Artikel zum Thema Hybridantrieb
Verkehr in 140 Zeichen am 14.08.2013
  • Eine Stunde (kumuliert) pro Tag und Person kostenloses Wlan an Schweizer Bahnhöfen – heise online – http://t.co/yX0fhnzPDc #SBB #schweiz ->
  • Die indische Eisenbahn möchte Eisenbahnwaggons mit Solarzellen zur Stromversorgung (Licht und Klimaanlage) ausstatten http://t.co/z0nU0EAQt4 ->
  • Niedersachsen will die Weisung aus dem BMVBS, die A7 mit einem ÖPP-Modell (öffentlich-private Partnerschaft) auszubauen, nicht befolgen. ->
  • Besonders für die S-Bahn Berlin interessant! Was bedeutet ein Betreiber #MTR für den Fahrgast? – http://t.co/Vnq0x0JWy3 #bahn #berlin ->
  • Siemens erweitert die Metro in Gurgaon (Indien) schlüsselfertig um sieben Kilometer (Baukosten: 70 Mio. €) – http://t.co/kYxTZGQo7n ->
  • RT @MKreutzfeldt: Das @BMVBS lehnt Reduzierung der 500-Mio-Zahlung der #Bahn an Bund ab. Im Gegenteil: “Die Dividende soll steigen”, sagt S… ->
  • Brasiliens urbane Mobilitätskrise – Global Voices Online – http://t.co/sklaZJohaf ->
  • Manchester bekommt ein eTicketing-System ähnlich der Londoner Oyster Card und nennt es “My Get Me There” – http://t.co/ZVD6Xk1EYv ->
  • China: Hochgeschwindigkeitszüge nehmen Airlines Marktanteile und Umsatz weg. Einer der Hauptgründe: Flugverspätungen http://t.co/1cm3Gzp6Qe ->
  • Die indische Stadt Panaji kämft gegen das Wachstum des MIV: Fußgängerzonen, besserer und mehr ÖPNV sowie neue Straßen – http://t.co/cDIwh4fHpj ->
  • BMW und Daimler wollen bis 2020 jeweils eine Milliarde Euro mit ihren Carsharing-Angeboten umsetzen http://t.co/Ce9013iCc3 #car2go #drivenow ->
  • Seouls Bürgermeister schlägt seinem Amtskollegen aus Manila ein U-Bahn-System ähnlich der koreanischen Hauptstadt vor http://t.co/vpetCPMCCN ->
  • Ein spezielles Gesetz soll in Thailand das Budgetrecht des Parlaments zugunsten von Infrastrukturprojekten schwächen http://t.co/eRiUwpLDSz ->
  • Meistens ist @wiwo_green wirklich okay, manchmal denkt man sich aber einfach nur “WIESO?” http://t.co/Q2GFtYFBlB #qualität #fehlanzeige ->
  • Britische Politiker möchten Fahrzeuge mit reinem Verbrennungsmotor ab 2040 von britischen Straßen verbannen – http://t.co/Mq7AaqFKx9 #UK ->
  • Kann die neue U-Bahn in Riad eine soziale Revolution erzeugen? – SPIEGEL (englische Version) – http://t.co/acPiSYXB7X ->
  • London könnte eine Hochgeschwindigkeits-Ringbahn ähnlich des Autobahnringes bekommen – #London loves Business – http://t.co/06TfumyFie ->
Verkehr in 140 Zeichen am 29./30.04.2013
PSA Peugeot Citroën und Bosch entwickeln ein Hybridfahrzeug mit Membranspeicher. Es fährt nicht mit Luft!

PSA Peugeot Citroën und Bosch haben gemeinsam einen Hybridantrieb entwickelt, bei dem anstatt eines Akkumulators ein Drucklufttank als Energiespeicher genutzt wird. Normalerweise ist Fahrzeugtechnik nicht so prominent in diesem Blog vertreten. Allerdings fällt mir schon seit längerer Zeit auf, dass sogar Fachmedien technisch eher unausgereifte, wenn nicht sogar falsche Artikel verfassen. Am Beispiel des neuen Hybridantriebs kann man das sehr gut nachvollziehen. Viele Medien haben nämlich aus der Überschrift der Bosch-Pressemitteilung “Bosch arbeitet an hydraulischem Hybrid für Pkw” die Überschrift “Peugeot fährt mit Luft” (Golem, Autoblog) oder Peugeot präsentiert den Luftantrieb (euronews) erdacht.

Die genannten Medien sollen nur exemplarisch für die Vielfalt an falschen Meldungen stehen. Die Presseabteilungen sollten dringend befähigt werden, technische Zusammenhänge in ihren Pressemitteilungen genauer zu erläutern. Journalisten sollten Presse- bzw. Agentur-Meldungen und ihre eigenen Artikel kritisch hinterfragen. Und falls die technischen Kenntnisse nicht vorhanden sein sollten, ist eine Nachfrage bei der jeweiligen Pressestelle oder bei Personen mit Fachkenntnissen sicherlich nicht verkehrt. Denn nach meinem Empfinden steigt die Fehlerrate in letzter Zeit rapide an!

Funktionsweise – Einfach erklärt

Schematische Darstellung von HybridAir (© PSA Peugeot Citroën)

Das hydraulische Hybridsystem besteht im Wesentlichen aus zwei Hydraulikeinheiten sowie den dazugehörigen Druckspeichern. Im Hauptspeicher des Fahrzeugs, der sich im Kardantunnel befindet, ist ein Vordruck mithilfe von Stickstoff hergestellt. Stickstoff wird aufgrund seiner großen Moleküle genutzt, da dieses bei der Wandlung nicht so leicht entweichen kann.

Schematische Darstellung eines Membranspeichers – Zeichnung: karl.krieger@aon.atCC BY-SA 3.0

Die Hydraulikpumpe, welche vom Verbrennungsmotor angetrieben wird und sich an der Kurbelwelle befindet, pumpt beim Bremsen das Hydrauliköl aus einem Ausgleichsbehälter in den Druckbehälter. Stickstoff und Hydrauliköl sind durch eine Membran voneinander getrennt. Durch das einströmende Öl wird der Stickstoff auf etwa 250 Bar verdichtet und die enthaltene Energie mittels Kompression gespeichert. Bei Bedarf kann das Hydraulikventil wieder geöffnet werden, die Hydraulikflüssigkeit entweicht und lässt dem Stickstoff Raum zur Expansion. Der sich ausdehnende Stickstoff beschleunigt wiederum das Hydrauliköl, welches einem Hydraulikmotor als Antriebsenergie dient. Das ist das ganze Geheimnis.

Vorteile des Systems

  • Niedrige Kosten und geringes Gewicht – es sind nur zwei Druckluftbehälter und einige Steuerelemente erforderlich
  • Hohe Leistungsdichte
  • Effiziente Umwandlung kinetischer Energie in Druckluft-Energie
  • Extrem schnelle Ladung und Freigabe gespeicherter Energie
  • Fahrzeuge wie der Citroën C3 oder Peugeot 208 sollen mit HybridAir nur 2,8 Liter/100 km verbrauchen und 69g CO2 / km emittieren
  • Bis zu 45 Prozent weniger Kraftstoffverbrauch im Stadtverkehr laut PSA Peugeot Citroën
  • Im Vergleich zu Lithium-Ionen-Batterie oder anderen Batteriearten fallen bei der Herstellung weniger Emissionen an
  • Ersatzinvestitionen bedürfen geringeren finanziellen Mitteln

Ob sich diese Antriebstechnologie durchsetzt, wird der Markt entscheiden. Die Kosten für die Antriebseinheit dürften aufgrund der geringeren Komplexität und der nicht vorhandenen Batterie einige tausend Euro günstiger sein. Man wird allerdings beobachten müssen, wie sich die Batteriekosten und die Batteriekapazität in den nächsten Jahren entwickeln werden, um ein abschließendes Fazit ziehen zu können!

ETH Zürich-Professor Lino Guzzella, der 2009 einen pneumatischen Hybridmotor entwickelte, bezweifelte den Erfolg des von PSA Peugeot Citroën und Bosch entwickelten Systems. Dieses sei “als technische Lösung faszinierend, aber sehr komplex, und deshalb eher keine kostengünstige Alternative zum Elektrohybriden.” (Auto Bild Nr. 5/2013, S. 18) Bei dem von ihm erdachten Konzept wird beim Beschleunigen durch ein zusätzliches Ventil im Zylinderkopf die vom Kompressor fehlende Druckluft eingeblasen und beim Bremsen der Lufttank wieder gefüllt 1.

Aktualisierung – 16.10.2013

In einer früheren Version dieses Artikels stand, dass auch die Auto Bild in Ausgabe 5/2013 den zu Beginn dieses Artikels bemängelten Fehler gemacht habe. Dies entspricht leider nicht der Realität. Nach einem Hinweis aus der Auto Bild-Redaktion und Überprüfung des Sachverhalts habe ich dies entsprechend korrigiert.

  1. Dönitz, C., Vasile, I., Onder, C., and Guzzella, L., “Realizing a Concept for High Efficiency and Excellent Driveability: The Downsized and Supercharged Hybrid Pneumatic Engine”, SAE Technical Paper 2009-01-1326, 2009, doi:10.4271/2009-01-1326. - http://papers.sae.org/2009-01-1326
Verkehr in 140 Zeichen am 29.01.2013
  • Hybridfahrzeuge müssen in Zukunft vermutlich ebenfalls die Londoner Congestion Charge bezahlen – Evening Standard – http://bit.ly/XOrrbI
  • Hybrid-Wing-Flugzeug macht Fortschritte – heise online - http://bit.ly/T3Jz4n
  • EU27: Neuzulassungen von Nutzfahrzeugen mit -23,4% – Querschüsse - http://bit.ly/WLIOew
  • Traditionsfluglinie OLT ist insolvent – Tagesschau - http://bit.ly/116rFgw
  • Ärger über Schwarzfahrer: SBB müssen 2012 die Hälfte der Strafgebühren abschreiben – Blick - http://bit.ly/116wo1K  #bahn #sbb
  • Wie Logistik Marken ruinieren kann – etailment - http://j.mp/126CZ0X  #GLS#ecommerce #fail
  • Stuttgart 21: Kritik von Regierungsvertretern am DB-Aufsichtsratsvorsitzenden Felcht wg. mangelhafter Unterrichtung über#S21-Kosten.
  • Es soll faktisch ein ganzes Jahr keine schriftliche Unterrichtung des Gremiums zum Projektstatus gegeben haben - http://j.mp/VtDZKM  #s21
  • AKN verschiebt Bestellung von neuen Zügen, weil man keine passenden Dieseltriebwagen findet – Nahverkehr Hamburg – http://j.mp/VtEnJc
  • Jetzt also doch: US-Verkehrsminister Ray LaHood verzichtet auf eine zweite Amtszeit Washington Post - http://j.mp/1152lgm
  • Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) testet in Braunschweig die hochautomatisierte Parkplatzsuche – PM DLR – http://j.mp/11560Ld
  • Smog-Alarm in Peking: Behörden rufen Luftnotstand aus – Tagesschau - http://bit.ly/T5ICZr
  • Flughafengesellschaft FBB prüft Bau eines Satellitenterminals am#BER, um die Kapazität um 7,5 Mio. PAX zu erhöhen. Kosten: ~ 500 Mio. €
  • Was mir gerade einfällt: Den Vorschlag mit dem Satellitenterminal bzw. Bau von T2 hatte ich ja bereits am 7.1. O_o http://j.mp/UASwBP  #BER
  • Ein möglicher Zusammenhang zw. elektronischen Werbetafeln & Autobahnunfällen wurde nun wissenschaftlichen nachgewiesen – http://bit.ly/VudGUR
  • Die wohl fußgängerunfreundliche Kreuzung weltweit: 28 Fahrspuren müssen überquert werden, Dauer: 8,5 Minuten - http://bit.ly/T6MCJ1
Verkehr in 140 Zeichen am 13.01.2013
  • Indien: PKW-Verkäufe mit -12,5% zum Vorjahresmonat – Querschüsse - http://bit.ly/11rkgg6
  • Angeblich Beschluss der EU-Kommission zum 4. Eisenbahnpaket. Im SPNV sollen ab 2019 keine Direktvergaben möglich sein http://bit.ly/SsO5ul
  • Auslandsfertigung wächst um sechs Prozent: 2012 wurden 7,8 Milionen Pkw deutscher Marken außerhalb des Landes produziert -Wiwo -http://bit.ly/SsQkh1
  • Die vier größten US-Airlines haben 2012 Kapazität abgebaut, Platz 5-9 ihr Angebot ausgeweitet – Airline Biz Blog - http://bit.ly/SsSihB
  • BER-Architekt wirft Flughafenmanagern “großangelegte Täuschung” vor – SPIEGEL - http://j.mp/UWHzsU  #BER
  • So seien bis Mai 2012 286 Planänderungsanträge eingegangen und hätten den Planungsprozess immer wieder gestört und verzögert.
  • Bundesverkehrsminister Ramsauer soll bereits am 19.12.2012 und somit vor Wowi & Co. von der erneuten Verschiebung unterrichtet worden sein.
  • Ich bin ja schon auf SrV 2013 gespannt! Am SrV 2013 sind voraussichtlich 46 Städte, Länder&Verkehrsbetriebe beteiligt.http://j.mp/TTIvz6
  • General Electric möchte nicht mehr 25.000 Fahrzeuge der Firmenflotte bis 2015 auf Elektro- und Hybridantrieb umstellenhttp://j.mp/TTJGi2
  • Kommen Eisenbatterien mit Ferrat-Salzen, Kaliumsalz (K2FeO4) oder Bariumferrat (BaFeO4) für #Elektroautos zurück? - http://j.mp/TTLOqd
  • [Video zum Wochenende] Menschenleeres San Francisco, Seattle, New York und Washington D.C. http://j.mp/VXCqjP
  • Interessante Übersicht wie das Bikesharing-Angebot in Washington D.C. aufgebaut ist – Active Transportation Alliance - http://j.mp/V67cby
  • L.A. verschärft die Regelungen zur Anlage von Stellplätzen. Aber nicht für Autos, sondern für Fahrräder - http://j.mp/UJqVLG  #radverkehr
  • Ausländische Botschaften haben 2012 sieben Millionen Pfund Innenstadtmaut in London geprellt – London24 - http://j.mp/UJrMfo
Blick in die Glaskugel: Die Verkehrstrends des Jahres 2013

Neben einem Blick ins vergangene Jahr darf in einem Blog mit dem Wort Zukunft im Namen ein kleiner Ausblick auf die kommenden 361 Tage nicht fehlen. Natürlich lässt sich vorab kein genaues Bild dieses Jahr zeichnen, aber Trends und Entwicklungen der vergangenen Jahre, die 2013 fortgeschrieben werden oder sich erst zu wahrnehmbarer Größe entwickeln, lassen sich sehr wohl bestimmen.

Zuerst aber ein kleiner Ausblick auf Entwicklungen, die meiner Meinung recht sicher eintreffen werden, aber die kein guter Start ins Jahr 2013 wären:

Es erscheint mir relativ sicher, dass wir auch 2013 Probleme mit Kostensteigerungen bei Verkehrsprojekten haben werden, der neue Hauptstadtflughafen Berlin Brandenburg und das Bahnprojekt Stuttgart 21 weiterhin kontrovers diskutiert werden, vermutlich einige weitere Projekte zur kritischen Diskussion hinzukommen werden, die Finanzierungsprobleme zum Erhalt der Verkehrsinfrastruktur weiterhin beklagt werden („Wir brauchen mehr Geld, sonst bricht hier alles zusammen!“), CDU/CSU und FDP sich über die Einführung einer Vignettenpflicht für Pkw auf deutsche Autobahnen streiten werden, die Benzinpreise wie jedes Jahr spätestens zu Ostern „zu hoch“ sein werden und mit Populismus und Aktionismus nach “einer Lösung gegen die Abzocke an deutschen Tankstellen gesucht” wird. Es ist auch klar, dass die Bundestagswahl im September ihre Schatten schon frühzeitig vorauswerfen wird und verkehrspolitisch dieses Jahr nicht viel passieren wird. Ich bin mir relativ sicher, dass die Verkehrspolitik programmatisch keine große Rolle spielen wird, obwohl in den letzten Jahren Milliarden von Euro verschwendet worden sind und die Bürger große Probleme mit der Infrastrukturpolitik des Bundes haben.

Da ich mir und Ihnen / euch die Laune zum Jahresbeginn nicht gleich verderben möchte, gehe ich auf die positiven, spannenden und innovativen Entwicklungen ein, die uns und unsere Gesellschaft als Ganzes voranbringen werden. Eine kritische Begleitung der oben genannten Themen ist durchaus wichtig, die Diskussionen und Planungen auf Basis verkrusteter Strukturen kostet aber sehr viel Kraft und Zeit, die ich persönlich lieber in zukunftsgerichtete Projekte investieren möchte.

Automobilhersteller werden grüner

Lobbytechnisch mag es nicht immer so aussehen, aber die Umstände zwingen die Automobilhersteller immer stärker in Kraftstoffeffizienz und alternative Antriebstechnologien zu investieren. Wachsende Kraftstoffpreise werden in Zukunft zunehmend die Kaufentscheidungen beeinflussen, sodass kraftstoffeffiziente Fahrzeuge einen wachsenden Vorsprung gegenüber der Konkurrenz bedeuten. Im vergangenen Jahr wurde in den USA ein neuer Spitzenwert in Sachen Kraftstoffeffizienz erzielt (23,5 Meilen / Gallone, umgerechnet 10,23 Liter/100km).

Hinzu kommen strengere Abgasvorschriften (Euro 6), die nicht nur in der Europäischen Union verschärft werden. Mehrere chinesische Städte haben im vergangenen Jahr Einfahr- bzw. Zulassungsverbote für Fahrzeuge mit älteren Verbrennungsmotoren und schlechten Emissionswerten verhängt. Die schlechter werdende Luftqualität wird vor allem in Asien zu einem Umdenken führen und die Elektrifizierung des Antriebs weiter fördern. Insbesondere der Hybridantrieb wird von dieser Entwicklung profitieren mit dem Nebeneffekt einer wachsenden Nachfrage nach Plug-in-Hybridautos (PHEV). Fahrzeugbauer, die den Energiebedarf ihrer Fahrzeuge unabhängig von der Art des Kraftstoffs (erdölbasierte Flüssigkraftstoffe oder regenerativ erzeugte Energie) nicht senken, werden auf mittelfristige Sicht auf dem Markt keine Zukunft haben.

Open Data Initiativen von Verkehrsunternehmen

Im Jahr 2012 haben sich einige Verkehrsunternehmen und –verbünde davon überzeugen lassen, ihre Fahrplandaten Google zu überlassen. Der nächste Schritt dürfte eine weitere Öffnung hin zu Open Transit sein, die vor allem von den großen Verkehrsverbünden (VBB, VRR, usw.) vorangetrieben wird. Auf Ebene des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen VDV dürften erste Initiativen entstehen, die Verkehrsunternehmen bei der Bereitstellung ihrer Daten unterstützen.

Liberalisierung des Fernbusverkehrs

Seit dem 1.1. 2013 ist der deutsche Fernbusverkehr liberalisiert. Mehrere Anbieter dürften ihre Liniennetze in den kommenden Monaten ausweiten, ein Markteintritt von ADAC / Deutscher Post ist durchaus möglich. Sehr gespannt bin ich auch auf die Reaktion der Deutschen Bahn, wobei für den Fernbusmarkt an sich keine allzu großen Wachstumspotenziale in Deutschland erwarte.

DeinBus-Bus auf der Autobahn – Foto: DeinBus.de

Der Fernbusverkehr in Deutschland wird sich vorrangig durch den Preis definieren, eine Differenzierung über das Angebot oder die Servicequalität (freies WLAN, usw.) ist äußerst schwierig. Der Erfolg des Fernbusverkehrs wird letztendlich von seiner Auslastung abhängen.

Der Aufbau des Liniennetzes wird zunächst im Fokus der Anbieter stehen, auf einigen wichtigen Relationen wird es zu einem Preiskampf kommen. Spannend wird vor allem das Agieren von kleineren und mittelständigen Reisebusunternehmen sein, die sich über Verbünde wie DeinBus o.ä. zu größeren Einheiten zusammenschließen.

Die positive Medienberichterstattung (Bahn kriegt Konkurrenz! Viel billiger und besser!) dürfte über das Jahr hinweg auch nachlassen, im Jahresverlauf dürften eventuell sogar erste Forderungen nach Fahrgastrechten und Erstattungsregelungen aufkommen.

Nichtsdestotrotz ist die Liberalisierung des Fernbusmarktes richtig und wichtig. Die Marktentwicklung in den ersten Jahren wird auf jeden Fall sehr spannend und interessant sein. Und 2013 mit vielen neuen Akteuren definitiv positiv!

Bikesharing und Carsharing wachsen weiter

Der Trend zu „Nutzung statt Besitz“ wird sich auch 2013 weiter verstärken. Im Jahr 2012 wurden einige Bikesharing-Angebote neu geschaffen bzw. erweitert. Insbesondere im europäischen Ausland und dem süd- und nordamerikanischen Raum ist ein starkes Wachstum zu beobachten. Anfang 2013 wird auch das Bikesharing-Angebot in New York eröffnet werden, in Mexiko City steht ebenso wie in Paris eine Erweiterung an.

Bikesharing-Station in Boulder, Colorado – Foto: Mr. T in DC @ FlickrCC BY-NC-ND 2.0

Der Carsharing-Markt wird ebenfalls ein weiteres Wachstum zu verzeichnen haben. Zunehmend werden auch Elektrofahrzeuge in die Flotten integriert. Bis zum Jahr 2016 möchte beispielsweise Car2go in 30 nordamerikanischen Städten und in 40 bis 50 Städten in Europa vertreten sein. Andere Anbieter dürften ebenfalls ihr Angebot ausweiten.

Meine Hoffnung für das Jahr 2013 ist, dass die Integration von Carsharing, Bikesharing und dem ÖPNV weiter vorangetrieben wird. Der Abbau von Komplexität und die Vereinfachung von Bezahl- und Ausleihvorgängen sollten auch im Jahr 2013 ein Thema sein.

Hohes Wachstum von multimodalen Angeboten

Im Bereich der Integration verschiedener Verkehrsmittel bewegen sich auch Angebote zur multimodalen Wegeplanung. In diesem Bereich dürfte es 2013 neue innovative Angebote geben. Moovel hat 2012 in Stuttgart und Berlin bewiesen, dass mehrere Partner ins Boot geholt werden können und die Anwendungen auch schick aussehen. Durch die Freigabe von Fahrplandaten und der Bereitstellung von Schnittstellen durch Taxiunternehmen, Carsharern, usw. dürfte das Potenzial solcher Anwendungen noch nicht einmal annähernd erschöpft sein.

Es dürfte sehr interessant werden, diese Entwicklung zu beobachten. Vor allem, da die üblichen Verdächtigen nicht zwingend die Anbieter dieser Anwendungen sein werden.

Grassroot-Bewegungen im Verkehrsbereich

Initiativen, die von den Bürgern selber kommen und aktiv von ihnen gestaltet werden, sind die stärksten Bewegungen, die ich kenne. Mit Enthusiasmus lässt sich sehr viel bewegen. Zwar werden wir Deutschen nicht das US-amerikanische Verhalten von Grassroot-Bewegungen annehmen, mit den richtigen Tools an der Hand werden die Bürger sich aber in Zukunft verstärkt in die Verkehrsplanung und auch in die gesamte Entwicklung ihrer Stadt einmischen. Hierzu wird es im Jahr 2013 wichtig werden, den Menschen die richtigen Werkzeuge an die Hand zu geben und sie in deren Benutzung zu befähigen. Das Bundesverkehrsministerium hat im vergangenen Jahr mit Bürgerdialogen versucht, in einigen Veranstaltungen die Menschen stärker einzubeziehen. Über partizipative Anwendungen (v.a. online) lassen sich diese Entwicklung weiter fördern und die existierenden Probleme, wie Widerstand gegen Baumaßnahmen oder Unverständnis für Verkehrsberuhigung, usw. verringern.

Das Entstehen einer „New Mobility Agenda“

Die Neuausrichtung unserer Verkehrssysteme bietet ein enormes Entwicklungspotenzial für gesellschaftliche wie auch unternehmerische Initiativen. Das Jahr 2013 sollte für das gemeinsame Entwickeln einer „New Mobility Agenda“ genutzt werden. Ebenso sollten Kommunen, Landkreise, Länder und auch der Bund darüber nachdenken, welche verkehrlichen Ziele sie in den nächsten Jahren verfolgen möchten und die zur Erreichung dieses Zieles notwendigen Maßnahmen definieren. Dazu ist es sicherlich zwingend notwendig, die Bürger nach ihren Wünschen und Nöten zu fragen, aber das selbst gesteckte Ziel dabei nicht aus dem Auge zu verlieren. Das Verfolgen eines übergeordneten Plans, die Entwicklung einer Stadt oder eines Landkreises entlang eines roten Fadens ist um ein Vielfaches effizienter als das planlose Aneinanderreihen mehrerer Einzelmaßnahmen!

Utopischer Wunsch des Jahres 2013: Mehr Verständnis füreinander!

Das Jahr 2011 und das Jahr 2012 waren oftmals ein Jahr des Konflikts. Autofahrer gegen Radfahrer, Radfahrer gegen Fußgänger, Fußgänger gegen Autofahrer, Autofahrer gegen den ÖPNV, ÖPNV gegen Taxi, Taxi gegen Radfahrer, usw.

Kampf den Kampfradlern! in der Kastanienalle, Berlin Prenzlauer Berg – Foto: steffenz @ FlickrCC BY 2.0

Mich persönlich langweilen diese Konflikte immer mehr. Weder wird einer Veränderung herbeigeführt, noch wächst das Verständnis füreinander. Stattdessen wird auf dem eigenen Recht beharrt und die gegnerische Partei (Kampfradler! Langsamlatscher!) beschimpft. Ich würde mir für 2013 wünschen, dass diese Entwicklung endet und wir ein bisschen mehr Verständnis für die Nöte des anderen zeigen. Autofahrer, die Radfahrer nur mir ausreichend Sicherheitsabstand überholen, Radfahrer, die auf der Straße und nicht auf dem Gehweg fahren so, wie es eigentlich sein sollte und Fußgänger, die Fußgängerampeln achten und nicht unachtsam auf die Straße rennen. Hach, wäre das schön…

Denn am Ende ist der Verkehrsteilnehmer je nach gerade genutztem Verkehrsmittel sowie schizophren!

Was denkt ihr? Wird das Jahr 2013 ein verkehrlich erfolgreiches Jahr? Auf was hofft ihr, was fürchtet ihr? Hinterlasst doch mir doch bitte einen Kommentar!

Verkehr in 140 Zeichen am 01.11.2012
  • Wirbelsturm Sandy: Big Oil nimmt Amerika in Geiselhaft – ZEIT ONLINE – http://t.co/FHXseuNf ->
  • Transport for London baut Nähe Silvertown neuen Straßentunnel unter der Themse – http://t.co/gxh5DWnR #london  ->
  • Der äußerst wichtige Londoner ÖPNV-Knotenpunkt London Bridge wird umgebaut. – London 24 – http://t.co/EiPYvg1W ->
  • Pendlern wird eine Verbesserung versprochen. Zunächst wird London Bridge jedoch für min. 5 Jahre zur Großbaustelle – http://t.co/5yV0hSxT ->
  • Interesse an rein elektrischen und Plug-in-Hybrid-Fahrzeugen hat in den USA gegenüber 2011 um fünf Prozent abgenommen – http://t.co/7PYk4PeH ->
  • Der chinesische Staatsfonds CIC übernimmt für 560 Mio. € einen zehnprozentigen Anteil am Flughafen London-Heathrow – http://t.co/AkrX7iD7 ->
  • Systeme für intelligente Infrastruktur und Verkehrssteuerung im ÖPNV haben 2011 die Milliarden-Marke ($) geknackt – http://t.co/XHZcyktc ->
  • Viele Tote bei verheerendem Verkehrsunfall in Saudi-Arabien – Tagesschau – http://t.co/xVuSlwpU ->
  • Der britische EIB möchte Grundstücke von DB Schenker kaufen um einen diskriminierungsfreien Netzzugang zu ermöglichen http://t.co/x9bspmcG ->
  • Flughafen #BER: “Hier ist es wie auf dem Friedhof” – ZEIT / Tagesspiegel – http://t.co/4nM5okG5 ->
  • Romney vs. Obama – US-Verkehrspolitik in den nächsten vier Jahren http://t.co/ng5rVWql ->
  • Nach Hurrikan “Sandy”: New Yorks U-Bahn hat ihren Betrieb in Teilen wieder aufgenommen – Tagesschau – http://t.co/4hogcoBt ->
  • Chaos in Koblenzer Bussen: Fahrgäste schlagen Alarm – Rhein-Zeitung – http://t.co/7BUT3WXc Mit einer Landesförderung sehe es besser aus? ->
  • Pariser Carsharingangebot Autolib’ nach einem Jahr ein großer Erfolg – Ecopreneurist – http://t.co/OcTrwXpo #carsharing ->
  • Unglaubliches Bild: Pendler stehen in Brooklyn an, um einen der wenigen Busse nach Manhattan zu erwischen. – http://t.co/acLlEt3I ->
  • ADV senkt Passagierprognose für deutsche Flughäfen – airliners – http://t.co/adIgepr3 ->
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Schlußstrich

Die Landtagswahl im nächsten Jahr, die wird genau die Befragung der Bürger über die Zukunft Baden-Württembergs, über Stuttgart 21 und viele andere Projekte mehr.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei der Debatte über das Verkehrsprojekt Stuttgart 21 im Deutschen Bundestag am 16.09.2010

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In diesem Blog möchten wir die Strategien für die Mobilität von morgen skizzieren, informieren und diskutieren. Wir möchten uns mit diversen Problemen unserer Zeit beschäftigen und dabei alle Verkehrsträger im Blick behalten. Dieser Blog soll dabei helfen, die Herausforderungen von morgen ein wenig mehr ins Bewusstsein zu rücken, Alternativen und mögliche Lösungsansätze vorzustellen und umfassend zu informieren:

Denn man muss die Vergangenheit kennen, die Gegenwart analysieren um die Zukunft entwickeln zu können. (Mehr...)

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