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[Veröffentlichung] Relative Erfolgsfälle strategischer Verkehrsplanung und Verkehrspolitik in Europa

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Collage aus verschiedenen Fotos: Dmitry Shamis @ Unsplash.com, Patrick Federi @ Unsplash.com, Anna Hunko @ Unsplash.com, Shana Van Roosbroek @ Unsplash.com - Alle verwendeten Fotos sind gemeinfrei-ähnlich freigegeben durch die Unsplash-Lizenz
Das Arbeitspapier „Relative Erfolgsfälle strategischer Verkehrsplanung und Verkehrspolitik in Europa“ beschreibt die verkehrliche Entwicklung von Wien, Zürich, Utrecht und Houten sowie die jeweiligen verkehrsplanerischen und -politischen Entwicklungspfade, die zur Position dieser Städte als "relative Erfolgsfälle" geführt haben. Zum Abschluss werden Schlussfolgerungen für die Diskussion in Deutschland abgeleitet.

Ende 2019 hatte ich im Rahmen einer Umfrage auf Zukunft Mobilität nach europäischen Beispiele guter Verkehrspolitik und Verkehrsplanung gefragt. Nachfolgend warf ich die Frage auf, ob die punktuelle mediale Berichterstattung oder das wiederholte Aufführen einzelner Infrastrukturelemente oder Programme als sogenannte best practice-Beispiele hinreichender Beleg für ein stadtweites strukturelles und konsistentes verkehrspolitisches Handeln sein kann oder ob es hier zu einer Fehlwahrnehmung kommt.

Im Rahmen des Forschungsprojekts „Wirksamkeit strategischer Verkehrsplanung und Verkehrspolitik“ des Fachgebiets Verkehrswesen und Verkehrsplanung und des Fachgebiets Europäische Planungskulturen der habe ich mich mit vier der genannten Städte – Wien, Zürich, und Houten – intensiv auseinandergesetzt und ihre Rolle als “relativer Erfolgsfall von Verkehrspolitik und -planung” kritisch beleuchtet.

Neben den allgemeinen städtischen und verkehrlichen Strukturen haben wir insbesondere die innerstädtische und regionale Motorisierungsentwicklung und Verkehrsmengenentwicklung in den Fokus genommen. In Zürich und Wien ist die Zunahme des -Bestandes trotz steigender Einwohnerzahlen deutlich abgeschwächt, die Verkehrsbelastungen im MIV sogar leicht rückläufig. Dem stehen eine zunehmende Nutzung des jeweils deutlich ausgebauten öffentlichen Verkehrs (ÖV) und des Fahrrads gegenüber. Jedoch ist davon auszugehen, dass der Pkw-Bestand im Umland weiter zunimmt und sich in einer regionalen Perspektive keine Reduzierung des MIV nachweisen lässt. Die Entwicklungen über die letzten Jahrzehnte werden im Anschluss aus verkehrsplanerischer und verkehrspolitischer Sicht betrachtet. Die niederländischen Fallbeispiele verfolgen eine eher radverkehrsfokussierte Verkehrspolitik, Wien und Zürich eine ÖV-fokussierte. In den drei großen Untersuchungsstädten spielen die Parkraumbewirtschaftung und der langfristige des öffentlichen Verkehrs eine herausragende Rolle. Im Abschluss werden Schlussfolgerungen für die verkehrspolitische und verkehrsplanerische Diskussion in Deutschland abgeleitet.

Die vollständige Analyse kann im Arbeitspapier “Relative Erfolgsfälle strategischer Verkehrsplanung und Verkehrspolitik in Europa” (Download, 37 Seiten) nachgelesen werden.

Fragen und Anmerkungen können gerne im Kommentarbereich abgegeben werden. Dies gilt auch für Fragestellungen, die im Arbeitspapier nicht beantwortet wurden. Um den Umfang in einem gewissen Rahmen zu halten, sind nicht alle erarbeiteten Inhalte in das Arbeitspapier eingeflossen.

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Martin Randelhoff

Herausgeber Zukunft Mobilität, arbeitet im ARGUS Studio/ in Hamburg. Zuvor war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachgebiet Verkehrswesen und Verkehrsplanung an der Fakultät Raumplanung der Technischen Universität Dortmund.
Ist interessiert an innovativen Konzepten zum Lösen der Herausforderungen von morgen insbesondere in den Bereichen urbane Mobilität, Verkehr im ländlichen Raum und nachhaltige Verkehrskonzepte.

Kontaktaufnahme:

Telefon +49 (0)351 / 41880449 (voicebox)

E-Mail: randelhoff [ät] zukunft-mobilitaet.net

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Norbert
Norbert
10. Mai 2022 20:00

Ist es nicht ein Armutszeugnis für Politik, Verkehrswissenschaft und Planung, dass wir – korrekterweise – nur noch von relativen Erfolgsfällen reden, also Städten, wo es nicht ganz so schlimm ist wie anderswo?

Das Gegenbsp. zu den Städten ist Dortmund, wo auf die Eigenverantwortung der Bürger gesetzt wird und mit einer Alles-Fördern-Strategie die Kfz-Zahlen nach oben getrieben werden.

Aber was tut eigentlich ihr in der Wissenschaft? Bisher habe ich noch keine Prof-Stellen-Aussschreibung gesehen, in der erwartet wird, dass man im Sinne der (eigenen) Forschungserkenntnisse zumindest sein Berufsleben organisiert. Stattdessen zählen internationale Konferenzen und Zitationsrankings. Nur sind das keine Eigenwerte. Aber das kann man zählen und messen.

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