, die erzielt worden wären, wenn Kapital – statt es für den Autokauf auszugeben – auf dem Kapitalmarkt angelegt worden wäre. Diese Zinsen betragen bei einem kalkulatorischen Zinssatz von 3% auf 12,4 Jahre 8.857,40 Euro, bzw. 0,0376€ / Kilometer.
Kombiniert mit den Finanzierungskosten bei Fremdfinanzierung ergeben sich Kosten pro gefahrenen Kilometer in Höhe von 0,04 Euro (10.000 € bei 36 Monaten) + Eigenkapitalzins für die anderen 10.000 Euro pro gefahrenen Kilometer in Höhe von 0,0188 € in Höhe von 0,0588 Euro.
Finanzieren wir das Fahrzeug vollständig mit Fremdkapital kostet der Kilometer 0,0518 Euro (20.000 € bei 48 Monaten) bzw. 0,0376 Euro bei reiner Eigenfinanzierung.
Somit erhöhen sich die Gesamtkosten pro gefahrenen Kilometer auf 0,3985€ (10.000€ bei 36 Monaten), 0,3015 Euro (20.000€ bei 48 Monaten) bzw. 0,2873 Euro (Eigenfinanzierung).
Externe Effekte
Wenn man nicht nur die persönlichen, d.h. betriebswirtschaftlichen, Kosten messen möchte, sondern die wahren Kosten eines Kilometer Autofahrts berechnen möchte, so muss man auch den externen Effekten wie Umweltverschmutzung, Lärm, etc. einen Preis geben. So geht heutzutage ein großer Teil der Unfall- und Umweltkosten (Lärm, Luftschadstoffe), aber auch ungedeckte Infrastrukturkosten (Bau und Unterhalt der Verkehrsanlagen) zu Lasten der Allgemeinheit. Diese von den Verursachern nicht selber bezahlten Kosten bezeichnet man als externe Kosten des Verkehrs. Diese von der Allgemeinheit getragenen Kosten sind im Preis für Mobilitätsleistungen, den der einzelne Verkehrsteilnehmer zu entrichten hat, nicht inbegriffen und werden deshalb bei der individuellen Verkehrsentscheidung auch nicht beachtet. Laut einer Studie des Bundesumweltamtes aus dem Jahre 2010 könnte eine PKW-Maut, die bei etwa 3-4 Euro pro 100 km liegt, die Kosten kompensieren. Auf einen Kilometer gerechnet, ergäben sich somit zusätzliche Kosten in Höhe von 0,035€ (Mittelwert).
Die Kosten für den Ausstoß von Kohlendioxid wären jedoch in einer solchen Maut noch nicht inbegriffen. Am 06.01.2011 kosteten Emissionsrechte für den Ausst0ß einer Tonne CO2 am Spotmarkt für EU Emission Allowances 14,26 €. Ein VW Golf in unserer Ausstattung emittiert laut Volkswagen 129 g CO2 pro Kilometer. Somit ergeben sich zusätzliche Kosten von 0,00183954 Euro pro Kilometer.
Möchte man die Kosten, die durch externe Effekte entstehen, in unsere Kalkulation mit einbeziehen, ergeben sich Gesamtkosten für einen Kilometer Autofahrt in Höhe von 0,4353 € (10.000€ fremdfinanziert bei 36 Monaten Laufzeit), 0,3383 € (20.000€ fremdfinanziert bei 48 Monaten Laufzeit) bzw. 0,3241 € (keine Fremdfinanzierung).
Für eine 100 Kilometer lange Fahrt mit dem Auto betragen die Kosten folglich 43,53 €, 33,83 € bzw. 32,41 €. Mehr als der durchschnittliche Autofahrer vermutet, nicht wahr?
Eine Fahrt vom Hamburger Hauptbahnhof zum Berliner Hauptbahnhof ist laut Google Maps genau 280 Kilometer lang. Die entsprechende Bahnfahrt kostet 59,00 Euro (IC) bzw. 73,00 Euro (ICE). Mit dem Golf würde dieselbe Strecke 121,88 €, 94,724 € bzw. 90,748 € kosten. Nur mal so als kleiner Denkanstoß. ;-)
Aktualisierung am 15.01.2011 auf Kosten des Jahres 2011
- AXA Verkehrssicherheits-Report 2009 – Eine länderübergreifende Studie zum Verhalten der Europäer im Straßenverkehr – 8.021 Befragte, Querschnitt durch die Bevölkerung im Alter ab 18 Jahre – http://www.axa.de/servlet/PB/show/1188882/AXA_Verkehrssicherheits-Report_2009_Studienergebnisse.pdf ↩
- Bestand an Kraftfahrzeugen und Kraftfahrzeuganhängern in den Jahren 2001 bis 2010 nach Fahrzeugklassen mit dem Durchschnittsalter der Fahrzeuge in Jahren – Kraftfahrzeugbundesamt – http://www.kba.de/cln_005/nn_191188/DE/Statistik/Fahrzeuge/Bestand/Fahrzeugalter/b__alter__kfz__z.html ↩
- vgl. Kraftfahrt-Bundesamt: Fachartikel: Fahrzeugalter Stand: 15.04.2011 ↩
- Zahlen und Fakten 2009, Seite 11 – Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe – 1. Juni 2010 – http://www.kfzgewerbe.de/fileadmin/user_upload/Presse/Zahlen_Fakten/Zahlen%20und%20Fakten%202010.pdf ↩









Mir gefällt diese Zusammenstellung sehr gut! Vielen Dank! Ich erlaube mir, sie in den nächsten Tagen in meinem Blog zu erwähnen, da ich an einem Artikel über die Kritik an der Bahn arbeite. 32,- pro 100 km ist schon recht beeindruckend.
Mir sind noch einige andere Kosten in den Sinn gekommen, die die allermeisten vergessen, z.B. Automobilclub-Mitgliedschaft, TÜV, Inspektionen, Reparaturen, Winterreifen, Zubehör. Im Einzelfall mögen diese Punkte nach Kleinkram aussehen, aber ich denke, dass sie noch ein wenig zur Verteuerung des Auto-Kilometers beitragen.
Und da ich mich auch mit der Kritik an Reisezeiten beschäftige, hier noch der Hinweis, dass das Auto über die eigentliche Fahrtzeit hinaus viel Zeit kostet, die einen aber nicht einen Meter voranbringt, wie z.B. Tanken, Reifen- u. Öl-Kontrolle, Autopflege, Parkplatzsuche.
Vielen Dank und einen frohen Gruß – andreas
Hallo Andreas,
erstmal Danke für das Lob.:-)
Inspektionen, Reparaturen, TÜV, etc. sind bereits im Punkt “Instandhaltungen eingerechnet. Natürlich kann man den Artikel noch erweitern und stärker ins Detail gehen. Auf den Kilometer gesehen, dürfte sich allerdings nicht viel ändern.
Zubehör, etc. lässt sich leider nicht verallgemeinern. Daher wollte und konnte ich hier keinen Pauschalbetrag angeben. Das Gleiche gilt für Autowäschen: manche fahren ein Mal in der Woche in die Waschanlage und lassen ihr Auto wachsen, versiegeln, etc. und manch andere waschen ihr Auto alle sechs Monate selber. Aber ich denke, dass sich jeder die individuellen Kosten seines Autos selber ausrechnen kann. Ich weiß auf Anhieb nicht, ob es dafür geeignete Rechner und Skripte im Internet gibt, aber ich denke schon. Ansonsten hilft auch Stift, Papier und ein Taschenrechner oder Excel.
Zeit für die Pflege des Autos, die Suche nach einem geeigneten Parkplatz, der Bau und der Unterhalt einer Garage, etc. sind nur schwer quantifizierbar und hängen immer von den äußeren Gegebenheiten ab. Eigentlich müsste man den Kilometerpreis etwas höher ansetzen. Das wird mir aber ein wenig zu intransparent.
Viele Grüße
Martin
PS: Ich würde mich über einen Link zu dem Bahn-Artikel (wenn er denn online ist) sehr freuen. Kann auch ruhig hier in den Kommentaren sein. ;-)
Lieber Martin,
danke für diese transparente, nachvollziehbare Berechnung, die hoffentlich Eingang findet in so manche Studie, die sich mit volkswirtschaftlichen Kosten für Mobilität beschäftigt.
Zur Ergänzung möchte ich an dieser Stelle auf die Berechnungen des VCÖ verweisen, der 2010 einige typische österreichische Pendlerstrecken auf ihre Kosten untersucht hat. Verblüffenderweise kam nicht nur heraus, dass die Öffis günstiger sind, sondern auch, dass sie in einigen Fällen sogar SCHNELLER sind!
Leider finde ich die Original-Studie nicht, daher der Link zur Presseaussendung:
http://j.mp/z0KvcZ
Viele Grüße und weiter so,
Yasmin
Die Absicht des Artikels ist löblich, allerdings sinken die angesetzten Kosten – wenn ich das richtig sehe, ich habe es nicht nachgerechnet – bereits mit einem Jahr längerer Nutzung deutlich. Auch eine Mehrnutzung bedeutet geringere Kosten. Will heißen, je mehr ich fahre, desto weniger kostet der Kilometer.
Das soll natürlich nicht der ursprünglichen Zielsetzung des Artikels entgegenwirken, ist aber wichtig, wenn man die Fixkosten aufteilt, wie Sie es tun.
Hallo Anselm,
es stimmt dass sich die Kostenfunktion regressiv entwickelt, insbesondere wenn man wie ich die Fixkosten auf die gefahrenen Kilometer aufteilt. Durch die höhere Fahrleistung kommt es allerdings zu höheren Verscheliß und somit zu höheren Wartungskosten. Man müsste daher die Fixkosten als sprungfixe Kosten ansetzen was die ganze Rechnung aber ungleich komplizierter macht. Ich überlege mir da mal etwas… ;-)
Hallo Martin – danke für diese interessante Auswertung! Eventuell habe ich darin einen Fehler gefunden oder mein Gedankenweg ist falsch, weshalb ich Dich Folgendes fragen wollte:
Du gehst beim Durchschnittsalter eines hier zugelassenen PKW gemäß KBA-Zahlen aus von 8,1 Jahren. Soweit, sogut.
Dann rechnest Du den Wertverlust aus: 19.995€ Anschaffungspreis geteilt durch 8,1 Jahre = 2.468,52€, was bedeutet, dass das Musterauto nach 8,1 Jahren einen Wert von 0€ hat.
Ich verstehe die Zahlen des KBA derart, dass alle PKW, die 2010 zugelassen (also weiterhin unterwegs) waren im Schnitt 8,1 Jahre alt waren. Bei Deiner Herangehensweise jedoch hat die gesamte Fahrzeugflotte einen Wert von 0,0€, weil ein PKW im Schnitt ja nur 8,1 Jahre alt wird.
Verstehst Du meinen Gedankengang?
Gruss aus München, andi
Moin Andi!
Ich verstehe was du sagen willst. Ich habe nach der Nutzungsdauer von 8,1 Jahren eine Liquidationserlös von 0 Euro angesetzt. Das ist natürlich falsch… ;-)
Ich habe auch erst in einer Studienarbeit eine Preisverfallsanalyse von Pkw durchgeführt, weiß also dass sich der Gebrauchtwagenpreis eher nach einer e-Fkt. bzw. einer weiteren multiplikativ verknüpften Regressionsfunktion entwickelt. Aber ich sag dir gleich: wir befinden uns dann bereits in einem komplexen mathematischen Modell, dass ich unmöglich in einfachen Worten beschreiben kann (so wie ich es mit diesem Artikel versucht habe).
Um das ganze einfacher zu halten, berechne ich das kurz nochmal neu und nehme als Basis das Alter der Außerbetriebsetzungen. Das KBA hat einen Wert von exakt 10 Jahren (inklusive kurze Außerbetriebssetzung durch Autohäuser, u.a.) ermittelt, ich passe die Rechnung aber auf zuletzt (2006) sauber ermittelten Wert von 12 Jahren an. Die Jahre davor betrug er auch immer 11-12 Jahre, das dürfte also der realistischere Wert sein. ;-)
Aber vielen Dank für den Hinweis!
Grüße dich,
kleiner Hinweis, der ADAC hält mit den Kosten auch nicht hinter dem Berg:
http://j.mp/wgKQ9d
Viele Grüße,
Weltkommentator
Stimmt…der ADAC hat auch noch eine ausführlichere Liste für jedes erdenkliche Modell: http://www.adac.de/infotestrat/autodatenbank/autokosten/default.aspx?ComponentId=49889&SourcePageId=8749&quer=autokosten
Ich bilde mir ein, dass diese Übersicht 2010 noch Geld gekostet hat (bin mir aber nicht sicher). Auf jeden Fall ist die Datenbank jetzt kostenlos… :-)
UPDATE: Okay, die vollständige Berechnung kostet immer noch Geld: http://www.adac-autokosten.de/ Die kostenlose Variante ist leicht oberflächlich… ;-)
Wo sind die Steuern für öV?
Was meinen Sie für Steuern?
öV = öffentlicher Verkehr?
Zahlt man keine Steuern für den öffentlichen Verkehr?
Eine Fahrt vom Hamburger Hauptbahnhof zum Berliner Hauptbahnhof ist laut Google Maps genau 280 Kilometer lang. Die entsprechende Bahnfahrt kostet 59,00 Euro (IC) bzw. 73,00 Euro (ICE). Mit dem Golf würde dieselbe Strecke 121,88 €, 94,724 € bzw. 90,748 € kosten.
z.B. Stuttgart 21 würde mehrere Milliarden Kosten und das nur für Stuttgart. Die Infrastruktur muss also von den Steuerzahlern bezahlt werden. Es kostet also einbisschen mehr als die 59 oder 73 Euro.
Wenn man es genau nehmen würde :)
Ich fahre ja selber Zug, also nicht böse gemeint :)
Natürlich wird ein Teil des Steueraufkommens für den Bau der Infrastruktur genutzt. Der Fernverkehr ist ja eigentlich eigenwirtschaftlich betrieben, wird aber natürlich konzernintern mit dem Nahverkehr verrechnet.
Im Fahrpreis des Fernverkehrs werden von Seiten der DB der Kosten der Trasse und der Verkehrshalte eingerechnet. Diese Mittel fließen durch die Gliederung des DB-Konzerns intern an die DB Netz und die DB Station&Service.
Würde ich die Kosten des Baus der Infrastruktur hier mit in den Fahrpreis einbeziehen, müsste ich gleichzeitig die Mittel für den Straßenbau ein- bzw. herausberechnen. Ein Teil der Kfz-Steuer wird für die Straßenverkehrsinfrastruktur berechnet, allerdings fließt die Kfz-Steuer nicht im vollen Umfang ein (alle Finanzverwaltung). Man müsste auch die Steueranteile der Ökosteuer, Kraftstoffsteuer herausrechnen. Die ganze Rechnung wird somit äußerst komplex und wandelt aich von einer betriebswirtschaftlichen Betrachtung zu einer volkswirtschaftlichen…
Aber im Allgemeinen haben Sie Recht. Aber das wäre eher ein Thema für Wie teuer ist ein Kilometer Bahnfahrt was aber durch die Komplexität des Systems Bahn (alleine die Simulation des Stromverbrauchs der Elektrolokomotiven hängt von über 10 Faktoren ab) sehr schwierig ist…
Diese km-Preise dürfen in der Realität deutlich höher sein. Alleine z.B. Parkgebühren schlagen bei jeder Stadtfahrt mit erfahrungsgemäß durchschnittlich 5-8 EUR/2h (hier in München) zu Buche.
Aber diese km-Preise schrecken keinen ab, der schon ein Auto besitzt. Weil mit jedem gefahrenen km der Preis/km etwas sinkt.
Dieser km-Preis beeindruckt Menschen die kein Auto besitzen und sich überlegen eins zu kaufen. Dann merkt man nämlich, dass Monatsticket für U-Bahn, ab und zu Taxi und Bahncard25 viel viel günstiger ist.
Allerdings werden Autos auch vielfach versteckt subventioniert, ohne dass man es merkt. Und so werden sie wieder billiger. Nur ein Beispiel: bei uns in der Nachbarschaft werden Häuser gebaut. Tiefgaragenplätze werden je Stellplatz für 18.000 EUR verkauft (Zwang). In der Garage sind 10 Stellplätze vorhanden. Die Garage kostet aber sehr wahrscheinlich das Doppelte bis Dreifache. Die Differenz werden den Häusern aufgeschlagen. So wird wohnen noch teurer.
Naja, es kommt drauf an. Die Kosten sinken nicht zwingend mit jedem zusätzlichen Kilometer. Grenzkosten können nur bis zu einem bestimmten Punkt sinken, das geht wirtschaftlich nicht anders.
Grenzkosten sinken so lange wie die Skalenerträge dies zulassen, d.h. ein zusätzlich gefahrener Kilometer den Fixkostenanteil je Kilometer minimiert. Ein anderer Faktor ist jedoch die Zeit. Wir haben jeden Tag nur ein bestimmtes Budget Zeit zur Verfügung, das wir im Auto verbringen können. Der Rest geht ab für Essen, Schlafen, Arbeiten (vorausgesetzt dass wir das nicht auch noch im Auto machen). Die meisten menschen können also gar nicht die kostenminimale Fahrleistung erbringen. Daher ist das Verkehrsmittel Pkw ja teilweise so ineffizient (gar nicht zu sprechen vom durchschnittlichen Besetzungsgrad von 1,6…).
Bei der Pkw-Nutzung spielt ja nicht nur die wirtschaftliche Seite eine Rolle, sondern auch der Komfort oder das vielbeschworene “Freiheitsgefühl”. Die Verkehrsmittelwahl wird ja von mehreren Einflussgrößen determiniert (als erstes von der Verfügbarkeit). Da spielen auch sozio-ökonomische Faktoren eine Rolle. Ab einem gewissen Einkommen ist es mir egal, wie viel die Autofahrt kostet. Deswegen kriegt man den in New York den Anteil der Pendler, die mit dem Pkw nach Manhattan kommen (sind nur noch 10 Prozent) nicht weiter gesenkt, weil es ihnen egal wäre, wenn ich 50 Dollar pro Fahrt nach Manhattan nehme…
Und es kann schon stimmen, dass mein berechneter Wert zu gering ist. Darüber lässt sich immer streiten. Man müsste dann den Einzelfall betrachten und dies mit Hilfe standardisierter Größen bewerten.
Wegen der Parkplätze:
Jeder Bauher hat die Herstellungspflicht für Stellplätze in ausreichender Zahl und Größe. Das ist in den Bauordnungen der Länder geregelt (eingeführt 1939 mittelsReichsgaragenordnung; „Verursacherprinzip“). Wenn es baulich nicht möglich ist oder die Kommune den Bau von weiteren parkplätzen beschränkt, kann man diese Pflicht auch ablösen indem man Geld bezahlt. Diese Mittel werden dann von der Kommune wieder in den Ruhenden Verkehr (sprich Parkplätze) investiert (müssen sie, ist zweckgebunden, kann aber auch an anderer Stelle sein, teilweise auch für Verkehrsverlagerungsmaßnahme).
Gefordert sind bei normalen Wohnhäusern 1-2 Stellplätze je Wohnung sowie 1-2 Fahrradstellplätze, für Bürogebäude, usw. natürlich entsprechend mehr. Es ist also relativ egal ob man den Stellplatz kauft oder nicht. Er muss vom Bauherren irgendwie umgelegt werden: entweder weil er physisch errichtet wird oder weil er abgelöst wird. Das zu ändern wäre Aufgabe des Gesetzgebers… ;-)
Für Autofahrer, die ab und zu das Auto stehen lassen und mit öffentlichen Verkehrsmittel fahren, ist diese Berechnung nicht hilfreich, da die Fixkosten des Autos weiter bestehen und die eingesparten Abnutzungskosten und sonstige eingesparten Kosten verhältnismäßig gering sind und somit kaum ins Gewicht fallen.
Wir verzichten seit einigen einigen Wochen auf einige Fahrten mit dem Auto und benutzten stattdessen öffentliche Verkehrsmittel. Wenn sich unser Verhalten so weiterentwickelt, könnten wir ca. 1000 km jährlich eingespart haben.
Geldmäßig werden wir nichts gespart haben, denn wenn man unsere jährliche Kilometerleistung (Leistung ist ja an dieser Stelle ein komisches Wort) von ca. 20000 km sieht, wird der Wertverlust und werden die Reraraturen durch unserere eingesparten Kilometer kaum beeinflusst werden.
Also kann ich bei einer Gegenüberstellung der Kosten Auto/ÖPNV, beim Auto eigentlich nur die Spritkosten ansetzten.
Oder wie sehen Sie das?
Gruß
M
Hallo Martin,
du hast Recht, dass die volle Ersparnis nur bei vollständiger Stilllegung / Abschaffung des Fahrzeugs eintritt.
Durch Ersatz einiger Autokilometer durch Fahrten mit demÖPNV / Rad / zu Fuß können nur die fahrleistungsabhängigen Kosten für Kraft- und Schmiersstoffe, kilometerabhängiger Verschleiß (Reifen/Bremsen), usw. eingespart werden.
Wir haben in einer Studienarbeit die verschiedenen Einflussgrößen auf die Gebrauchtwagenpreise untersucht. Für den Wertverlust eines Fahrzeuges spielen v.a. die Fahrleistung und die Zeit eine Rolle (ob das Fahrzeug bewegt wird oder nicht wird zunächst vernachlässigt). Jeder Kilometer, der nicht mit dem Fahrzeug zurückgelegt wird, ist werterhaltend. Das genaue Niveau lässt sich allerdings nicht ex ante festlegen sondern muss für jedes Fahrzeug einzeln ermittelt werden. Hier spielen Ausstattungsmerkmale, Motorentechnologie, Facelifts, usw. eine große Rolle.
Für einen direkten Vergleich mit dem ÖPNV sollten folgende Kosten mit einfließen:
Kraftstoffe
variable Werkstatt-, Pflege- und Instandhaltungskosten (Reifen, Autowäsche, usw.)
kilometerabhängige Wertverlust (Richtwert: bis 3% des Listenpreises je 10.000km)
Natürlich kann man vereinfachend nur den reinen Spritpreis ansetzen. Allerdings wird bei einer solchen Rechnung der ÖPNV (fast) immer schlechter abschneiden als der eigene Pkw, da die ÖPNV-Fahrkarte voll als Fahrtkosten angesehen werden, die beim eigenen Pkw stärker versteckt sind. Beim Auto sind die Fixkosten der größte Teil (Anschaffung des Autos, Kfz-Steuer, Kfz-Versicherung, usw.). Je nach Fahrzeuggröße kann der Fixkostenanteil das zwei- bis dreifache der variablen Kilometerkosten betragen. Werte, die die meisten Autofahrer erstens nicht erwarten und zweitens nicht in die Vergleichsrechnung mit dem ÖPNV einbeziehen.
Rein hypothetisch könntest du dir ja auch überlegen wegen der häufigen Fahrten mit dem ÖV ein kleineres Auto als heute anzuschaffen oder ganz auf den eigenen Pkw zu verzichten und Strecken, die nicht mit Bus und Bahn zurückgelegt werden können, mit Carsharing, usw. zu erledigen. Die Differenz der Anschaffungskosten eines größeren Fahrzeugs gegenüber dem kleineren Fahrzeug könnte man dann auf den Kilometer umlegen und als indirekte Einsparung dem ÖV gutschreiben. Oder nur noch die Carsharingkosten ansetzen. In diesem Fall würde die Einsparungen viel deutlicher erkennen. Oder man wartet einfach auf einen Benzinpreis in Höhe von drei Euro oder mehr…
Gruß!
Martin
Hallo Martin,
es ist natürlich schade, dass es sich für die 40 Millionen Autofahrer in Deutschland (scheinbar) erstmal finanziell nicht lohnt, ab und zu öffentliche Verkehrsmittel zu benutzten, wenn sie weiterhin ihr Auto besitzen.
Wodurch kann es sich aber trotzdem finanziell lohnen?
Ich bin ein Schönwetterradler und mag es absolut nicht, bei Regen, Wind, Eis und Schnee mit dem Rad zu fahren. Aber trotzdem gibt es ja von April bis Oktober auch für mich sehr häufig die Möglichkeit, mit dem Rad zu fahren. Diese Fahrten beeinflussen bei der Kostengegenüberstellungen Auto – „ÖPNV-Rad-zuFuss“ die Zahlen zugunsten „ÖPNV-Rad-zuFuss“
Eine weitere Möglichkeit wäre es, die Anzahl an Fahrten mit ÖPNV so steigern, dass sich eine Monatskarte lohnt. Damit würde der Fahrpreis pro Fahrt mit dem ÖPNV sinken.
Außerdem stellte ich bei meinen Dokumentationen fest, dass wir in der letzten 2 Jahren ca. 21000 km jährlich gefahren sind, das entspricht einer monatlichen Kilometerleistung von 1750 km. Seit dem wir angefangen haben, manchmal öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen, belaufen sich diese Fahrten auf ca. 100 km im Monat.
Das würde bedeuten, dass wir 1650 Kilometer mit dem Auto gefahren sein müssten. SIND WIR ABER NICHT! In Wirklichkeit sind wir nur 1200 Kilometer gefahren. Es scheint also so zu sein, dass alleine das permanente Aufschreiben der Fahrten dazu geführt hat, unnötige Fahrten zu unterlassen. Und dieser Anteil scheint reletiv hoch zu sein. Der Beobachtungszeitraum ist jedoch noch relativ kurz. Mal sehen, ob sich die Zahlen langfristig bestätigen.
Gruß
Martin
Hallo Martin,
ein sehr interessanter Kommentar. Wenn man objektiv an die Wahl des Verkehrsmittels geht, unterlässt man einige Fahrten bzw. wählt den ÖPNV, das Rad oder geht zu Fuß. Die Kosten werden einem einfach bewusster. Denselben Effekt hat man beim Carsharing feststellen können. Je nach Struktur der Stadt werden zudem 4,6 bis 20 Pkw durch ein Carsharing-Fahrzeug ersetzt. Hier sinkt der Flächenverbrauch.
Ein kleiner Denkanstoß: Man könnte auch darüber nachdenken, das Fahrzeug mit Nachbarn zu teilen und dadurch die Fixkosten auf mehrere Schultern zu verteilen. Die Einsparungen durch den Zeitverlust sind ansonsten zu hoch, sodass man bei einer Fahrleistung von 1.200 km pro Jahr weitaus höhere Kilometerkosten hat als in der obigen Rechnung angesetzt. Das kann man recht schön über eine Abfrage in der Schwackeliste oder DAT errechnen. Durch die Einsparung von 450 km/Monat spart man bei den variablen Kosten etwa 50 Euro (Ich hab mal 11 Cent je km angesetzt). Also etwa 1-1,5 Monatskarten für den ÖPNV (kommt ganz auf die Stadt an). Aufs Jahr wären das immerhin schon über 700 Euro. Und wenn man sich ein kleineres Auto kauft und das mit den Nachbarn teilt, kann man sicherlich einige tausend Euro pro Jahr sparen. Man müsste das für jedes einzelne Fahrzeug nur genau durchkalkulieren (hier bietet sich beispielsweise der ADAC Autorechner an, auch wenn das ein paar Euro kostet).
Carsharing lohnt sich bei einer Fahrleistung von über 14.000 Kilometer voraussichtlich nicht. Wenn überhaupt ein passendes Carsharing-Angebot an deinem Wohnort existoert…
Aber auf jeden Fall eine spannende Sache. Mich interessiert das wie viel Fahrten vermieden werden, wenn man sich über die genauen Kosten Gedanken macht und die verschiedenen Optionen miteinander vergleicht. Sollte man auf jeden Fall dran bleiben!