Medien sind sehr wichtig, um Bewusstsein für die Chancen und Möglichkeiten einer veränderten Mobilität zu vermitteln. Einige Filme und Bücher bieten inspirierende Einblicke und schaffen Bewusstsein und Wissen über andere und neue Formen des Unterwegs sein. Sie sind daher wichtiger Bestandteil zur Schaffung einer nachhaltigeren Mobilitätskultur und der Schaffung einer Veränderung positiv gesonnten gesellschaftlichen Grundstimmung.
Um aktuelle Trends und Entwicklungen im Mobilitätsbereich verstehen zu können, sollte man sich aber nicht nur mit Werken über den Radverkehr, Technik, Verkehrspolitik, Stadt- und Infrastrukturplanung oder Fahrzeugtechnik beschäftigen, sondern auch mit technologischen und sozialen Veränderungen in anderen Bereichen unserer Gesellschaft befassen. Denn der Wandel in diesen Bereichen entfaltet eine unmittelbare Wirkung auf unser Leben und Wirtschaften, die gebaute Umwelt und – davon abgeleitet – unser Unterwegs sein.
Die Zukunft der Mobilität ist kein unbeeinflussbarer passiver Prozess, sondern setzt Gestaltung auf mehreren Ebenen (Raum, Infrastruktur, Fahrzeugtechnik, Strukturen und Organisationsformen, IKT, etc.) voraus. Im Rahmen dieser Artikelserie werden Bausteine aus verschiedenen Bereichen vorgestellt, die einzeln oder miteinander kombiniert, bereits heute eine Mobilitätswende vor Ort anstoßen. Ich lade Sie dazu ein, weitere Elemente vorzuschlagen und deren Ausgestaltung mitzudiskutieren (bisherige Vorschläge).
Die folgende Liste umfasst Werke aus verschiedenen Themenfeldern. Die Auswahl stellt keine Bestenliste dar, vielmehr sollen die genannten Bücher zum Denken anregen. Daher befinden sich auf der Liste auch einige Werke, mit deren Inhalt ich nicht oder nur eingeschränkt übereinstimme. Sie sind es aber trotzdem wert, gelesen zu werden, da sie neue Perspektiven eröffnen oder dazu animieren, die eigene Position kritisch zu reflektieren.
Die Bücher können als E-Book oder in gedruckter Form über die einschlägigen Onlinebuchhändler oder im lokalen Buchhandel (ggf. Antiquariat) bezogen werden.
Hinweise zur Benutzung: Die Tabelle ist alphabetisch nach den Nachnamen der Autoren geordnet. Sie können die Reihenfolge jedoch frei über die Pfeiltasten im Tabellenkopf bestimmen oder die Auswahl über die Suchfunktion eingrenzen. Möchten Sie beispielsweise nur Bücher mit Radverkehrsbezug abrufen, können Sie den Begriff „Radverkehr“ in das Suchfeld eintragen.
Sollten Ihnen noch weitere Bücher bekannt sein, welche die Liste bereichern würden, freue ich mich über einen Hinweis in den Kommentaren. Gerne dürfen Sie auch Kurzrezensionen in den Kommentaren verfassen. Diese werde ich im Anschluss entsprechend verlinken.
Ein dänischer Dokumentarfilm über die rasante Urbanisierung weltweit. Unter anderem am Beispiel von New York City, Dhaka, Melbourne und Christchurch werden verschiedene Konzepte und Entwicklungen erörtert, die das Verständnis von Stadt von einer „Stadt als Maschine“ hin zu einer Stadtplanung auf menschlichem Maß verändern. Wichtiges Element des die städtebauliche Konzeption des dänischen Architekten und Städteplaners Jan Gehl. Der Film fokussiert sich im Besonderen auf die Umgestaltung des öffentlichen Raums zur Mehrung des öffentlichen Lebens und des sozialen Miteinanders.
Radfahren in der „Autostadt“ Stuttgart mit seinen Hügeln, Autos und Feinstaub. Das geht. Es geht sogar sehr gut. Wie gut, zeigt der über eine Crowdfunding-Kampagne finanzierte Dokumentarfilm über die Stuttgarter Fahrradszene. Anhand der Critical Mass und anderer Projekte in Stuttgart schafft der Film ein Bewusstsein und regt zum Nachdenken über die Mobilität der Zukunft an. Nicht nur in Stuttgart, sondern bundesweit sehenswert.
Der Film schildert in vielen Beispielen die Folgen automobilorientierter Planung und der daraus folgenden Dominanz des „motorisierten Individualverkehrs“ insbesondere in einer ökologischen und energetischen Dimension. Er stellt die Frage in den Mittelpunkt, was Städte lebenswert macht: mehrspuriger Straßenverkehr oder sozial und ökologisch verträglicher “Langsamverkehr“? Das Fahrrad wird zu einem Symbol einer globalen Bewegung, welche für Freiheit und bewussten Umgang mit der Umwelt steht.
Die 15:35 Minuten lange Streetfilms-Dokumentation zeigt, wie die niederländische Fahrradstadt Groningen einen Radverkehrsanteil von über 50 % erreichen konnte. Hierbei wird unter anderem auf die infrastrukturellen Voraussetzungen und den kulturellen Wandel eingegangen. Die Herausforderungen eines derart hohen Radverkehrsanteil werden aber keineswegs verschwiegen. (Weitere Informationen)
Urbanized beschäftigt sich mit den aktuellen globalen Herausforderungen in der Stadtplanung. Am Beispiel von unter anderem Tokio, London, einer brasilianischen Favela, Brasilia und New York City werden die aktuellen Entwicklungen in einen historischen Kontext gesetzt und die Spannungen zwischen sozialen, ökonomischen und ökologischen Interessen aufgezeigt. Neben Projekten wie der New Yorker High Line (Hintergrundinformationen) kommen auch viele unterschiedlichen Stadtplaner und Urbanisten wie bspw. Sir Norman Foster, Rem Koolhaas, Oscar Niemeyer, Amanda Burden, Jan Gehl, Enrique Penalosa, Yung Ho Chang, Alejandro Aravena, Eduardo Paes, Rahul Mehrotra, Ellen Dunham-Jones, James Corner, Bruce Katz, Candy Chang, Edgar Pieterse und Noah Chasin zu Wort.
Ein Film über das Leben einer Familie in einem nordamerikanischen Vorort. Er beleuchtet kritisch den isolierten, homogenen und Pkw-abhängigen Lebensstil in einem humorvollen und ansprechendem Stil.
Am Beispiel der brasilianischen Stadt werden die diversen Problemfelder einer Stadt wie Verkehr, Wohnraum, öffentliche Räume, Armut und Umweltschutz aufgezeigt und mehrere innovative Lösungsansätze wie bspw. das erfolgreiche Bus Rapid Transit-System als vorgestellt. Ein sehr auf Lösungen fokussierter Film.
Ausgangspunkt des Films ist die momentane Situation der Welt mit ihren global zunehmenden Problemen wie der Energie- und Ressourcenverknappung oder dem Klimawandel. Auf der Suche nach Lösungen zeigt der Film verschiedene Projekte und Initiativen mit alternativen ökologischen, wirtschaftlichen und demokratischen Ideen auf.
Die Folge skizziert zum einen technische Konzepte für die Zukunft der Mobilität (u.a. der Hiriko Fold und leichte Elektrofahrzeuge wie Skateboards und Onewheels), geht aber auch auf die soziale und urbane Komponente einer Mobilitätswende ein. Ideen für den Stadtverkehr gewinnt man beispielsweise aus den Niederlanden. Die Serie fokussiert jedoch stärker auf technische Lösungen und widmet einen Großteil der Zeit – nach einem Abstecher zu einem Fahrrad aus Holz – der Zukunft des Luftverkehrs mit Solar- und Elektroflugzeugen, den Einsatz von Dronen, Innovationen in der Schifffahrt und endet letztendlich im Weltraum.
1994 wies Bogotà die höchste Mordrate unter den lateinamerikanischen Hauptstädten auf. Heute ist die Zahl der Morde stark gesunken und liegt deutlich unter den Werten von Mexiko-Stadt, Caracas oder Lima. Doch wie konnten Kriminalität und Morde so stark verringert werden? Ein Grund liegt in vielen sozialen Reformen, die auch im Verkehrssektor durchgeführt wurden.
Der Film bietet einen Einblick in die politischen Mechanismen, die hinter der schnellen Metamorphose von Bogotà stehen. Der Dokumentarfilm aus dem Jahr 2009 erzählt eine faszinierende Geschichte von den beiden Bürgermeistern, die für die Veränderung der einstigen „schlechtesten Stadt der Welt‘ verantwortlich sind: dem Pragmatiker Peñalosa und dem Philosophen Mockus. Welchen Ansatz braucht eine Stadt, um sich nachhaltig zu entwickeln? (siehe auch: Enrique Peñalosa: Ein Vorbild für viele Bürgermeister)
Sollten Ihnen noch weitere Filme bekannt sein, welche die Liste bereichern würden, freue ich mich über einen Hinweis in den Kommentaren. Gerne dürfen Sie dort auch Kurzrezensionen verfassen. Diese werde ich im Anschluss entsprechend verlinken.
Filme und Bücher können auf individueller Ebene eine positive Wirkung entfalten. Sie mehren das Wissen, inspirieren und können wichtige Impulse setzen. Hierfür muss jedoch ein gewisses Grundinteresse zur Lektüre und Auseinandersetzung mit dem Thema vorhanden sein. Bücher und Speichermedien können aber auch gut verschenkt werden und im Idealfall beim Beschenkten Wirkung entfalten.
Während einige Werke auf der Liste im Bereich der Populärliteratur zu verorten sind, bezieht sich der Großteil der Empfehlungen jedoch auf Fachbücher, die mitunter einen gewissen Grad an Vorkenntnissen erfordern. Sie sind mitunter auch vergleichsweise sperrig zu lesen, in Fachsprache verfasst und nur auf Englisch zu beziehen. Auch ist entsprechend Zeit für die Lektüre zu investieren. Daher dürften Bücher nur eingeschränkt geeignet sein, um eine Breitenwirkung zu entfalten.
Um das Thema einer Mobilitäts- und Verkehrswende an eine breite Bevölkerung heranzuführen und Lust am Thema zu machen, braucht es vielmehr niedrigschwellige Angebote wie bspw. öffentliche Filmvorführungen, Ausstellungen und kleine Messen oder lokale Workshops. Diese können auch in andere Veranstaltungen wie bspw. Stadtfeste eingebettet sein. Online abrufbare und über Suchmaschinen auffindbare Texte können ebenfalls besser für eine Heranführung an das Thema geeignet sein.
Urbaner Raum / Ländlicher Raum / Stadt-Umland
persönliche Fortbildung und Bewusstseinsbildung
wenn einmal lesen oder ansehen nicht hilft, dann wird die mehrmalige Anwendung empfohlen.
Kann durchaus Spaß machen.
persönlich-individuell, aber auch öffentlich bspw. durch Filmvorführungen
so lange es dauert, das Buch oder den Film zu beziehen und zu lesen bzw. anzusehen
Weitere mediale Formate zur Fortbildung nutzen, Austausch mit anderen bspw. auf Konferenzen oder im persönlichen Gespräch.
Aktuelle Publikationen verfolgen, um am Zahn der Zeit zu bleiben und bei aktuellen Diskussionen am Ball bleiben zu können.
Vielen Dank an Florian Wilkesmann, Nicole Biedermann, Frank Masurat, Sebastian, Peter Feldkamp, @an_floet, @StrizziVorstadt, Burkhard Stork, @RKemmerzehl, Robert Sander, @thomas_post, Samina Mir, @mathill, Johannes Schön, Christian Scherf, Jennifer Müller, Alexander Kuhn, Roland Schönauer, Aljoscha Labeille, Boris Mackrodt, Marcus Lamprecht, Albert Hölzle, Björn Ahaus, Rainer Kolberg, Immo Janssen und Patrick Huesmann für die zahlreichen Hinweise und die Mithilfe.