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[Verkehrssicherkeit] Länder mit den meisten Verkehrstoten je 100.000 Einwohner weltweit~3 Minuten Lesezeit

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Im Jahr 2011 starben 1,24 Millionen Menschen an den Folgen eines Verkehrsunfalls. 3.400 Menschen täglich. Damit sind die neunthäufigste Todesursache weltweit. Etwa 22 Prozent der Verkehrstoten waren , weit über die Hälfte „weiche“ Verkehrsteilnehmer wie , und Motorradfahrer. 270.000 starben 2011 beim Überqueren einer Straße. Seit 2007 konnten 88 Länder die Zahl der Verkehrstoten reduzieren, in 87 Länder stieg sie jedoch an. Insbesondere Länder mit hohen konnten entsprechende Erfolge erzielen, während Länder mit mittleren und niedrigen mit Abstand mehr zu verzeichnen hatten.

Zwischen 15 – 29 Jahre ist und bleibt ein Verkehrsunfall Todesursache Nummer 1, Menschen zwischen 15 und 44 Jahren stellen 59% der weltweiten Verkehrstoten.

Der Global status report on road safety 2013 der Weltgesundheitsorganisation ist der zweite Bericht, der sich dem Thema widmet (Der erste Bericht wurde ebenfalls in diesem Blog besprochen). Aufgrund wachsenden Wohlstandes und der entsprechenden Motorisierung von Schwellen- und Entwicklungsländern wird befürchtet, dass sich die Zahl der jährlichen Verkehrstoten bis zum Jahr 2030 auf über 2,4 Millionen verdoppeln wird.

Verkehrstote Anteil Fußgänger, Radfahrer, Autofahrer, Motorradfahrer

Verkehrstote nach Verkehrsart und WHO-Region – Grafik: WHO Global status report on road safety 2013, Seite 6

Menschen mit geringen und mittleren Einkommen sind überproportional gefährdet. 92 Prozent aller Verkehrstoten stammen aus Ländern mit einem niedrigen oder mittleren Einkommensniveau, obwohl dort nur 53 Prozent der globalen -Flotte registriert sind 1:

  • Länder mit hohem Einkommensniveau: 8,7 Verkehrstote je 100.000 Einwohner
  • Länder mit mittlerem Einkommensniveau: 20,1 Verkehrstote je 100.000 Einwohner
  • Länder mit niedrigem Einkommensniveau: 18,3 Verkehrstote je 100.000 Einwohner
Verteilung Verkehrstote Länder Einkommensniveau

Bevölkerung, Verkehrstote und Zahl der zugelassenen Kfz nach Ländern mit geringen, mittleren und hohen Einkommen, a = nur aus an der Studie teilnehmenden Ländern, Grafik: WHO Global status report on road safety 2013, Seite 5

Viele Länder könnten die Sicherheit auf ihren Straßen erhöhen, wenn entsprechende Regeln in den Bereichen , Geschwindigkeitsübertretungen, Tragen eines Motorradhelmes, Gurtpflicht und Kindersitze aufgestellt und vor allem durchgesetzt werden. Von 182 untersuchten Ländern hatten jedoch nur 28 Länder (7 Prozent) entsprechende Regelungen für alle fünf Risikobereiche erlassen.

Nur 59 Länder, in denen 39 Prozent der Weltbevölkerung leben (2,67 Milliarden Menschen), haben in geschlossenen Ortschaften eine von 50 km/h oder weniger erlassen und ermöglichen es den Behörden vor Ort, geringere Geschwindigkeitslimits zu beschließen. Eine um fünf Prozent reduzierte kann die Zahl der tödlichen Verkehrsunfälle bereits um bis zu 30 Prozent senken.

Eine Blutalkoholkonzentration von über 0,05 g/dl (5-Promille-Grenze) erhöht das Risiko eines Verkehrsunfalls dramatisch. In 89 Ländern, in denen 66 Prozent der Weltbevölkerung lebt (4,55 Milliarden Menschen), existieren entsprechende Grenzwerte bis hin zu einem vollkommenen Alkoholverbot am Steuer.

Das Tragen eines qualitativ hochwertigen Motorradhelms kann das Auftreten schwerer Verletzungen nach einem um bis zu 70 Prozent senken. 90 Länder, in denen 77 Prozent der Weltbevölkerung leben, haben eine entsprechende für alle Motorradfahrer, alle Straßen- und Motorradtypen erlassen. Zudem müssen entsprechende Standards eingehalten werden.

Das Anlegen eines Sicherheitsgurtes reduziert das Risiko bei einem Autounfall zu sterben auf den Vordersitzen um 40 – 65 Prozent und auf den hinteren Sitzen um 25 – 75 Prozent. Aus diesem Grund haben 111 Länder, in denen 69 Prozent der Weltbevölkerung leben, eine Anschnallpflicht für alle Fahrzeuginsassen erlassen.

Kindersitze verringern die Zahl bei Verkehrsunfällen getöteter Kinder um 54 – 80 Prozent. Über die Hälfte aller Länder haben eine entsprechende Kindersitzpflicht eingeführt.

111 Länder haben eine einheitliche Notrufnummer eingeführt. Jedoch haben nur 59 Länder eine flächendeckende Versorgung mit Rettungswagen und Notfallmedizin.

Länder mit den meisten Verkehrstoten je 100.000 Einwohner

Die Tabelle kann ebenfalls nach Alphabet und absteigend sortiert werden.

LandVerkehrstote je 100.000 Einwohner
Niue68.3
Dominikanische Republik41.7
Thailand38.1
Venezuela37.2
Iran34.1
Nigeria33.7
Suedafrika31.9
Irak31.5
Guinea-Bissau31.2
Oman30.4
Tschad29.7
Uganda28.9
Lesotho28.4
Mauretanien28.0
Guyana27.8
Burkina Faso27.7
Ecuador27.0
Sudan25.1
Malaysia25.0
Namibia25.0
Saudi-Arabien24.8
Vietnam24.7
Benin23.9
Sambia23.8
Yemen23.7
Niger23.7
Swasiland23.4
Mali23.1
Angola23.1
Jordanien22.9
Syrien22.9
Tansania22.7
Sierra Leone22.6
Brasilien22.5
Gabun22.5
Kap Verde22.4
Libanon22.3
Ghana22.2
El Salvador21.9
Kasachstan21.9
Komoren21.8
Uruguay21.5
Paraguay21.4
Burundi21.3
Elfenbeinkueste20.9
Kenia20.9
Kongo20.9
Botsuana20.8
São Tomé und Príncipe20.6
China20.5
Laos20.4
Kamerun20.1
Ruanda19.9
Afghanistan19.8
Suriname19.6
Guinea19.6
Malawi19.5
Timor-Leste19.5
Senegal19.5
Bolivien19.2
Kirgisistan19.2
Liberia19.0
Indien18.9
Nicaragua18.8
Tunesien18.8
Gambia18.8
Honduras18.8
Russland18.6
Mosambik18.5
Madagaskar18.4
Tadschikistan18.1
Armenien18.1
Marokko18.0
Mongolei17.8
Indonesien17.7
Aethopien17.6
Pakistan17.4
Kambodscha17.2
St. Kitts und Nevis17.2
Togo17.2
Kongo17.1
Trinidad und Tobago16.7
Kuwait16.5
Belize16.4
Samoa16.4
Vanuatu16.3
Nepal16.0
Peru15.9
Georgien15.7
Kolumbien15.6
Bosnien und Herzegowina15.6
Montenegro15.0
Seychellen15.0
Myanmar15.0
Saint Lucia14.9
Salomon-Inseln14.7
Palau14.7
Mexiko14.7
Zentralafrikanische Republik14.6
Zimbabwe14.6
Weissrussland14.4
Panama14.1
Suedkorea14.1
Katar14.0
Moldawien13.9
Bahamas13.7
Sri Lanka13.7
Ukraine13.5
Aegypten13.2
Bhutan13.2
Aserbaidschan13.1
Papua-Neuguinea13.0
Albanien12.7
Costa Rica12.7
Vereinigte Arabische Emirate12.7
Argentinien12.6
Chile12.3
Griechenland12.2
Mauritius12.2
Tuerkei12.0
Polen11.8
Dominica11.8
Portugal11.8
Jamaika11.6
Bangladesch11.6
USA11.4
Aequatorialguinea11.4
Usbekistan11.3
Rumaenien11.1
Litauen11.1
Lettland10.8
Nordkorea10.7
Bahrain10.5
Kroatien10.4
Bulgarien10.4
Cook Islands9.9
Slowakei9.4
Philippinen9.1
Neuseeland9.1
Ungarn9.1
Serbien8.3
Belgien8.1
Mazedonien7.9
Kuba7.8
Tschechische Republik7.6
Zypern7.6
Marshall Islands7.4
Barbados7.3
Slowenien7.2
Italien7.2
Kanada6.8
Brunei Darussalam6.8
Guatemala6.7
Oesterreich6.6
Estland6.5
Frankreich6.4
Fiji6.3
Luxemburg6.3
Australien6.1
Kiribati6.0
Tonga5.8
Spanien5.4
Japan5.2
Finnland5.1
Singapur5.1
Irland4.7
Daenemark4.7
Deutschland4.7
Israel4.7
St. Vincent und die Grenadinen4.6
Norwegen4.3
Schweiz4.3
Niederlande3.9
Malta3.8
Grossbritannien3.7
Andorra3.5
Schweden3.0
Island2.8
Malediven1.9
Mikronesien1.8
San Marino0.0
  1. WHO Global status report on road safety 2013, Seite 4

Verfasst von

Martin Randelhoff

Herausgeber Zukunft Mobilität. Studium der Raumplanung an der TU Dortmund, Studium der Verkehrswirtschaft an der TU Dresden. Ist interessiert an innovativen Konzepten zum Lösen der Herausforderungen von morgen insbesondere in den Bereichen urbane Mobilität, Verkehr im ländlichen Raum, Wirkung autonomer Fahrzeugsysteme und nachhaltige Verkehrskonzepte.

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Markus Koßmann
Gast

Über den Maßstab des Vergleiches lässt sich streiten. Die drei Länder am Ende der Tabelle dürften die gute Platzierung vor allem durch relativ geringen Autoverkehr erreichen.

Markus Koßmann
Gast

Sinnvoll könnte z.B. auch eine Normierung auf die im Verkehr verbrachte Zeit sein.
Desweiteren (oder irre ich mich da) wird ein Unfall nur als Verkehrsunfall gewertet, wenn ein Landfahrzeug beteiligt ist. In Mikronesien könnte z.B die Seefahrt einen hohen Anteil am Verkehr haben.

einfachdort
Gast

Mit Verlaub, ich bitte anmerken zu dürfen, die hohen inhaltlichen Ansprüche auch weiterhin mit hohen sprachlichen zu vereinbaren. Fehlte auch nur der eine der beiden, litte der Gesamteindruck dieser Seite doch erheblich.

In diesem Sinne muntere ich dazu auf, den echten Konjunktiv (2) auch zu verwenden. Beispielsweise reichte doch einmal „werden“ in diesem Satz vollkommen aus: „Viele Länder könnten die Sicherheit (…) durchgesetzt werden würden.“

Sicherlich, mit einer höheren Tendenz zur gesprochenen Sprache könnte eine Weiterverbreitung befördert werden. Aber: Wo die Sprache anfängt, an Qualität zu mangeln, lässt auch der Inhalt nicht lange auf sich warten.

In diesem Sinne schließe ich mit dieser Bitte und auch der Anmerkung, dass nicht jeder Anglizismus eine tolle Bereicherung für die deutsche Sprache wäre.

Dirk
Gast

Hallo,
Niue ist ein Witz als Nummer 1 in der Statistik.
Die haben kaum 1000 Einwohner, also ist dort wohlmöglich nur ein einziger unglücklich vom Rad gefallen für diesen ersten Platz.

ciao
dirk

Michael Brillat
Gast
Die grundsätzliche Frage bleibt ganz einfach: Für welchen Zweck erstelle ich eine Statistik und bietet sie für mein/ein Anliegen aussagekräftige Hinweise? Ihre sicher aufwendig zusammengetragenen Ergebnisse (und auch die hochbezahlten der WHO – die vermutlich weitaus differenzierter und dennoch „schwach“ sein dürften) bleiben doch im globalen Vergleich ohne jede praktische Bedeutung. Für die WHO dürfte allerdings als Intention gelten, politische Aufmerksamkeit auf nationaler Ebene zu erregen. Vorschläge für Lösungen bieten überregionale Vergleiche dieser Art nicht. Dazu bedarf hier wohl einer etwas überschaubareren Sichtung der Probleme: also „lieber kleinkariert als großrechnerisch“. Da hilft nicht einmal landesspezifisches Denken! Na gut, auf den Malediven und auf Niue schon, aber im Falle natur- und siedlungsräumlich abwechslungsreich ausgestatteter Länder sicher nicht (da bleibt die Verkehrsstatistik dann im besten Fall noch ihrer zeitlichen Entwicklung interpretierbar). Viele Länder Ihrer Liste kenne ich ganz gut: machen Sie sich nicht die Mühe „Bananen“ mit „Sauerampfer“ zu vergleichen! Wären Sie dort gewesen, wüssten Sie sofort, worüber ich spreche. So gibt es z.B. in Thailand (wo ich gerade arbeite) eine Helmpflicht – haben Sie schon einmal gesehen, wieviele Familien hier bis zu viert auf einem Moped ohne Helm fahren? Franz. Polynesien: die längste Straße dort beträgt auf Tahiti 120 km, gut… Read more »
cemartin
Gast

Lieber Martin;

bitte die teils arroganten Kommentare nicht ernst nehmen.

Danke für Ihre Arbeit — jedenfalls mir nützt sie im Rahmen meiner Tätigkeit als Fahrlehrer.

Viele freundliche Grüße !
:)

wato
Gast

Danke für den Artikel.
Die 5-Promille Grenze sollte aber sicher eine 0.5-Promille Grenze sein ;)

Phimea
Gast

Schön zu sehen in dieser statistischen Auswertung, dass Deutschland recht weit unten ist :).

Kathryn Brooks
Gast

Hallo Herr Randelhoff,

Ich bin eine Schülerin an einer Highschool in Pennsylvania, USA. Ich habe eine Frage. Wie kann man den armen Ländern helfen, sichere Straßen zu haben?

Mit freundlichem Gruß

Kathryn Brooks

trackback

[…] LKWs und Busse sind tödlich für “weiche Verkehrsteilnehmer”. Wenn der LKW-Treiber allerdings an mir vorbeigefahren ist, sollte ich […]

tom
Gast

Tolle Arbeit. Vielen Dank
Mich würde mal interessieren, wie viele Verkehrstote es weltweit insgesamt seit Einführung des KFZ-Verkehrs gegeben hat. 100 Millionen? Das wären wohl mehr Menschen, als bei allen Kriegen zusammen seit dieser Zeit (1896) gestorben sind.

Wolf
Gast

Der Konjunktiv bei einer Statistik dürfte keine Rolle spielen.

Die Statistik ist gut.
Ich lebe in Thailand (Phuket) und kenne den Straßenverkehr hier sehr gut. Klar ist es hier kein Alkoholproblem. Täglich sehe ich hier Unfälle , die überhaupt keinen Bezug zum Alkohol haben. Es ist auch kein Helmproblem. Aber nur das können die unfähigen Polizisten unkompliziert sehen. Vorfahrtsregeln sind zu kompliziert.
Hier gibt es einfach keinerlei praktische Ausbildung für die Masse. Keinerlei nenneswerte Polizeikontrolle. Hier herrscht Anarchie im Strassenverkehr. Jeder zweite macht Fahrerflucht und die Anderen flüchten deshalb nicht, weil sie Tod oder verletzt sind.
Es gibt keine erste Hilfe bei Verletzten. Kinder rasen an einem vorbei mit Motorräder auf denen 3-4 Personen sitzen.

Die Niue hatten zur Zeit der Statistik genau 1464 Einwohner, denn 100 000 durch 68,3 = 1464.

joa Falken
Gast

Aufschlußreicher fände ich Zahlen der getöteten je zugelassenem Fahrzeug. Dazu die Verkaufszahlen je nach Marke im jeweiligen Land. Damit könnte man dann die Todeszahlen je Automarke halbwegs rekonstruieren.

Und mit ein paar weiteren Zahlen die Anzahl der Toten je Beschäftigtem in der Automobilindustrie.

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