Select Page

[Fakt der Woche] Marktanalyse Elektromotor versus Verbrennungsmotor~10 Minuten Lesezeit

Ich habe ein bisschen in meinem Archiv gewühlt und einige interessante Zahlen bezüglich Fahrzeugen mit Elektromotor und Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren gefunden, die ich nun kurz gegenüberstellen möchte. Ich werde diese Grafiken auch nicht ausführlich kommentieren, da ich glaube, dass diese für sich selbst „sprechen“. Und ein bisschen selber denken ist sicherlich auch nicht verkehrt. Nichtsdestotrotz würde ich mich natürlich über einige Gedanken meiner Leser in den Kommentaren freuen.

Unser kleiner Marktbericht zum Elektrofahrzeugmarkt in Deutschland

Beginnen wir zuerst mit der politisch gewollten Anzahl von Elektroautos im Jahr 2020. Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte diesbezüglich Mitte Mai 2011:

Was ist unser Ziel? Wir wollen gerne, dass bis 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf unseren Straßen im Einsatz sind. Und bis 2030 könnten es sechs Millionen Fahrzeuge sein.

Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrem Video-Podcast am 14.05.2011

Anders ausgedrückt: Ziel sei es, dass bei gleichbleibendem Motorisierungsgrad im Jahr 2020 jeder 45. Wagen auf deutschen Straßen ein Elektroauto ist.

Aber auch andere Länder haben sich bis 2020 gewisse Zulassungszahlen als Ziel gesetzt:

Elektroauto Verkauf Wunschzahlen der Poilitik weltweitPolitisch gewünschte Anzahl der Elektroautos im Jahr 2020 nach Ländern (in Millionen), Daten: Wirtschaftswoche, 14.02.2011, Seite 8 – eigene Darstellung

Ob das Ziel der , im Jahr 2020 eine Million Elektroautos auf deutschen Straßen fahren zu sehen, erfüllt wird, werden wir wohl erst im Jahr 2020 feststellen können. Skepsis ist jedoch angebracht. Dies ergibt sich auch aus den im folgenden aufgeführten Zahlen.

Viele Automobilexperten sind der Meinung, dass die Zulassungszahlen alleine aus technologischen Gründen auch in zehn Jahren das Niveau herkömmlicher PKW mit Verbrennungsmotor nicht erreicht haben werden. Die Gründe sind vor allem die Reichweite und die höheren Gesamtkosten. Derzeit besitzt ein durchschnittliches Elektroauto eine Reichweite von 150 Kilometern bei etwa 10.000 Euro höheren Anschaffungskosten im Vergleich zu einem vergleichbaren Modell mit Verbrennungsmotor.

Stellen sich zwei wichtige Fragen: Welchen Aufschlag sind PKW-Besitzer bereit (im Vergleich zu einem herkömmlichen Antrieb) für ein Auto mit Elektroantrieb zu zahlen? Und: Was ist die Mindestreichweite, ab der der Kauf eines Elektroautos in Erwägung gezogen wird?

Aufschlag, den Kunden für ein Elektroauto im Vergleich zu einem Auto mit Verbrennungsmotor zu zahlen bereit sindAufschlag, den Befragten bereit wären, für ein Fahrzeug mit Elektro-Antrieb zu bezahlen (im Vergleich zu einem Fahrzeug mit herkömmlichem Antrieb, E-Mobility 2009 Accenture Automotive, Seite 8 – eigene Darstellung

Minimale Reichweite eines Elektroautos, die notwendig ist um gekauft zu werdenReichweite, die ein Elektro-Auto für die Befragten mindestens haben müsste, E-Mobility 2009 Accenture Automotive, Seite 7 – eigene Darstellung

Nur eine deutliche Minderheit (14 Prozent) wäre bereit, einen um mehr als zehn Prozent höheren Preis für ein Elektrofahrzeug zu bezahlen. Die Befragten erwarten außerdem, mit dem Wagen durchschnittlich 320 Kilometer weit fahren zu können, bevor er aufgeladen werden muss.

Daher und auch aus anderen Gründen wird der Verbrennungsmotor auch in den nächsten Jahrzehnten nicht vollständig von unseren Straßen verschwinden. Betrachtet man die weltweit prognostizierte Fahrzeugzahl und differenziert diese nach Antriebstechnik, so wird der Verbrennungsmotor auch im Jahr 2030 noch in 36% aller produzierten Autos zu finden sein. Nimmt man noch die Fahrzeuge mit Hybridantrieb hinzu, in denen ja auch ein Verbrennungsmotor zu finden ist, erhöht sich der Anteil gar auf 71 Prozent! Daher ist es notwendig, dass Autohersteller weiterhin an effizienteren Otto- und Dieselmotoren forschen.

Antriebstechnik 2010 Produktion PKW Hybrid VerbrennungsmotorProduzierte Anzahl PKW nach Antriebstechnik im Jahr 2010, 98% Verbrennungsmotor; 2% Hybridantrieb; sonstige Antriebsarten wurden wegen der geringen Produktionszahlen vernachlässigt und in den mir vorliegenden Daten nicht aufgeführt – eigene Darstellung, Daten: McKinsey – CC BY-NC-SA 3.0

Antriebstechnik Prognose 2020 Absatz PKW Produktion Hybrid Elektroantrieb VerbrennungsmotorCC BY-NC-SA 3.0Produzierte Anzahl PKW nach Antriebstechnik im Jahr 2020, 66% Verbrennungsmotor; 25% Hybridantrieb; 9% Elektroauto; andere Antriebstechniken wurden in den mir vorliegenden Daten nicht aufgeführt – eigene Darstellung, Daten: McKinsey – CC BY-NC-SA 3.0

Alternativ: Prognostizierter Anteil der jeweiligen Antriebsart am im Jahr 2020 (Boston Consulting Group)Antriebstechnik 2020 Absatz PKW Hybridantrieb Diesel Benzinmotor Elektroantrieb Autogas Erdgas

Abgesetzte Anzahl PKW nach Antriebstechnik im Jahr 2020, 57,6% Ottomotor (Benzin); 20,3% Hybridantrieb; 14,3% Dieselmotor; 5,5% Elektroauto; 2,4% Autogas / Erdgas – Boston Consulting Group, Financial Times Deutschland, 14.10.2009, Seite 4, eigene Darstellung

Antriebstechnik 2030 Absatz PKW Hybridantrieb Elektroantrieb Brennstoffzelle VerbrennungsmotorProduzierte Anzahl PKW nach Antriebstechnik im Jahr 2030, 36% Verbrennungsmotor; 35% Hybridantrieb; 27% Elektroauto; 2%; andere Antriebstechniken wurden in den mir vorliegenden Daten nicht aufgeführt – eigene Darstellung, Daten: McKinsey – CC BY-NC-SA 3.0

In absoluten Zahlen sehen die Zulassungszahlen von Fahrzeugen mit Elektroantrieb (reine Elektrofahrzeuge, Plug-In-Hybride, Extended Range Electro Vehicles, Vollhybride, Mildhybride und Micro Hybride) für das Jahr 2020 folgendermaßen aus:

Elektromobilität Elektroantrieb Elektromotor Zulassungszahlen Prognose bis 2020Elektromobilität 2020 Marktprognose – Neue Wertschöpfungskette Elektromobilität, Seite 189 (PDF) – PRTM Management Consultants

Um die gewünschte Anzahl Elektroautos zu erreichen, haben viele Länder Subventionsprogramme aufgelegt um entsprechende Kaufanreize zu schaffen.

Förderung Elektroauto Deutschland Europa Dänemark USA Frankreich Großbritannien China VergleichMaximalförderung beim Kauf eines Elektroautos in Euro – Vergleich zwischen Dänemark, Japan, Frankreich, China, Großbritannien, USA, Spanien und Deutschland – Daten: BMU 2009, A.T. Kearney – eigene Darstellung

In Deutschland fordert die Automobilindustrie schon seit einiger Zeit steuerliche Forschungsförderung, Sonderabschreibungen und Steuernachlässe für Gewerbekunden sowie eine Kaufprämie beim Kauf eines neuen Elektroautos für Privatkunden. Als Argument pro Förderung werden Länder wie Frankreich, die USA und China genannt. Diese Länder betreiben aktive Industriepolitik und subventionieren den Kauf eines Elektroautos mit mehreren tausend Euro.

Die Bundesregierung hat bisher den Forderungen nach einer weitergehenden Förderung widersprochen. Die Regierung fürchtet, dass dies den Wettbewerb verzerren würde. Des Weiteren muss man sich fragen, ob die Öffentlichkeit die Forschung eines Industriezweiges finanzieren sollte, der kapitaltechnisch derzeit sehr gut ausgestattet ist und bisherige Forschungsanstrengungen jahrelang wissentlich vernachlässigt hat.

Aktuell existiert nur eine Förderung des Bundes für die Erforschung elektrischer Antriebe in Höhe von zwei Milliarden Euro. Für Fahrzeuge, die weniger als 50 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen, soll des Weiteren für zehn Jahre die Kfz-Steuer entfallen.

Die von der Bundesregierung geschaffene hat ihrerseits Subventionsforderungen für den Zeitraum 2012 – 2014 in folgendem Umfang aufgestellt:

  • Batterietechnologie: 986 Millionen Euro
  • Antriebstechnologie: 982 Millionen Euro
  • Fahrzeugintegration: 828 Millionen Euro
  • Informations- & Kommunikationstechnologien (IKT) für Elektromobilität & : 753 Millionen Euro
  • Leichtbau: 382 Millionen Euro
  • Recycling: 90 Millionen Euro
  • GESAMTSUMME der durch die Nationale Plattform Elektromobilität geforderten : 4,021 Milliarden Euro

    Daten: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 9.5.2011, Seite 13

Bezüglich der Pläne der „Nationalen Plattform Elektromobilität“ empfehle ich die Lektüre der folgenden beiden Artikel: Elektroautogipfel – die Ergebnisse und Nationale Plattform Elektromobilität – der Startschuss ins Nirgendwo

Dabei scheint die Zustimmung in der Bevölkerung für eine Förderung durchaus vorhanden zu sein. Eine Umfrage1, die vom Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (Bitkom) im April 2010 in Auftrag gegeben wurde, kam zu dem Ergebnis, dass etwa zwei Drittel der Deutschen einer Förderung von Elektroautos positiv gegenüberstehen. Befragt wurden insgesamt 1.002 deutschsprachige Personen ab 14 Jahren,

Förderung Elektroautos Zustimmung für Subventionen - BitkomIch weiß jedoch nicht wie repräsentativ diese Studie genau ist. Insbesondere hat mich ein weiteres Ergebnis dieser Studie (die auch nur in Auszügen veröffentlicht wurde) erstaunt: Viele Deutsche befürworten drastische staatliche Eingriffe, um den Energieverbrauch im
Straßenverkehr zu verringern. So ist jeder Fünfte (21 Prozent) grundsätzlich für autofreie Sonntage. Knapp jeder vierte (23 Prozent) Bundesbürger spricht sich für die Einführung einer allgemeinen Straßenmaut aus. Mehr als die Hälfte (56 Prozent) will sogar Autos mit besonders hohem Benzinverbrauch ganz verbieten. Vor allem aber wünschen sich die Deutschen eine intelligentere Steuerung der Verkehrs: Den Aufbau von Parkplatzleitsystemen und anderen Verfahren zur Verkehrslenkung befürworten sechs von zehn Bundesbürgern.Akzeptanz einer höheren PKW-Steuer Maut autofreier Sonntage in Deutschland Bitkom UmfrageDie hohen Zustimmungswerte für eine finanzielle Förderung beim Kauf eines Elektroautos, lassen sich einfach durch die hohen Anschaffungskosten begründen. Im Rahmen der Nutzerbefragung April 2010 des Beratungsunternehmens PricewaterhouseCoopers2 wurde gefragt, was gegen die Anschaffung eines Elektroautos spreche.

Befragt wurden insgesamt 503 Personen zwischen 18 und 70 Jahren. Alle sind aktive Autofahrer, jedoch mit einem unterschiedlichen Nutzungsverhalten: Jeder Fünfte von ihnen ist Vielfahrer und legt pro Jahr mehr als 20.000 km mit dem Auto zurück. 17% fahren weniger als 5.000 Kilometer im Jahr.

Die Ergebnisse sind auf den ersten Blick widersprüchlich: zwar sehen viele Deutsche im Elektroauto die , in absehbarer Zeit wollen sich aber 81% der Befragten kein Elektroauto kaufen. Dies hängt vor allem mit dem hohen Anschaffungspreis (66 Prozent) zusammen, den 63% der Befragten durch staatliche Förderung gedrückt sehen wollen. Die steckt folglich in einer Zwickmühle.

Ein weiteres Problem: erst bei einer gewissen Anzahl abgesetzter Fahrzeuge, fangen Skaleneffekte an zu greifen und senken den Preis eines Fahrzeuges nachhaltig.

Elektroauto Kaufhemnisse Nachteile in Deutschland Befragung PwCÄußerst interessant finde ich das Ergebnis, dass 22 Prozent der 503 Befragten meinen, dass sie eigentlich keinen eigenen PKW benötigen. Das sind immerhin 111 Personen! Da ich vermute, dass diese Befragten vor allem in Städten leben, sind diese vor allem für -Konzepte (evtl. auch mit Elektroautos) prädestiniert. Ich hätte mir gewünscht, dass PwC danach gefragt hätte, inwieweit ein vernünftiges -Angebot die Menschen dazu bewegt hätte, ihren eigenen PKW abzuschaffen.

Ein weiteres Problem für die erfolgreiche Einführung von Elektroautos im deutschen Markt ist die mangelnde Aufklärung der Bevölkerung. Nur 9 Prozent glauben, relativ viel über Elektromobilität zu wissen, 61% sind der Meinung, dass sie weniger wissen als der Durchschnitt. 30% fühlen sich durchschnittlich gut informiert. Aber auch hier gilt: den Menschen ist klar, dass Elektroautos die nur dann schonen, wenn die benötigte Energie aus regenerativen Energien stammt.

Dies nannten 80% der Befragten auch als Voraussetzung für den Kauf eines Elektroautos. Allerdings ist ein günstigerer Anschaffungspreis für 89 Prozent der Befragten immer noch die wichtigste Voraussetzung.Elektroautokauf erst bei Erfüllung folgender Voraussetzungen Deutschland MarktdurchbruchUm eine Marktbetrachtung durchführen zu können, müssen des Weiteren die prognostizierten Produktionszahlen betrachtet werden. Für das Jahr 2015 hat die Unternehmensberatung Mc Kinsey eine Produktion von 48.000 Fahrzeugen in Deutschland prognostiziert. Leider wird nicht aufgeschlüsselt, ob es sich dabei um reine Elektrofahrzeuge, Plug-In-Hybride oder Extended Range Elektrofahrzeuge handelt. Vergleicht man die Produktionszahlen mit den prognostizierten Absatzzahlen in Deutschland (siehe oben) so steht einem deutschen Angebot von 48.000 Fahrzeugen eine deutsche Nachfrage von 800.000 reinen Elektrofahrzeugen, 1,1 Millionen Plug-In-Hybridfahrzeugen und 600.000 Fahrzeugen mit gegenüber.

Prognose Produktion von Elektroautos 2015 in Deutschland, Europa, USA, China, JapanPrognose zu der Anzahl der produzierten Elektroautos im Jahr 2015 nach ausgewählten Ländern, Mc Kinsey, WirtschaftsWoche, 29.11.2010, Seite 50 – eigene Darstellung

Natürlich ist es immer schwierig, zwei Prognosen miteinander zu vergleichen. Da ich allerdings keine weiteren Daten habe und eine Suche erfolglos blieb, bleibt mir leider nichts anderes übrig. Sollte man also den Schluss ziehen, dass die deutsche Automobilindustrie die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen nur zu etwa fünf Prozent decken können wird, muss man äußerste Vorsicht walten lassen.

Übrigens: die deutsche Automobilindustrie stellt durch das Elektroauto rund 30.000 neue Arbeitsplätze bis 2020 in Aussicht. Weltweit sollen bis 2020 250.000 neue Arbeitsplätze entstehen, vorrangig in Indien und China.

Allerdings ändert sich auch die Struktur in den nächsten Jahren gravierend. Insbesondere im Bereich der Metallverarbeitung sollen laut Mc Kinsey zehntausende Stellen wegfallen, da ein Elektromotor eine geringere Komplexität besitzt als ein Verbrennungsmotor. Zunehmen werden die Stellen vor allem in der Entwicklung und Produktion von Batteriechemie, Kunststoffen und Mikrosystemen.

Da Sie diesen Artikel nun bis zum Ende gelesen haben, würde ich Sie um die Beantwortung der folgenden beiden Fragen in den Kommentaren bitten: Glauben Sie, dass das Elektroauto in den nächsten 10 – 20 Jahren wirklich den Durchbruch schaffen kann? Und was müsste dafür unternommen werden?

  1. Studie „Elektromobilität“, BITKOM – Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V., Institut: ARIS Umfrageforschung Markt-, Media- und Sozialforschungsgesellschaft mbH – http://www.bitkom.org/files/documents/BITKOM_Elektromobilitaet_Extranet.pdf
  2. Elektromobilität Herausforderungen für Industrie und öffentliche Hand – PricewaterhouseCoopers, Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation, Juni 2010 – http://www.iao.fraunhofer.de/images/downloads/elektromobilitaet.pdf

Verfasst von

Martin Randelhoff

Herausgeber Zukunft Mobilität. Studium der Raumplanung an der TU Dortmund, Studium der Verkehrswirtschaft an der TU Dresden. Ist interessiert an innovativen Konzepten zum Lösen der Herausforderungen von morgen insbesondere in den Bereichen urbane Mobilität, Verkehr im ländlichen Raum, Wirkung autonomer Fahrzeugsysteme und nachhaltige Verkehrskonzepte.

Hinterlasse einen Kommentar

Benachrichtige mich zu:
avatar
Bild(er) hinzufügen
 
 
 
Sortiert nach:   neuste | älteste | beste Bewertung
eDriver
Gast
In -D- wird viel (zuviel) mit Foerdergeld/Subv. „geregelt“ – in anderen (EU) Laendern (ohne die sogn. Premium-Auto-Industrie) geht man andere WEGE (schon seit Jahren) Beispiele: UK … Citymaut DK … hohe BESTEUERUNG bei FAHRZEUGKAUF (ausser EVs) (in -D- koennte man die MwSt. fuer EV’s streichen) In vielen Laendern von NL bis Portugal wird „HUBRAUM“ vieeellll staerker besteuert (und somit der SUV-Seuche etwas einhalt geboten ;-). Von TEMPOLIMIT will ich garnicht erst reden (was dem AMI die Waffe ist dem Deutschen das AUTO). Ueberall um uns herum 100-130 auf den Autobahen … (und die Leute kommen alle rechtzeitig nach hause ;-) Also – mit etwas mehr GESETZTGEBUNG und weniger FOERDERGELDVERBRENNUNG (bei der Industrie) geht’s auch (siehe UK/NO/SK/NL/usw.) Elektrische Gruesse von einem LANGJAEHRIGEN EV-FAHRER (der ueber die vielen Foerderprojekte (in dennen vieles NEU/wieder erfunden wird ?) nur den Kopf schueteln kann …) (Bis auf Li-Akkus war doch vor 15 Jahren bereits „alles vorhanden“) Zebra Akkus wurden „abgewuergt“ (AEG Werk Berlin von Daimler zugemacht) http://j.mp/ncrFed Der Technik-Chef bei Opel verkuendete Mitte der 90er “ bis 2000 werden wir den CO2 Ausstoss auf 99g senken … und was wurde daraus ??? —- hier noch ein weiteres BEISPIEL: Flottenversuche mit Elektrofahrzeugen Flottenversuche und Förderprogramme für… Read more »
Martin Randelhoff
Gast

Hallo,

erstmal Danke für diesen langen und sehr aufschlußreichen Kommentar.

Man merkt, dass sich die Geschichte oftmals wiederholt. Allerdings vermute ich, dass Elektroautos in den nächsten Jahren auch auf dem deutschen Markt endlich den Durchbruch schaffen dürften, steigenden Kraftstoffpreisen und wachsendem Konkurrenzdruck aus Asien sei Dank.

Subventionen sind – wie kann es auch anders sein – politisch motiviert und sollen die Erreichung eines politischen Ziels unterstützen. Andere Länder haben ihre Ziele schon frühzeitig gesetzt, die Deutschen hingen hier ein wenig zurück und haben den Trend hin zum Elektromotor in den letzten Jahren ein wenig verschlafen. Und Subventionen sind bei den meisten Unternehmen eh beliebt, senken sie doch die F&E-Kosten und erhöhen die Marge… ;-)

Aber ich nehme einfach mal an, dass trotzdem die Zeit endgültig gekommen ist, auch wenn das Elektroauto nicht alle unsere Probleme lösen können wird (Externalitäten wie Stau, Lärm -> Abwind- & und Rollgeräusche, Flächenverbrauch, Unfälle, etc.)

kelly
Gast

es ist klar, dass deutschland und seine autoindustrie jahrzehntelang den fortschritt verschlafen haben. ölkonzerne regieren und das ist traurig. ich bin sicher in 10 jahren elektroautos mit einer reichweite von mehr als 300 km auf den straßen zu sehen. jetzige kinder, die dann erwachsen sind werden über stinkende benziner fluchen und sich bei denen bedanken, die bis zum heutigen tage nicht die endlager mit in ihre „preiskalkulation“ einbezogen haben. mir ist nicht klar warum städter mit einem arbeitsweg von 5 km ein auto brauchen, welches eine reichweite von über 200 km haben muss. den stecker in die steckdose zu stecken kann doch nicht so anstrengend sein. lieber zur tankstelle fahren künstlich verteuertes benzin bezahlen, die luft verpesten mit dem fahrzeug, das einen cw-wert wie eine schrankwand z.b. SUV fahrzeuge hat. man sitzt so schön hoch sagte die ein meter sechzig große mutter um mit ihrem geländewagen bei der schule mit 65 km/h zu fahren, weil sie ja spät dran ist. auf der landstraße wird dann trotz erlaubter 100 km/h auch 65 km/h gefahren, weil der „durchlauferhitzer“ sonst zuviel benzin oder diesel schluckt.

Reiner Kolberg
Gast

Hallo und erst mal danke für die ausführliche Darstellung.

Ein grundsätzliches Problem bei allen Betrachtungen ist sicher zum einen, dass die Kunden nicht immer so reagieren, wie Hersteller und Marktforschung sich das vorstellen. Ein Beispiel ist für mich der rational erstmal wenig nachvollziehbare SUV-Trend, den so vor einigen Jahren sicher auch niemand erwartet / für möglich gehalten hätte.

Ein anderer Faktor ist zudem, dass einschneidende Ereignisse nicht in zukünftige Berechnungen einfließen. 09/11 hat die Welt auf Jahrzehnte verändert. Fukushima hat das ‚Potenzial‘ es ebenfalls zu tun.

Sollten die absehbaren Auswirkungen des Klimawandels (Medien)wirksam werden und politische und wirtschaftliche Verwerfungen nach sich ziehen, könnte ebenfalls eine ganz neue Dynamik entstehen…

Viele Grüße, Reiner Kolberg
PS: Ich glaube übrigens nicht, dass die deutsche Automobilindustrie den Anschluss verloren hat. Bislang hat sie es immer geschafft sich auf den globalen Märkten sehr gut zu behaupten.

Martin Randelhoff
Gast
Hallo, es ist sicherlich so, dass Prognosen ein gewisses Maß an Ungenauigkeit mit sich bringen. Eine typische Fehlerquelle für Prognosen sind die Annahmen über die Rahmenbedingungen. Es handelt sich bei den hier genannten immer um sog. „bedingt“ Prognosen, d.h. wenn die angenommenen Bedingungen sich ändern, kann man die ganze Prognose und damit auch diesen Artikel in die Tonne treten. Der elfte September 2001 und Fukushima haben sicherlich einen großen Einfluss auf diese und auch andere Prognosen gehabt.Ich behaupte auch gar nicht, dass diese Zahlen stimmen, ich nehme dass aber an (ansonsten würde ich sie ja gar nicht erst nennen). Letztendlich können wir den Wahrheitsgehalt jedoch erst am ende des Prognosezeitraums feststellen – 2020 wird also ein sehr spannendes Jahr! Welchen Einfluss der Klimawandel hat, vermag ich nicht zu sagen. Ich denke eher, dass die Entwicklung der Rohöl- und Kraftstoffpreise einen größeren Effekt haben dürften, es kommt hier aber auch auf den Zeitraum und die Intensität der Preissteigerung an (bei längerfristigen Preiserhöhungen in kleinen Schritten scheinen die Konsumenten zwar zu murren, nehmen aber die höheren preise in Kauf (das mag auch mit mangelnden Substituten zu tun haben) und akzeptieren den Kaufkraftverlust durch höhere Energiepreise. Aber das ist wieder ein anderes Thema.… Read more »
Ralph
Gast

Hallo,
also erstmal vielen Dank für diese erstaunliche Ausarbeitung und das Zusammentragung der Fakten und dessen Bewertung. Wir beschäftigen uns mit Schwingungsdämpfung im Antriebsstang und da ist es mehr als überlebenswichtig, dass Thema Elektro, Hybrid etc. zu beobachten und bewerten. Schwierig ist und bleibt, zuverlässige Zahlen und Strategien der Player zu bekommen, um daraus eigene Strategien im Zeitraum 10-15 Jahre abzuleiten.
Viele Grüße
R.

Michael Oldenburg
Gast

Ohne Kaufanreize für Endkunden, wir es wohl nichts werden mit der vielgepriesenen Elektromobilität.

Dies hat im Wesentlichen zwei Gründe:
1. Solange die angebotenen Elektrofahrzeuge wesentlich teurer sind als vergleichbare Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor, wird der Markt keine nennenswerte Nachfrage für Elektrofahrzeuge erfahren.

2. Die zwei wesentlichen Domänen der Automobilhersteller sind der Motoren- und der Karosseriebau. Der Rest wird zugeliefert. Ohne Not werden die Automobilhersteller keine dieser Domänen freiwillig aufgeben.

Andreas
Gast
Ich habe es jeden Tag 55km zur Arbeit. Für manchmal notwendige Besorgungen kommen manchmel noch 40km hinzu. Mit Reserve sollte so einfaches, kleines Pendler-Elektroauto somit also 200km Reichweite haben damit ich es nutzen kann. Sowas gibt es aber nicht für einen akzeptablen Preis. Andererseits würde so ein Autoscooter wie Renault Twizy reichen wenn ich ihn beim Arbeitgeber aufladen könnte. Dem spricht aber unsere Rechtssprechung entgegen. Denn schon das Aufladen eines Handyakkus ist ja hierzulande schon ein Kündigungsgrund. Der Durchsetzung von Elektromobilität wäre also geholfen wenn der Arbeitgeber per Gesetzgeber verpflichtet würde Ladestationen für die Autos der Beschäftigten bereitzustellen (meinetwegen mit Stromzähler und Direktabzug vom Gehalt). Da aber von unserer Regierung nichts gemacht wird was auch nur im Entferntesten eine „Belastung“ der Arbeitgeber wäre ist solche eine Regelung nicht zu erwarten. Wobei die Belastung ja noch nicht mal eine wäre. Der AG bezieht dadurch ja mehr Strom und kriegt bei entspr. Verhandlungen mit dem Energieversorgen als Großkunde ja ganz andere Konditionen. Und mit intelligenter Regelung könnten die Autos auf dem Firmenparkplatz als Puffer/Notstromversorgung dienen. Aber leider denkt unsere Politik ja nur in Wahlperioden/eigenen Profit und nicht an die Zukunft des Landes/der Bevölkerung. Gegenbeispiel siehe Dänemark. Förderung des Kaufs von Elektroautos, enormer… Read more »
Andreas
Gast

Hi Martin,
ich gebe Dir teilweise recht. Es gibt Arbeitgeber (zumeist Mittelstand, familiengeführt) die denken in Generation und die Zukunft und den Fortbestand des Unternehmens. Dort sehe ich eine Chance daß die sich so verhalten wie von Dir ausgeführt.
Der Großteil der Arbeitgeber denkt aber nur in Quartalszahlen. Die Manager haben kein Interesse an Planungen über ihre Vertragslaufzeit hinaus. Die Standorte (teilweise Anlagen für mehrere hundert Mitarbeiter) sind angemietet, d.h. das Unternehmen ist nicht Eigentümer und hat nicht mal Interesse an Erhaltungsmaßnahmen (eigene Erfahrung) geschweige denn an Investitionen. Aus Unternehmenssicht auch verständlich wenn der ganze Standort von befristeten Kundenverträgen abhängt. Also läuft es nach dem Motto „Geiz ist geil“. Und solange das so ist wird sich ohne Druck von oben nichts ändern.

Jan
Gast

1. Der Autobesitz muss teurer werden (z.b. durch Parkraumbewirtschaftung und Steuer), sodass gleichzeitig geförderte Car-Sharing Angebote eine hohe Marktdurchdringung erreichen. Bei Car-Sharing spielen Alterungseffekte, kurze Reichweite und hoher Anschaffungspreis eine geringere Rolle. In den nächsten 5-10 Jahre könnte Carsharing in begrenztem Umfang subventioniert werden, um den Verhaltenswandel zu beschleunigen.
2. Die Spritsteuer muss langfristig steigen, um den Kostenanteil des Energieverbrauchs zu steigern, sodass der Verbrauchsvorteil von E-Autos stärker wiegt
3. Die Lade-Infrastruktur muss ausgebaut werden, sodass bei jedem Stopp nachgeladen werden kann.

Dipl.-Ing. Herbert Beuermann
Gast

Die mir bekannten bisherigen Lösungen für den Antrieb mit Elektromotoren sind nicht zukunftsweisend. Ein zentraler Elektromotor mit Antriebsverteilung ist geradezu mittelalterlich. Ein modernes Konzept hat in jedem der vier oder drei Räder einen über den Luftspalt regelbaren Ringmotor, wobei die Motoren in den Vorderrädern die ständigen Arbeiten übernehmen, während sich die Motoren in den Hinterrädern nur bei Beschleunigungs- u. Bremsvorgängen oder bei Traktionsproblemen zuschalten. Damit entfallen alle Getriebe, Kupplungen, Anlasser, Lichtmaschinen usw. und der Motorraum wird fast leer.Die relativ kleinen, leistungsstarken Radmotoren haben über den gesamten Drehzahlbereich einen viel besseren Wirkungsgrad und die Nachlademöglichkeiten während der Fahrt sind äußerst vielfältig und effektiv nutzbar. Damit läßt sich die Reichweite der Batterien um mindestens 30% erhöhen.

Markus
Gast

Hallo!!
Wir haben nun Ende Oktober 2015, und die Probleme die die Stromer haben sind immer noch Preis und Reichweite. Ich bin Österreicher und habe durch Zufall diese Seite gefunden. eigentlich wollte ich mich über die Service-kosten von Elektrofahrzeugen informieren. Diese sollten doch durch den Wegfall von Ölservice Getriebe und ähnlichem doch sehr viel niedriger sein als bei Benzin oder Dieselfahrzeugen. Doch solche Gegenüberstellungen findet man nicht.
Um die Reichweite anzusprechen, warum wird nicht an einem einheitlichen Akkumodul gearbeitet, von dem auch mehrere Verbaut sein können, dass in mehrere (oder alle?) Fahrzeuge passt. Diese könnte man an „Tankstellen“ tauschen, und ruck zuck geht die Fahrt weiter. Bei Urlaubsreisen könnte man das Auto auf einen Zug stellen, dort laden und am Zielbahnhof mit vollem Akku seine Reise fortsetzen.
Wege gibt es viele man muss nur wollen. Und wieder einmal sind Industrie und Politik gefordert.

wpDiscuz
Leserbefragung 2017 Zukunft Mobilität ZM

Jetzt abonnieren!

Twitter

Auszeichnungen

Grimme Online Award Preisträger 2012

Zukunft Mobilität hat den Grimme Online Award 2012 in der Kategorie Information erhalten. Ich möchte mich bei all meinen Lesern für die Unterstützung bedanken!

PUNKT Preisträger 2012

Zukunft Mobilität hat den PUNKT 2012 der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (acatech) in der Kategorie "Multimedia" gewonnen.

Logo VDV Verband Deutscher Verkehrsunternehmen

Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen e.V. (VDV) hat mich im Rahmen der VDV-Jahrestagung 2013 in Mainz als “Talent im ÖPNV” des Jahres 2013 ausgezeichnet. Der VDV vertritt rund 600 Unternehmen des Öffentlichen Personennahverkehrs, des Schienenpersonennahverkehrs, des Schienengüterverkehrs, der Personenfernverkehrs sowie Verbund- und Aufgabenträger-Organisationen.

Lizenz

Zukunft Mobilität Creative Commons

Die Inhalte dieses Artikels sind - soweit nicht anders angegeben - unter CC BY-SA 3.0 de lizensiert. Grafiken sind von dieser Lizenz aus Vereinfachungs- und Schutzgründen ausgenommen (Anwendung aufgrund der Verwendung von Grafiken / Bildern mit unterschiedlichen Lizenzen zu kompliziert) außer die CC-Lizenz ist ausdrücklich genannt.

Weitere Informationen
Share This