[Video zum Wochenende] Das Chemnitzer Eisenbahnviadukt~2 Minuten Lesezeit

Das Chemnitzer Eisenbahnviadukt an der Annaberger Strasse ist ein herausragendes Zeugnis der Technik und Industriegeschichte. Das zwischen 1901 und 1904 errichtete Brückenbauwerk ist eine der wenigen deutschen Eisenfachwerk-Brücken, welche heute noch existieren. Das größtenteils aus genieteten Flussstahlprofilen gefertigte und aus zwei Bogenbrückensegmenten und mehreren Blechträger-Balkenbrückensegmenten bestehende Bauwerk ist stadtbildprägend für die Industriestadt , welche auch als „Sächsisches Manchester“ bezeichnet wird. Während der Bauarbeiten wurden mehr als 2,5 Millionen Nieten einzeln von Hand eingeschlagen.

Im Rahmen von Modernisierungsarbeiten plant die den Abbruch sämtlicher Eisenbahnüberführungen entlang des sogenannten Chemnitzer Bahnbogens – dazu gehört auch das denkmalgeschützte Viadukt an der Annaberger Straße. An seine Stelle soll ein Neubau einer Torbogenbrücke nach Plänen des Darmstädter Ingenieurbüros Krebs + Kiefer treten. Laut DB Netz AG ist es technisch und wirtschaftlich nicht vertretbar, das Viadukt zu ertüchtigen und zu erhalten. Der Erhalt der Brücke würde rund 20 Millionen Euro kosten, ein Neubau dagegen nur 12,8 Millionen Euro. Baurecht soll 2018 vorliegen, das Planfeststellungsverfahren läuft derzeit. Der Baustart ist für 2019 geplant.

Neubau Chemnitz Viadukt Entwurf Krebs und Kiefer Annaberger Straße

Visualisierung Bogen über die Chemnitz und Annaberger Straße: Widerlagereinbindung in das städtische Umfeld – Visualisierung: Krebs + Kiefer

Seit Bekanntwerden der Pläne im Jahr 2012 gibt es Widerstand seitens der Bevölkerung, der Politik und aus Fachkreisen. 1, BHU und 2 setzen sich aktiv für den Erhalt des Viadukts ein.

Nieten Chemnitzer Viadukt ARISDA Baukultur

Es sind die Details wie beispielsweise die Geländer, welche das Chemnitzer Eisenbahnviadukt so einzigartig machen – Auszug aus dem Video von ARISDA

Im Rahmen der Diskussion um das ist von ARISDA folgendes Video produziert worden. Prof. Dr.-Ing. Werner Lorenz vom Fachgebiet Bautechnikgeschichte und Tragwerkserhaltung der Brandenburgischen Technischen Universität -Senftenberg berichtet über die Bedeutung des Stahlbaus, die Baugeschichte des Chemnitzer Eisenbahnviadukts und dessen historische Bedeutung für die Stadt und unsere Technikgesellschaft. Selten wurde mit so viel Emotion und Verve über Stahlbau und ein technisches Bauwerk gesprochen.

  1. ICOMOS ist das deutsche Nationalkommittee des Internationalen Rates für Denkmalpflege (International Council On MOnuments and Sites). ICOMOS ist die internationale nichtstaatliche Organisation, die sich weltweit für Schutz und Pflege von Denkmälern und Denkmalbereichen und die Bewahrung des historischen Kulturerbes einsetzt. ICOMOS beteiligt sich als Berater und Gutachter an der Arbeit des Welterbe-Komitees und an der Erfüllung der UNESCO-Konvention zum Weltkulturerbe.
  2. TICCIH (The International Committee for the Conservation of the Industrial Heritage) ist die Weltorganisation für den Erhalt und die Vermittlung industriellen Erbes und berät die UNESCO bei der Bewertung industriekultureller Welterbe-Anträge.

Verfasst von

Martin Randelhoff

Herausgeber Zukunft Mobilität. Studium der Raumplanung an der TU Dortmund, Studium der Verkehrswirtschaft an der TU Dresden. Ist interessiert an innovativen Konzepten zum Lösen der Herausforderungen von morgen insbesondere in den Bereichen urbane Mobilität, Verkehr im ländlichen Raum, Wirkung autonomer Fahrzeugsysteme und nachhaltige Verkehrskonzepte.

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