Laut Angaben des Statistischen Bundesamts legten im Jahr 2016 81 % aller Berufspendlerinnen und -pendler auf ihrem Weg zur Arbeit weniger als 25 Kilometer zurück. Die Ergebnisse basieren auf der Zusatzerhebung des Mikrozensus 2016 mit ~744.000 befragten Personen.1
27,9 % der Befragten hatten einen Arbeitsweg von unter fünf Kilometern, etwa 20 % zwischen fünf und zehn Kilometern und weitere 27,5 % zwischen zehn und 25 Kilometern. Der Rest legte Distanzen über 25 Kilometer zurück oder arbeitete von zu Hause aus.
| Entfernungsklassen | Insgesamt | Selbstständige | Mithelfende Familienangehörige | Arbeitnehmerinnen / Arbeitnehmer |
|---|---|---|---|---|
| unter 5 km | 27,9 | 32,2 | 33,9 | 27,5 |
| 5 bis unter 10 km | 19,9 | 11,3 | 6 | 20,8 |
| 10 km bis unter 25 km | 27,5 | 11,4 | 5,4 | 29,3 |
| 25 bis unter 50 km | 13,1 | 4,4 | / | 14,1 |
| 50 km und mehr | 4,5 | 2,1 | / | 4,7 |
| Gleiches Grundstück | 3,9 | 25,8 | 50 | 1,4 |
| Wechselnde Arbeitsstätte | 3,2 | 12,8 | / | 2,2 |
Tabellenhinweis: / = keine Angabe, da Zahlenwert nicht sicher genug.
Trotz der vergleichsweisen kurzen Distanzen nutzten 68 % der Berufspendlerinnen und -pendler 2016 den Pkw für den Arbeitsweg. Öffentliche Verkehrsmittel kamen auf einen Anteil von rund 13,8 %. Das Fahrrad wurde für 9,0 % der Arbeitswege genutzt, 8,2 % wurden zu Fuß zurückgelegt. Es wird das Verkehrsmittel ausgewiesen, mit dem die größte Teilstrecke des Arbeitswegs zurücklegt wurde.2
| Verkehrsmittel | Insgesamt | Selbstständige | Mithelfende Familienangehörige | Arbeitnehmerinnen / Arbeitnehmer |
|---|---|---|---|---|
| Bus | 4,3 | 1,2 | / | 4,6 |
| U-Bahn, Straßenbahn | 4,8 | 2,5 | / | 5 |
| Eisenbahn, S-Bahn | 4,7 | 2,2 | / | 4,9 |
| Pkw | 67,7 | 68,1 | 45,7 | 67,7 |
| Motorrad, Motorroller u.ä. | 0,8 | 0,4 | / | 0,9 |
| Fahrrad | 9 | 6,7 | / | 9,2 |
| Zu Fuß | 8,2 | 18 | 41,3 | 7,4 |
| (kein Verkehrsmittel) | ||||
| Sonstiges Verkehrsmittel | 0,4 | 0,9 | / | 0,3 |
Tabellenhinweis: / = keine Angabe, da Zahlenwert nicht sicher genug.
Gedanken zu den Ergebnissen
Die zurückgelegten Distanzen und die verwendeten Verkehrsmittel weisen auf zwei Themenbereiche besonders hin:
Der absolute Großteil der Fahrten zur Arbeit inklusive der Rückwege ist mit der Reichweite der am Markt verfügbaren batterieelektrischen Elektroautos abdeckbar. Im Alltagsverkehr dürfte die angebotene Reichweite in den meisten Fällen neben der Arbeitswege auch für die Einkaufswege, Bring- und Abholtätigkeiten und viele sonstige Wege ausreichend sein.
Es ist ein enormes Verlagerungspotenzial auf den Fuß- und Radverkehr vorhanden. Dies gilt insbesondere für die niedrigen Distanzen, aber durchaus auch für Entfernungen bis 25 km und darüber (Kombination aus E-Bike und adäquater Infrastruktur). Im Jahresdurchschnitt 2016 waren rund 43,4 Millionen Personen mit Wohnort in Deutschland erwerbstätig. Vermutlich legen diese einige Millionen Wege unter fünf Kilometer mit dem Pkw zurück, obwohl die Distanzen problemlos mit nicht-motorisierten Verkehrsmitteln zurücklegbar sind und das Fahrrad bei vielen dieser Wege Reisezeitvorteile besitzen dürfte. Entsprechende planerische und politische Anstrengungen zur Verkehrsverlagerung dieser Verkehre dürfte ökonomische, ökologische sowie soziale Vorteile auf individueller wie gesellschaftlicher Ebene mit sich bringen.
Hinweise
- Beim Mikrozensus wird jährlich 1 % der Bevölkerung befragt (2016: ~744.000 Personen). Die Teilnahme ist verpflichtend. Die Zusatzerhebungen sind freiwillig. Die Mikrozensus-Zusatzerhebung 2016 zu Pendlerströmen für Schülerinnen und Schüler, Studierende sowie Erwerbstätige liefert Informationen zu folgenden Merkmalen: Gemeinde, von der aus der Weg zur Arbeits- oder Ausbildungsstätte vorwiegend angetreten wird; Lage der Arbeits- oder Ausbildungsstätte; hauptsächlich benutztes Verkehrsmittel; Entfernung und Zeitaufwand für den Weg zur Arbeits- oder Ausbildungsstätte. ↩
- Siehe Frage 48 des Erhebungsbogens. ↩










