[Dossier] PKW-Maut / Infrastrukturabgabe in Deutschland
[Dossier] PKW-Maut / Infrastrukturabgabe in Deutschland

In Deutschland soll über eine “Infrastrukturabgabe” ein Teil der Finanzierungslücke bei der Finanzierung des Straßennetzes geschlossen werden. Ausländische Nutzer des deutschen Straßennetzes sollen einen Teil der Unterhaltskosten tragen, so zumindest der Plan der CSU. Doch kann dieses Vorhaben gelingen? Und welche sinnvollere Alternativen gäbe es? Lesen Sie unser Dossier!

[Dossier] Radhelmpflicht in Deutschland
[Dossier] Radhelmpflicht in Deutschland

Die Einführung einer allgemeinen Radhelmpflicht wird in Deutschland seit mehreren Jahren kontrovers diskutiert. Welche Wirkung hat aber eine gesetzliche Pflicht einen Fahrradhelm zu tragen? Kann eine Helmpflicht Verkehrstote vermeiden und eine positive Wirkung auf die Gesundheit entfalten? Oder ist eine Helmpflicht am Ende gar negativ und eine freiwillige Entscheidung jedes Einzelnen besser?

[Dossier] Luftschadstoffe im Verkehr: Umweltzonen und andere Maßnahmen
[Dossier] Luftschadstoffe im Verkehr: Umweltzonen und andere Maßnahmen

Luftschadstoffe sind neben Lärm die größten Umweltprobleme des Verkehrsbereichs. Viele Kommunen werden durch EU-Grenzwerte zu Maßnahmen in der Luftreinhaltung gezwungen, um die Gesundheit der Bürger zu schützen. Dieses Dossier soll einen Überblick über die Problematik geben und Lösungsmöglichkeiten aufzeigen.

Welche Rolle spielen Taxis für den ÖPNV?
Welche Rolle spielen Taxis für den ÖPNV?

Taxiverkehr und ÖPNV scheinen auf den ersten Blick zwei Konkurrenten zu sein. Bei näherer Betrachtung stellt sich jedoch heraus, dass sich beide Verkehrsarten sehr gut ergänzen und das öffentliche Verkehrsangebot einer Stadt verbessern. In Zukunft sollten wir vielleicht daran arbeiten, den öffentlichen Personennahverkehr enger mit dem Taxiverkehr zu verknüpfen. Zum Wohle der Stadt und ihrer Einwohner…

London: Die Folgen der Innenstadtmaut und der Low Emission Zone
London: Die Folgen der Innenstadtmaut und der Low Emission Zone

London ist die wohl berühmteste Stadt mit Innenstadtmaut. Seit 2003 muss jedes Fahrzeug, dass in die Innenstadt Londons fahren möchte, die Congestion Charge entrichten. Dieser Artikel erläutert, welche Auswirkungen die Maut auf den Autoverkehr, den ÖPNV, die Wirtschaft und die Luftqualität der britischen Hauptstadt hat. Und ob London als Vorbild für andere Städte Europas dienen kann…

Wie umweltfreundlich sind Agrotreibstoffe?
Wie umweltfreundlich sind Agrotreibstoffe?

Seit einigen Jahren werden verstärkt landwirtschaftlich nutzbare Flächen statt zur Ernährung der Menschen zur Treibstoffversorgung von Fahrzeugen eingesetzt. Die EU und andere Industrieländer wollen den Anteil von Ethanol weiter steigern. Die anderen Effekte sind jedoch Hunger, steigende Nahrungsmittelpreise und Abholzung von Regenwäldern zur Landgewinnung. Man muss daher eine Frage stellen: Wie umweltfreundlich sind Agrotreibstoffe wirklich?

Feste Fehmarnbeltquerung: Bau des längsten Absenktunnels der Welt zwischen Deutschland und Dänemark
Feste Fehmarnbeltquerung: Bau des längsten Absenktunnels der Welt zwischen Deutschland und Dänemark

Ab 2020 soll der längste Absenktunnel der Welt Fehmarn und Lolland miteinander verbinden. Das über 5 Mrd. € teure Bauwerk soll Deutschland und Skandinavien näher zueinander bringen. Kritiker bezweifeln den Nutzen und fürchten große Schäden für die Region. Kommt es zu einem “Fehmarn 21″?

[Hörempfehlungen] Autonomes Fahren, Connected Car, Verbrennungsmotor, eBikes und Elektrofahrzeuge

In den vergangene Wochen war ich bei diversen Podcasts zu Gast bzw. habe einige Podcasts gehört, welche ich gerne empfehlen möchte.

fahrrad.io - Martin Randelhoff über E-Bikes als Fortbewegungsmittel der Zukunft

Im Rahmen der Interactive Cologne, auf welcher ich einen Vortrag zu zukünftigen Entwicklungen und Trends im Verkehrsbereich gehalten habe, sprach ich mit Hans Dorsch über verschiedene Themen. Neben aktuellen Entwicklungen in der Verkehrsplanung und der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit verkehrsbezogenen Themen war ein großes Thema auch das Pedelec bzw. E-Bike.

Mit dem klassischen Fahrrad akzeptiert man [eine Distanz von] 10 Kilometer zum Pendeln, mit dem Pedelec sind es durch die größere Geschwindigkeit und niedrigere Anstrengung schon 30 Kilometer. Das Pedelec hat nicht nur im Bereich des klassischen Radverkehrs große Potenziale, sondern auch im Cargo-Bereich. Nicht nur, was den individuellen Transport von Gütern angeht, sondern eben auch den klassischen Kurier- und Express- und Paketdienst. 

Podcast anhören [35:30 Minuten] (mit Transkript) | Download

Ich während meines Vortrages auf der Interactive Cologne

techbros Elektromobilitätstalk mit Martin Randelhoff

Ebenfalls auf der Interactive Cologne habe ich mit Florian “dotdean” Krakau vom Blog “techbros” über den aktuellen Stand der Elektromobilität (besser: “Elektroverkehr”) und zukünftigen Trends und Entwicklungen im Bereich autonomer Fahrzeugsysteme gesprochen.

Podcast anhören [32:53 Minuten] | Download

Deutschlandradio Kultur, Sendung Breitband - “Connected Cars: Autonom und vernetzt”

Florian Regensburger spricht mit dem von mir sehr geschätzten Paul Balzer (Blog von Paul | Pauls Gastartikel bei Zukunft Mobilität zu Inversionswetterlagen und Umweltzonen), Fahrzeugingenieur und Doktorand zum Thema Algorithmenentwicklung und Fahrzeugumfeldsensorik, über das vernetzte Auto, die heutigen Möglichkeiten, Sensorinformationen und den Umgang der Autofahrer mit der Technik: Welche Rolle spielen Computer und Mensch bald auf der Straße? (bis Minute 14:45)

Podcast anhören [49:00 Minuten] | Download

omega tau über den Verbrennungsmotor

Zu Gast beim generell sehr empfehlenswerten omega tau-Podcast (bei dem ich ebenfalls schon zu Gast gewesen bin) war Donatus Wichelhaus, seines Zeichens Leiter der Motorenentwicklung bei Volkswagen Motorsport. In dem knapp unter 3 Stunden langen Podcast wurde unter anderem auf die folgenden Themen eingegangen: das Prinzip des Verbrennungsmotors, die wichtigsten Baugruppen, diverse Arten und Bauformen von Motoren, markenspezifische Eigenheiten (TDI, CDI) sowie auf die Steuerung des Motors. Ein guter Einstieg in das Verständnis verbrennungsmotorischer Prozesse und den Aufbau desselben, auch wenn Herr Wichelhaus gerne in die Fachsprache abdriftet.

Podcast anhören [2:52:45 Stunden] | Download

[Video zum Wochenende] Istanbul in Bewegung

Istanbul – Wunderschön und im ständigen Wandel. Die nach Einwohnerzahl viertgrößte Stadt der Welt mit ihren 14,16 Mio. Einwohnern (2013) und enormen Wachstumsprognosen (Einwohnerprognose für das Jahr 2025: 15,5 Millionen) erfordert durch die besondere geografische Lage am Bosporus spezielle Verkehrslösungen.

Mit seinen zahlreichen Hügeln und engen Straßen leidet Istanbul sehr stark unter Verkehrsstaus. Auch die beiden Bosporusquerungen sind Nadelöhre (eine dritte Brücke ist derzeit im Bau). Auf der asiatischen Seite der Stadt sind die öffentlichen Verkehrsmittel zudem völlig überlastet. Entsprechende Investitionen in den Ausbau und die Erweiterung der Kapazität sind notwendig. Insgesamt will Istanbul in den kommenden Jahren zusätzlich zu den 1,6 Milliarden US-Dollar für laufende Bauvorhaben weitere 4,9 Milliarden US-Dollar in Straßenbahn- und U-Bahn-Projekte investieren.

Sehr problematisch ist auch die mangelnde Kommunikation und Abstimmung zwischen den einzelnen Behörden, welche entweder nur für gewisse Stadtteile bzw. nur einzelne Verkehrsträger zuständig sind und diese isoliert betrachten bzw. planen.

Die Struktur, die Probleme und die Herausforderungen, vor denen insbesondere der Istanbuler Nahverkehr steht, hat Tarik Özel sehr gut in seinem Artikel “Öffentlicher Personennahverkehr in Istanbul: Eine Studie über Entwicklung und Zustand des öffentlichen Nahverkehrs in Istanbul” herausgearbeitet.

Am 25. Juli 2014 wurde die Schnellfahrstrecke Eskişehir – Istanbul eröffnet, welche die 570 km lange Schnellfahrstrecke Istanbul – Ankara komplettiert. Der eröffnete Bauabschnitt besteht aus der 188 Kilometer langen Neubaustrecke Eskişehir – Köseköy und der 56 km langen Ausbaustrecke nach Gebze am Stadtrand von Istanbul. Eine Weiterführung ins Istanbuler Stadtzentrum und die Anbindung an den Marmaray-Tunnel ist derzeit in Planung. Die Streckenführung bis zum Bahnhof Istanbul Haydarpaşa soll bis voraussichtlich 2016 fertig gestellt sein.

Schlagzeilen machten auch die Proteste auf dem Taksim-Platz und dem benachbarten Gezi-Park im Jahr 2013. Die Protestwelle begann am 28. Mai 2013 in Istanbul mit Demonstrationen gegen ein geplantes Bauprojekt auf dem Gelände des Gezi-Parks, der unmittelbar an den Taksim-Platz angrenzt. Nach der Eskalation des Konfliktes infolge eines gewaltsamen Polizeieinsatzes am 31. Mai 2013 opponierten Demonstranten in mehreren türkischen Großstädten gegen die als autoritär empfundene Politik der islamisch-konservativen Regierungspartei Adalet ve Kalkınma Partisi (AKP). Der Gezi-Park wurde bei den Protesten zu einem Symbol zivilgesellschaftlichen Widerstandes gegen das Regierungssystem und gegen überzogene Polizeigewalt.

Neben Protesten gegen den Bau hunderter neuer Einkaufszentren in der Türkei in den kommenden Jahren und dem Abriss histroischer Stadtviertel und deren Bausubstanz zur Errichtung neuer (Luxus-) Wohnanlagen “im kitschig-luxuriösen Stil des modernen Islam” richtet sich der Widerstand auch gegen den Bau weiterer umstrittener Großbauprojekte wie etwa eine dritte Autobahnbrücke über den Bosporus, die Yavuz-Sultan-Selim-Brücke. Mit einer Länge von 1408 Metern soll sie die längste Brücke zwischen Europa und Asien werden. Zum Bau dieser Brücke sollen auf beiden Seiten des Bosporus wichtige Waldgebiete, die unter anderem der Versorgung mit Trinkwasser dienen, durchschnitten und zu Bauland werden.

Ferner richten sich die Proteste gegen den Bau des Istanbul International Airport, eines dritten Flughafens in Istanbul, der zum größten Luftverkehrsdrehkreuz der Welt werden soll, und gegen einen „zweiten Bosporus“, den Istanbul-Kanal.

Trotz aller demokratischen Defizite und planerischen / verkehrlichen Probleme ist und bleibt Istanbul in Sachen Verkehr eine der spannendsten Metropolen weltweit. Nicht umsonst fahren mehrere Dresdner Studenten der Verkehrswissenschaft im September für mehrere Tage in die Türkei und besichtigen / besuchen auch mehrere Einrichtungen und Infrastrukturprojekte in Istanbul.

ICx – Das neue Rückgrat des DB Fernverkehrs

SIEMENS Mobility hat im Mai 2011 mit der Deutschen Bahn einen Rahmenabrufvertrag über die Lieferung von 300 Triebzügen des Typs ICx bis zum Jahre 2030 abgeschlossen. Der Auftrag über die Lieferung von zunächst 220 Zügen hatte einen Wert von über sechs Milliarden Euro. Da es sich bei der Bestellung von Neufahrzeugen jedoch um eine komplexe und langwierige Angelegenheit handelt, wurde die Order mehrmals geändert und angepasst. Dieser Artikel beschreibt exemplarisch die Abläufe einer Triebfahrzeugbeschaffung am neuen Fernverkehrszug der Deutschen Bahn, den ICx.

Die zwölfteiligen ICx (K3s) sollen ab 2017 ausgeliefert werden, die siebenteiligen ICx (K1n) ab 2020. Die Züge werden für eine Höchstgeschwindigkeit von 230 km/h (Typ K1n / TSI 2) und 250 km/h (K3s / TSI 1) ausgelegt.

3D-Modell des ICx in Berlin Hbf – Bild: Siemens / DB

Im ersten Schritt rief die Deutsche Bahn aus dem Rahmenabrufvertrag 130 Züge des Typs ICx ab (45 Siebenteiler und 85 Zwölfteiler). Pro Jahr sollen 20 Züge ausgeliefert werden. Sie ersetzen nach derzeitigem Planungsstand ab 2017 (ursprünglich: 2016) die lokbespannten Intercity-Garnituren der Baujahre 1971 bis 1991 (Durchschnittsalter 2013: 36 Jahre). Bei heutiger Flottenzusammensetzung steigt der Instandhaltungsaufwand für den IC-Fernverkehr um etwa acht Prozent pro Jahr. 130 ICx sollen derzeit 140 IC-Garnituren (Vmax: 200 km/h) ersetzen.

Frontansicht des ICx – Visualisierung: Siemens / Deutsche Bahn

Später ist der Austausch der Triebzüge der BR 401 (ICE 1) und BR 402 (ICE 2) geplant. Ab 2020 sollen 59 Langzüge ICE 1 (Vmax: 280 km/h / VFahrplan: 250 km/h) und ab 2025 44 Halbzüge ICE 2 (Vmax: 280 km/h / VFahrplan: 250 km/h) durch ICx, welche für Deutschland, Österreich und die Schweiz zugelassen sind, ersetzt werden. Der Ersatz der ICE 1 soll 2023 und der ICE 2 2025 abgeschlossen sein. Zu diesem Zweck war ursprünglich die Bestellung von neunzig weiteren Zügen geplant. Aufgrund von Leistungsanpassungen (Verlängerung der zehnteiligen ICx auf zwölf Teile und Verbesserung der Ausstattung) wurde diese Bestellung 2013 um 31 Züge auf 59 siebenteilige ICx reduziert.

Der ICx wird nach Einführung ca. 70 Prozent des Umsatzanteils des DB-Fernverkehrs leisten. Die Option zur Bestellung weiterer achtzig Züge kann von der DB jederzeit in Auftrag gegeben werden. Diese könnten theoretisch als Ersatz für den ICE 3 (eher unrealistisch) oder für eine Ausweitung des Angebots (Wachstumsoption) dienen. 83 Halbzüge der BR 403 (ICE 3) und 67 Halbzüge ICE-T müssen voraussichtlich 2030 ersetzt werden.

Die Züge des erstens Abruf sind für den Einsatz in Deutschland und Österreich (12 Stück des siebenteiligen Typs K1n) geeignet, die zwölfteiligen K3s für den Einsatz in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Züge für den Einsatz in weiteren europäischen Ländern (Niederlande, Dänemark, Frankreich, Luxemburg, Polen, Tschechien, Italien) können optional beauftragt werden.

3D-Visualisierung des ICx im Berliner Hauptbahnhof – Bild: Siemens / DB

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Chūō-Shinkansen: 500 km/h schnelle Magnetschwebebahn zwischen Tokio und Osaka (Fertigstellung: 2045)

Seit dem Jahr 1964 existiert in Japan das Shinkansen-Hochgeschwindigkeitsstreckennetz. Die erste Strecke mit einer Länge von 515,4 km wurde am 1. Oktober 1964 zwischen der Hauptstadt Tokio und Osaka eröffnet. Mittlerweile ist das Netz auf 2387,7 km angewachsen.

Die Verbindung Tokio – Osaka ist eine der meistgenutzten Shinkansen-Verbindungen Japans. Das bestehende System ist jedoch mittlerweile an seinen technologischen und kapazitiven Grenzen angelangt.

Aus diesem Grund soll im Oktober 2014 mit dem Bau der Magnetschwebebahnlinie Chūō-Shinkansen von Tokio nach Nagoya begonnen werden. Die Weiterführung nach Osaka soll im Anschluss folgen. Das japanische Verkehrsministerium hat die Pläne Mitte 2014 genehmigt.

Die Fertigstellung wird für das Jahr 2045 anvisiert. Vorerst wird für 53 Milliarden US-Dollar der Abschnitt Tokio (Shinagawa) - Nagoya gebaut, dessen Eröffnung für 2025 geplant ist. Die Gesamtkosten des Projektes, welches JR Central ohne staatliche Zuschüsse privat finanzieren muss, werden voraussichtlich neun Billionen Yen (~70 Milliarden Euro) betragen.

Japan wird voraussichtlich das erste Land weltweit sein, welches eine Langstrecken-Magnetschwebebahnstrecke errichtet und kommerziell betreibt.

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Die Finanzierung des öffentlichen Verkehrs in Deutschland: Struktur, Probleme und Alternativen

Eine Straßenbahn in Dresden-Tolkewitz – Foto: Max Patzig @ FlickrCC BY 2.0

Fahrpreise im öffentlichen Verkehr kennen meistens nur eine Richtung: nach oben. In diesem wie auch in den vergangenen Jahren werden die Fahrpreise vieler Verkehrsverbünde wie auch Verkehrsunternehmen steigen. Viele Fahrgäste haben kein Verständnis für die steigenden Preise, auch wenn diese in den meisten Fällen mangels (günstiger) Alternative nach einiger Zeit dennoch akzeptiert werden.

Auf der anderen Seite ist die finanzielle Lage vieler Verkehrsunternehmen keinesfalls rosig und Fahrpreiserhöhungen meistens unumgänglich. Zum einen steigen Kosten für Personal und Kraft- und Betriebsstoffe, zum anderen weist die Infrastruktur hohen Erhaltungsaufwand auf (Steigerungsraten 2008 – 2010 ca. 1,5 % p. a., 2005 – 2010: ca. 2,3 %). Diese und andere Faktoren zwingen die Anbieter öffentlichen Personenverkehrs sehr häufig, die Fahrpreise zu erhöhen. Es stellt sich jedoch die Frage, ob es Alternativen gäbe und wenn ja, welche negativen und positiven Effekte mit diesen einhergehen.

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[Definition] UberPop, WunderCar, Lyft & Co. – Ridesharing oder vielmehr Rideselling?

Die anhaltende Diskussion über Angebote wie UberPop, WunderCar, SideCar und deren problematisches Verhältnis mit Taxiunternehmen und deren Verbänden wird gerne als Kampf zwischen jungen innovativen Unternehmen der “sharing economy” gegen etablierte und womöglich aus der Zeit gefallene, staatlich regulierte Monopolisten hochstilisiert. Problematisch an der Diskussion ist jedoch, dass ein sachgerechter und objektiver Austausch von Argumenten nicht möglich ist.

Ursächlich für die Problematik ist unter anderem eine klare Abgrenzung und Definition des Begriffs Ridesharing. Anbieter wie UberPop, Lyft und Sidecar nehmen für sich in Anspruch “Ridesharing-Anbieter” zu sein oder werden aus Unkenntnis von den Medien als solche bezeichnet. Eine Definition und Abgrenzung der einzelnen Begriffe zeigt jedoch, das dies mitnichten der Fall ist.

Definition Ridesharing

Unter Ridesharing – ein Synonym für Carpooling – versteht man das Bilden von Fahrgemeinschaften mit einem privaten Pkw für einen spezifischen gemeinsamen Weg. Der Kraftfahrzeugbesitzer bestimmt, ob und mit welchem Ziel eine Fahrt unternommen wird. Die Fahrt findet auch statt, wenn keine dritte Person mitfährt oder wenn nur Personen mitfahren, die nicht über eine Ridesharing-Plattform vermittelt wurden. In der Regel werden die Fahrtkosten geteilt oder über abwechselnde Fahrten gegenseitig verrechnet.

- Eigendefinition “Ridesharing”

Die klassische Form des Ridesharing / Carpooling ist die Mitnahme von Arbeitskollegen / -kolleginnen zur Arbeitsstelle oder von Kindern aus der Nachbarschaft zur Schule / Sportverein und zurück. Hierbei wird oftmals zwischen den jeweiligen Fahrern / Pkw rotiert, ein monetärer Ausgleich fließt nicht zwingend.

Das Ziel auf persönlicher Ebene ist in den meisten Fällen die Senkung der persönlichen Kosten der Ortsveränderung. Weitere persönliche Ziele können im ökologischen Bereich zu finden sein. Aus Gesellschaftssicht ist die Reduktion des motorisierten Individualverkehrs durch die Bündelung mehrerer Pkw-Fahrten zu einer einzelnen Fahrt das Ziel (siehe auch: Geschichte des Carpoolings in den USA). Durch eine Erhöhung des Besetzungsgrades (Besetzungsgrad im Berufsverkehr: 1,1 Personen / Pkw1) werden Pkw-Fahrten mit den jeweiligen internen und externen Kosten vermieden.

Bei einigen Plattformen stellt sich die Frage, ab welchem Zeitpunkt Anbieter den Definitionsbereich eines Fahrtanbieters im Rahmen einer Ridesharing-Plattform verlassen und eher den Charakter eines unregulierten Taxianbieters aufweisen.

Da dies aufgrund des Aufbaus der Plattformen und des Servicedesigns schnell der Fall sein kann, werden Angebote wie UberX, Lyft und SideCar beispielsweise in Kalifornien als “Transportation Network Companies” (kurz: TNCs) und nicht als Ridesharing-Plattformen bezeichnet.2

Angebote wie UberPOP / UberX oder WunderCar können in bestimmten Konstellationen gar dem originären Ziel des Ridesharings, einer Reduktion der Verkehrsmenge, zuwiderlaufen. Indem die Möglichkeit besteht, höhere Fahrpreise als die Betriebskosten der spezifischen Fahrt anzusetzen, besteht die Möglichkeit der Gewinnerzielung (→ Problematik Personenbeförderungsgesetz). Pkw-Nutzer, welche ihre Fahrt bei UberPop anbieten, können ihre Preise gar nicht frei festlegen. Diese werden unabhängig vom Pkw-Modell und den spezifischen Betriebskosten pauschal festgesetzt.

Anbieter, welche bei UberPop, WunderCar und anderen Plattformen Fahrten anbieten und einen Preis erzielen, welcher über den Betriebskosten des Pkw liegt, können einen Nebenverdienst erzielen. Diese Zusatzeinnahmen werden jedoch nicht ausschließlich auf Wegen generiert, welche der Fahrzeugführer ohnehin zurückgelegt hätte. Vielmehr legt der Fahrgast das Ziel der Fahrt fest. Derartige Angebote fallen nicht mehr unter den Begriff des “Ridesharing”, sondern vielmehr unter den Begriff des “Rideselling”.

Definition Rideselling

Unter Rideselling versteht man das Anbieten von Fahrten in einem privaten Pkw. Der Fahrgast bestimmt, ob und mit welchem Ziel eine Fahrt unternommen wird. Anbieter und Nachfrager einer Mitfahrt werden über eine (Online-) Plattform miteinander verbunden. Für die Vermittlungsleistung kann eine Provision anfallen. Die Fahrt würde ohne die Nachfrage eines Dritten nicht stattfinden. Das Entgelt einer Fahrt wird entweder bilateral zwischen Fahrer und Mitfahrer oder unilateral durch den Anbieter der Fahrt oder den Betreiber der Plattform festgelegt. Der Fahrpreis kann dabei die spezifischen Betriebskosten der Fahrt übersteigen.

- Eigendefinition “Rideselling”

Bei einer Bewertung von Anbietern und Plattformen wie Lyft, UberX, Sidecar, Wingz, Summon, Haxi, Carpooling.com, BlaBlaCar, flinc, Match Rider und WunderCar sollte stets geprüft werden, ob es sich bei dem jeweiligen Angebot (noch) um “Ridesharing” oder (schon) “Rideselling” handelt.

Ebenso wenig wie eine Fahrt mit einem Taxi nicht als Ridesharing bezeichnet wird, sollten Fahrten, welche nicht den grundlegenden Charakteristika des Ridesharing entsprechen, derart bezeichnet werden. Vielmehr sollten auch in Deutschland und Europa die Unterschiede zwischen beiden Formen der “Mitfahrt” herausgearbeitet, spezifiziert und ganz im Sinne des Fahrgastes und des Verbraucherschutzes, ebenso wie zum Schutz des Fahrtanbieters, entsprechende Regularien und Grundvoraussetzungen von staatlicher Seite beschlossen werden.

Disclosure: Uber war im Jahr 2013 Partner des von mir veranstalteten Future Mobility Camps Berlin.

  1. Vgl. FGSV (FORSCHUNGSGESELLSCHAFT FÜR STRAßEN- UND VERKEHRSWESEN) 2006: Hinweise zur Schätzung des Verkehrsaufkommens von Gebietstypen. Köln
  2. DECISION ADOPTING RULES AND REGULATIONS TO PROTECT PUBLIC SAFETY WHILE ALLOWING NEW ENTRANTS TO THE TRANSPORTATION INDUSTRY – http://docs.cpuc.ca.gov/PublishedDocs/Published/G000/M077/K112/77112285.PDF
Seite 1 von 10712345102030>|

Schlußstrich

A developed country is not a place where the poor have cars. It’s where the rich use public transportation.
Gustavo Petro, Bürgermeister von Bogotá 2012

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In diesem Blog möchten wir die Strategien für die Mobilität von morgen skizzieren, informieren und diskutieren. Wir möchten uns mit diversen Problemen unserer Zeit beschäftigen und dabei alle Verkehrsträger im Blick behalten. Dieser Blog soll dabei helfen, die Herausforderungen von morgen ein wenig mehr ins Bewusstsein zu rücken, Alternativen und mögliche Lösungsansätze vorzustellen und umfassend zu informieren:

Denn man muss die Vergangenheit kennen, die Gegenwart analysieren um die Zukunft entwickeln zu können. (Mehr...)

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